Eigenmietwert
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Eigenmietwert

Am 14. Februar 2019 hat die ständerätliche Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-S) einen Vorentwurf zur Änderung der Wohneigentumsbesteuerung verabschiedet, der ca. Mitte März 2019 in die Vernehmlassung geschickt werden soll.

Der Vorentwurf der WAK-S sieht folgende Eckpunkte vor:

– Aufhebung der Eigenmietwertbesteuerung für selbstgenutztes Wohneigentum am Hauptwohnsitz.

– Kein Abzug für Unterhaltskosten, Versicherungsprämien, Verwaltungskosten von Dritten.

– Auf Bundesebene kein Abzug für Energiespar- sowie Umweltschutzmassnahmen und Denkmalpflege. Die Kantone können diese Abzüge auf kantonaler Ebene aber beibehalten.

– Förderung des Wohneigentums: Begrenzter und befristeter Schuldzinsabzug für Ersterwerber.

• Maximal 10‘000 Franken für Ehepaare im ersten Steuerjahr.

• Maximal 5‘000 Franken für Alleinstehende im ersten Steuerjahr.

• Danach lineare Abnahme über 10 Jahre hinweg.

– Beim privaten Schuldzinsabzug stellt die WAK-S die folgenden 5 Varianten zur Diskussion:

⇒ Variante 1: Abzug von privaten Schuldzinsen in Höhe von 100% der steuerbaren Vermögenserträge.

⇒ Variante 2: Abzug von privaten Schuldzinsen in Höhe von 80% der steuerbaren Vermögenserträge.

⇒ Variante 3: Abzug von privaten Schuldzinsen im Umfang der steuerbaren Erträge aus unbeweglichem Vermögen plus 50‘000 Franken für Beteiligungen von mindestens 10% am Grund- oder Stammkapital einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft.

⇒ Variante 4: Abzug von privaten Schuldzinsen im Umfang der steuerbaren Erträge aus unbeweglichem Vermögen.

⇒ Variante 5: Streichung des privaten Schuldzinsabzugs.

– Zweitliegenschaften werden vom Systemwechsel ausgenommen. Der Eigenmietwert ist weiterhin steuerbar. Erträge aus Renditeliegenschaften im Privatvermögen müssen ebenfalls weiterhin versteuert werden. Die Abzüge für Unterhalt, Instandstellung, Versicherungsprämien und Verwaltungskosten durch Dritte bleiben bestehen.

Die Forderungen des HEV Schweiz zum Systemwechsel sind:

 Der Eigenmietwert von selbstgenutztem Wohneigentum am Hauptwohnsitz muss abgeschafft werden.

 Verfassungsauftrag der Wohneigentumsförderung muss erfüllt werden (z.B. begrenzter Schuldzinsabzug für Ersterwerber).

 Der private Schuldzinsabzug in Zusammenhang mit weiterhin steuerbaren Vermögenserträgen, beispielsweise aus Zweitwohnungen oder Renditeliegenschaften im Privatvermögen, muss erhalten bleiben.  Wenn ein Ertrag versteuert wird, muss auch der mit der Ertragserzielung verbundene Aufwand abziehbar sein (= systemkonform). Variante 5 des Vorentwurfs der WAK-S erfüllt diese Voraussetzung nicht und wird konsequenterweise vom HEV Schweiz abgelehnt.

Weiteres Vorgehen: Die WAK-S hat angekündigt, die Vernehmlassung zum Vorentwurf voraussichtlich Mitte März 2019 zu eröffnen. Der Vorstand des HEV Schweiz wird den Vorentwurf und insbesondere die verschiedenen Varianten der Abzugsfähigkeit der privaten Schuldzinsen genau prüfen und die Position des Verbandes im Vernehmlassungsverfahren einbringen.

Parlamentarische Initiative WAK-S

Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung