Ratgeber Bauen & Wohnen

Muss ich meine Elektroheizung ersetzen? Wie lange darf es dauern, bis Warmwasser aus dem Wasserhahn sprudelt? Wann ist ein Rissprotkoll sinnvoll? Oder, ab wie vielen Treppenstufen wird ein Handlauf benötigt?

Solche und ähnliche Fragen erreichen uns immer wieder von unseren Mitgliedern. Die am häufigsten gestellten Fragen finden Sie nachfolgend aufgeführt.

Heizung

Temperatur absenken

Unser Einfamilienhaus verfügt über eine Ölheizung (2004) und Radiatoren in den Zimmern. Da wir unter der Woche zwischen 7 und 17 Uhr nicht zuhause sind, dachten wir, dass es hier nicht nötig ist zu heizen. Ich habe die Heizung so eingestellt, dass sie um 5 Uhr morgens heizt bis 8 Uhr und dann ab 15 Uhr wieder bis 22 Uhr. Temperatur 21°C. Bringt dies eine Einsparung oder wäre gar ein Durchheizen bezüglich des Ölverbrauches sinnvoller?

Grundsätzlich macht ein Absenken der Raumtemperatur bei Abwesenheit Sinn um nicht unnötig zu heizen. Bei älteren Gebäuden welche, wie wahrscheinlich in Ihrem Fall, nicht sehr gut gedämmt sind, ist jedoch darauf zu achten, dass die Temperatur nicht zu tief absinkt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass mehr Heizenergie benötigt wird um die Baumasse wieder zu erwärmen als eine Warmhaltung auf 20°C benötigt hätte. Eine Absenkung bis maximal ca. 15° bis 16° C sollte möglich sein, ohne das Haus zu sehr auszukühlen.

Bei massiv gebauten Gebäuden sinkt die Temperatur weniger schnell ab als bei einem Leichtbau aus Holz. Dafür wird deutlich mehr Energie für das Wiederaufheizen der Speichermasse benötigt. Dafür wird das Absenken über die Tagesstunden helfen, die passiven Solarerträge durch die Fenster besser nutzen zu können. Die Speichermasse wird tagsüber durch die Sonne warm gehalten. So fallen auch die Temperaturen weniger ab und ein aufheizen auf die gewünschten 21° C benötigt weniger Energie.

Bei längeren Abwesenheiten können Sie die Temperatur durchaus auch tiefer fallen lassen. Zum Schutz der Bausubstanz sollten Sie da jedoch nicht unter 10° bis 12° C gehen. Ansonsten müssten Sie sämtliche Wasserleitungen entleeren, inkl. Heizverteilung um sicherzustellen, dass das Haus keine Frostschäden erleidet.

Energievergeudung

Ich habe eine kleine Eigentumswohnung und über mir und unter mir gibt es eine Wohnung. Wir sind im Bad mit Steigleitungen verbunden. Die Wohnung über mir verfügt über einen Radiator und kann diesen nach persönlichem Bedarf einstellen und so haben wir zwei unteren Wohnungsbesitzer manchmal schon im August ein beheiztes Badezimmer. Für diese absolut überflüssige Wärme müssen wir mitbezahlen - ist das korrekt? 

Beim bisherigen wie auch beim neuen Abrechungsmodell zur Verbrauchsabhängigen Energie- und Wasserkostenabrechnung (VEWA) wird der Zwangswärmekonsum durch Steigleitungen mitberücksichtigt. Dies bedeutet, dass Ihnen die Wärme welche über die Steigleitung in die Wohnung gelangt, nicht als Wärmebezug belastet wird. In der Regel wird bei Altbauten mittels Sensoren an den Heizkörpern die Wärmeabgabe gemessen. Damit wird automtisch sichergestellt, dass lediglich die Wärme welche über den Radiator in den Raum gelangt, auch angerechnet wird. 

Falls Sie Ihre Heizkosten verbrauchsabhängig abrechnen, können Sie demnach davon ausgehen, dass Sie die Übermässige Beheizung des obenliegenden Bades nicht resp. nur zu einem geringen Anteil mitfinanzieren. Sollten die Heizkosten bisher lediglich durch die drei Parteien aufgesplittet worden sein und nach Quadratmeter oder Wertquote abgerechnet worden sein, bezahlen Sie natürlich mit. Um den Eigentümer in der oberen Wohnung etwas mehr in die Pflicht zu nehmen, könnte es sich allenfalls lohnen an der nächsten Eigentümerversammlung das Thema der individuellen Abrechnung anzusprechen. Vorgeschrieben ist dieses, je nach Kanton, meist erst ab fünf Wohneinheiten und nur nach umfassenden Erneuerungen. Zur Wahrung des sozielen Friedens lohnt sich der Einsatz einer individuellen Abrechnung manchmal auch bereits früher.

Heizungswasser

Wir haben eine mit Salz betriebene Wasserenthärtungsanlage. Darf der Heizungskreislauf mit dem entkalkten Wasser gefüllt werden oder müssen wir „normales“ Wasser verwenden?

Zur Befüllung des Heizungskreislaufes sollte weder normales Leitungswasser noch enthärtetes Wasser verwendet werden. Die Anforderungen an das Füll- und Ergänzungswasser sind in den letzten Jahren gestiegen. Eine Befüllung direkt ab dem Wasserhahn ist heute nicht mehr zulässig. Die Anforderungen an das Füll- und Ergänzungswasser wird in der SWKI Richtlinie BT 102-01 festgehalten. Zudem sind die Angaben des Kesselherstellers zu beachten. 

Die Gesamthärte muss kleiner als 0.1 mmol/l sein. Eine konventionelle Enthärtungsanlage ersetzt lediglich die Härtebildner Kalzium und Magnesium durch Natrium. Im schlimmsten Fall wird so der Härtegrad zwar gesenkt, der korrisionswirkende Salzgehalt jedoch erhöht. Entsprechend ist zusätzlich eine Entsalzung des Wassers vorzunehmen.

Der pH-Wert des Füll- und Ergänzungswassers sollte zwischen 6.0 und 8.5 liegen. Dies je nach Materialwahl der Leitungen. Auf eine Alkalisierung des Wassers kann in der Regel verzichtet werden, da sich in Folge Eigenalkalisierung der pH-Wert des Betriebswassers innerhalb weniger Wochen von selbst einstellt.

Sind die Leitungen und Verteilkreise einmal gefüllt spricht man vom Umlaufwasser. Dieses gilt es jährlich auf seine Zusammensetzung hin zu überprüfen. Gemessen werden sollte die Gesamthärte, die Leitfähigkeit und der pH-Wert sowie der Anteil weiterer Elemente. Der Sauerstoffgehalt zum Beispiel sollte zur Vermeidung der Sauerstoffkorrosion unter 0.1 mg/l liegen.

Für die Befüllung wie für die Messung des Umlaufwassers sind Spezialgeräte notwendig und die Arbeiten entsprechend durch eine Fachperson ausführen zu lassen.

Heizung in StWEG

Unser Mehrfamilienhaus der Stockwerkeigentümergemeinschaft stammt aus den 70er Jahren. Unser Erneuerungsfonds ist relativ gut geäufnet und einige Miteigentümer überlegen sich, nichts mehr in den Fonds zu bezahlen. Gleichzeitig wird in absehbarer Zeit die Heizung fällig sein sowie eine Flachdachrenovation anstehen. Mit welchen Kosten muss hier gerechnet werden?

Der Erneuerungsfond sollte grundsätzlich regelmässig geäufnet werden. Auch wenn in den ersten Jahren keine oder nur wenige Unterhalts- und Erneuerungsausgaben anfallen, wird sich dies mit zunehmendem Alter der Liegenschaft ändern. Nebst der Heizung und dem Dach dürften über kurz oder lang auch weitere Bauteile fällig werden. Es ist empfehlenswert jährlich 1-2 % des Gebäudewertes einzubezahlen. Dies ermöglicht es nach dem Ende eines Lebenszyklus die Hauptbauteile umfassend erneuern zu können und gegebenenfalls wertvermehrende Investitionen in Form von Wärmedämmungen zu tätigen.

Zur Kostenschätzung der anstehenden Arbeiten ist eine Frühzeitige Abklärung sinnvoll. Bei der Heizung kommt es massgeblich auf die Art und Grösse der Heizung an. Ausgaben von Fr. 25‘000.- - 50‘000.- kommen hier schnell zusammen. Für die Dachsanierung kann mit Fr. 700.- - 800.- pro m2 Dachfläche gerechnet werden. Je nach Ausführung ist da aber auch eine grössere Streuung möglich.

Um diese Erneuerungsmassnahmen langfristig planen zu können ist es empfehlenswert, zusammen mit einer Fachperson, eine Gebäudeanalyse zu erstellen und den Erneuerungsbedarf für die nächsten zehn Jahre zu ermitteln. Hieraus ergibt sich dann auch die Motivation, den Erneuerungsfonds weiter zu äufnen.

Heizgradtage mit Warmwasseraufbereitung

Für die unterjährige Abrechnung möchten wir die Heizkosten nach Heizgradtage verteilen dabei aber auch die Warmwasseraufbereitung berücksichtigen. Gibt es kombinierte Vergleichswerte oder wie muss das Warmwasser bewertet werden?

Die Heizgradtage (HGT) sind lediglich ein Verteilschlüssel innerhalb einer definierten Zeitspanne um den Verbrauch respektive die Energiekosten vergleichen zu können oder eine Abgrenzung innerhalb eines Jahres herzuleiten. Mittels den HGT lässt sich ein Jahr klimatologisch in die einzelnen Monate unterteilen. Für die Abgrenzung wird der Energieverbrauch durch die HGT des ganzen Jahres dividiert und anschliessend mit den HGT der zu betrachtenden Monate multipliziert. Zur Kontrolle von Sparbemühungen kann das langjährige Mittel als Vergleichsbasis zugezogen werden.

In vielen Fällen wird das Warmwasser zusammen mit der Heizwärme erzeugt und eine separate Verrechnung ist nicht möglich. Um die Heizkosten monatsgenau aufteilen zu können, muss zuerst der Energiebedarf für die Wassererwärmung abgezogen werden. Das Merkblatt SIA 2024 geht von einem Warmwasserbedarf von 19.8 kWh/m2 und Jahr im Mehrfamilienhaus resp. 13.5 kWh/m2 im Einfamilienhaus aus. Dies wiederum entspricht in etwa 2 Liter Öläquivalent pro m2 und Jahr für das Mehrfamilienhaus.

Selbstverständlich können diese Werte abweichen, insbesondere dann, wenn die Liegenschaft eher unterbelegt ist. Im Merkblatt wird für Mehrfamilienhäuser ein Flächenbedarf pro Person von 30 m2 eingesetzt, beim Einfamilienhaus sind es 50 m2.

Reinigung von Gasfeuerungen

Vor 10 Tagen hat die Heizungsfirma, mit der ich einen Service-Vertrag abgeschlossen habe, die Gasheizung geöffnet, gereinigt und Kontrolliert. Nun wollte der Kaminfeger das gleiche nochmals machen, die Heizung öffnen und kontrollieren. Ist dies notwendig?

Die Kontrolle durch den Kaminfeger bezweckt eine sicherheitstechnische Überprüfung  und Kontrolle der gesamten Feuerungsanlage inklusive Abgasanlage auf ihre Betriebs- und Gebrauchsfähigkeit sowie die Brandsicherheit. Er kontrolliert im Wesentlichen:

  • den Verschmutzungsgrad (und reinigt - sofern nötig - die Feuerungsanlage); 
  • die Korrosion; 
  • das Flammenbild; 
  • die Abzugsverhältnisse; 
  • die Einhaltung der Brandschutzvorschriften (z. B. die Abstände zu brennbaren Materialien); 
  • die Frischluftzufuhr, welche gemäss den Gasleitsätzen und den Richtlinien für den Bau und Betrieb von Gasfeuerungen des SVGW gewährleistet sein muss. 

Gasbefeuerte Aggregate sind jährlich einmal (raumluftunabhängige Aggregate alle 2 Jahre) durch den Kaminfeger zu kontrollieren (Ziffer 3.1.4 der Weisung „Reinigung von Feuerungsanlagen“). Eine Reinigung ist nur vorzunehmen, sofern dies notwendig ist.

Der Kaminfeger ist grundsätzlich für die Kontrolle des Kamins und der Heizung zuständig. Meist führt er innerhalb dieser Kontrollfunktion auch die nötigen Reinigungsarbeiten durch. Besteht für eine Heizung ein Service-Vertrag mit einem Heizungstechniker, kann die Reinigung selbstverständlich auch durch diesen erfolgen. Sinnvollerweise geschieht dies kurz vor der nächsten Inspektion durch den Kaminfeger um diese Arbeiten nicht zweimal ausführen zu lassen. Öffnen und Kontrollieren wird der Kaminfeger die Heizung dennoch.

Garantie für Luft-Wasser-WP

Die  Garantie unserer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit integrierter Lüftungseinheit läuft demnächst ab. Was würden Sie empfehlen: Eine Garantieverlängerung bis zum 7. Jahr oder einen Servicevertrag?

Wärmepumpen wie auch Lüftungsgeräte sind grundsätzlich wartungsarme Anlagen und laufen in der Regel ohne grossen Unterhalt. Dennoch ist eine periodische Kontrolle und Reinigung sinnvoll. Bei der Wärmepumpe und den Ventilatoren der Lüftungskomponenten kann dies alle zwei bis drei Jahre stattfinden. Der Geräteteil der Lüftung sollte jährlich gereinigt werden. Dies kann mit einem Staubsauger gut auch selbst übernommen werden. Die Filter sind alle 6 Monate zu reinigen oder zu ersetzen (je nach Filtertyp). 

Falls Sie diese Arbeiten selber ausführen und im Auge behalten, dass Sie alle 2 bis 3 Jahre einen Servicetechniker aufbieten, dann braucht es keinen Servicevertrag. Mit einem Servicevertrag hingegen müssen Sie an nichts denken und werden periodisch über den nächsten Service informiert.

Dank einem regelmässigen Unterhalt können sich abzeichnende Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden. Läuft das Gerät bis heute zufriedenstellend, darf davon ausgegangen werden, dass dies auch in den nächsten Jahren noch der Fall sein wird. Durch den Abschluss einer Garantieverlängerung hingegen können die Kosten genauer kalkuliert werden und das finanzielle Risiko ist abgesichert.

Beim Servicevertrag wie auch bei der Garantieverlängerung stehen primär die finanzielle Sicherheit und der Grad der Eigeninitiative den anfallenden Kosten gegenüber. Falls Ihnen dies die Kosten wert ist, dann schliessen Sie die beiden Verträge ab. Ansonsten kann es auch gut sein gelassen werden.

Ersatz Elektroheizung

Beim Bau meines EFH 1978 habe ich mich für eine Elektroheizung mit Fussbodenmatten entschieden. Bis jetzt ist alles ohne Probleme verlaufen. Nun höre ich, dass Elektroheizungen verboten werden sollen.

In den meisten Kantonen sind Neuinstallation und Ersatz einer bestehenden, zentralen Elektroheizung mit einem wassergeführten Wärmeverteilsystem nicht mehr erlaubt. Mit den neuen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014), soll gar ein Verbot für bestehende Elektroheizungen innert 15 Jahren eingeführt werden. Die Kantone können dabei frei entscheiden ob auch die dezentralen Einzelelektroheizungen ersetzt werden müssen. Diese Gesetzgebungsprozesse beginnen jetzt in den ersten Kantonen anzulaufen.

Müssen Einzelelektroheizungen oder wie in Ihrem Fall Elektrofussbodenheizungen ersetzt werden, bedeutet dies den Einbau einer neuen Heizverteilung. Diese sind in der Regel wassergeführt und verteilen die Wärme über das Heizungswasser in der Wohnung. Als einfachste Variante eignen sich hierzu Radiatoren. Wenn diese an den Zimmerwänden zum Korridor hin platziert werden können, beschränkt sich die Verteilung der Heizleitungen auf den Korridorbereich, Je nach Situation reicht so auch eine Steigleitung vom Keller her.

Falls Sie sich vorstellen können Ihre bald vierzig jährigen Bodenbeläge zu erneuern, dann gibt es verschiedene Fussbodenverteilsysteme mit minimaler Aufbauhöhe. Zum Beispiel dünne Matten mit Heizungsschläuchen die nachträglich eingebaut werden können. Bei bestehenden Unterlagsböden besteht die Möglichkeit, Rillen in den Mörtel zu fräsen und darin eine neue Bodenheizung zu verlegen. 

Beide Varianten sind kostenintensiv und haben erhebliche Auswirkungen auf die weiteren Bauteile im Innenraum. In der Regel ist deshalb eine Kombination mit einer Innensanierung von Vorteil. Es ist ratsam hier einen Energieberater oder Architekten beizuziehen und die verschiedenen Möglichkeiten auszuloten.

Raumtemperaturmessung

Wir haben Probleme mit der Raumwärme. Können Sie mir sagen, wo und auf welcher Höhe und mit welchem Abstand von Fenster oder Wänden man korrekt die Raumtemperatur misst?

Die Raumtemperatur wird in der Raummitte, einen Meter ab Boden gemessen. Im Idealfall wird die Messung mittels eines geeichten Thermometers vorgenommen. Gemäss Norm SIA 180 "Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden", darf von einer minimalen Raumtemperatur von 20 Grad ausgegangen werden.

Selbst wenn die gemessene Temperatur den Anforderungen entspricht, kann diese subjektiv sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Beeinflusst wird dies durch den Luftzug und die Strahlungstemperatur der umgebenden Flächen. Ein leichter Luftzug, im Sommer als angenehm empfunden, kann bei tieferen Temperaturen leicht als fröstelnder Hauch wahrgenommen werden. Dasselbe gilt für die Strahlungstemperatur. Insbesondere in Altbauten strahlen die Aussenwände oder schlecht isolierte Fenster tiefere Temperaturen ab. Dies führt dazu, dass die Raumtemperatur zwei bis drei Grad höher eingestellt werden muss um dasselbe Raumklima zu empfinden wie umgeben von warmen Wänden.

Ebenfalls als sehr unangenehm empfunden werden Temperaturunterschiede innerhalb des Raumes. Wird für ein Zimmer ein hoher Wärmeeintrag benötigt und ist der Boden, zum Beispiel gegenüber dem Keller, schlecht gedämmt, können auch hier zwischen Boden und Decke mehrere Grade Temperaturdifferenz auftreten. Das Klima eines Raumes wird demnach nicht nur durch die Temperaturhöhe bestimmt sondern auch massgebend durch die Temperaturasymmetrie beeinflusst.

Haustechnik & Gebäudetechnik

Ladekapazität in Tiefgarage

Wie viele Fahrzeuge können gleichzeitig in einer Tiefgarage mit 100 Ampere Zuleitung und einem intelligenten Lademanagement geladen werden?

Nach Rücksprache mit einem Elektriker, gehe ich davon aus, dass bei einem 100 Ampere (A) Anschluss maximal 63 A für das Ladesystem verwendet werden kann. Dies entspricht in etwa einer Ladeleistung bzw. einem maximalen Strom von 44 kW der für die Ladeinfrastruktur zu Verfügung steht. 

Dank dem intelligenten Lademanagement kann diese Leistung nun unterschiedlich auf die zu ladenden Fahrzeuge verteilt werden. Zum Beispiel könnten zwei Fahrzeuge mit der vollen Ladeleistung à 22 kW pro Stunde für ca. 110 km Energie laden. Zehn Fahrzeuge könnten mit einer Ladeleistung von 4.4 kW pro Stunde für ca. 22 km Energie laden. 

Über die ganze Nacht, Annahme zehn Stunden, könnte somit gesamthaft für eine Reichweite von 2'200 km Energie geladen werden. Pro Fahrzeug und Tag wird in der Schweiz durchschnittlich ca. 40 bis 50 km gefahren. Somit reicht die Ladeleistung für rund 50 Fahrzeuge aus.

Eine verlässlichere Aussage kann ein Elektroinstallateur innerhalb eines HomeChecks abgeben. Innerhalb eines solchen werden Anschlussleistung und die Absicherung der Leitungen geprüft sowie eine mögliche Kabelführung angeschaut. Basierend auf diesen Grundlagen und kombiniert mit Ihren Ansprüchen an die Ladeinfrastruktur kann Ihnen der Installateur dann eine detaillierte Offerte unterbreiten.

Warmwasserausstoss

Seit drei Jahren wohnen wir in einer neuen Überbauung. Unser Gebäude hat 7 Wohnungen. Das Warmwasser ist selten mehr als 47, 48 Grad warm, das nach einer Vorlaufzeit von mehr als 45 Sekunden. Stellt man für 1-2 Minuten ab, so ist wieder dieselbe Situation von vorne. Ist das Standard? Und wie sieht es mit der Legionellengefahr aus?

In der SIA Norm zur Wassererwärmung wird der Bereich der möglichen Legionellengefahr zwischen 25° C bis 55° C angegeben. Entsprechend ist im hier vorliegenden Fall mit einer potentiellen Legionellen Gefährdung zu rechnen. Dies kann verhindert werden in dem das Wasser im Boiler einmal täglich eine Stunde lang auf mindestens 60° C aufgeheizt wird. Dadurch sterben allfällige Keimlinge ab. Die meisten Heizungssteuerungen haben diese sogenannte Legionellenschaltung einprogrammiert und ein zuschalten ist einfach möglich.

Bei den Ausstosszeiten von Warmwasser, also der Zeit zwischen dem vollen aufdrehend des Warmwasserhahns und dem zu Verfügung stehen von Wasser von mindestens 40° C, regelt die Norm folgendes:. Bei Warmwasserverteilsystemen ohne Warmhaltung ist eine maximale Ausstosszeit von 15 Sekunden zulässig. Wird eine Warnhaltung installiert, verringert sich die zulässige Ausstosszeit auf 10 Sekunden. Eine Ausnahme wird jedoch angefügt. Wenn beim Wasserhahn ein Durchflussbegrenzer, zum Beispiel ein Wassersparventil eingesetzt ist, dann muss die Ausstosszeit nicht eingehalten werden. Dennoch muss die Installation so ausgeführt werden, dass ohne das Sparventil die Vorgaben erreicht würden. 

Wenn Sie also das Sparventil entfernen, muss innert 10 respektive 15 Sekunden das Warmwasser da sein. Ansonsten kann dies als baulicher Mangel gerügt werden.

Kaltwassertemperatur

Aus unseren Kaltwasserleitungen fliesst Wasser mit einer Temperatur von 21 Grad. Wir spülen mit lauwarmem Wasser das Klo, wir duschen lauwarm und im Sommer ist an ein Glas kühles Hahnenwasser nicht zu denken. Vom Architekten erhielten wir die Auskunft, dass eine „Kaltwassertemperatur“ von unter 25 Grad normal sei. 

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt beim Kaltwasser Temperaturen bis max 20 °C und für das Warmwasser über 55 °C aufgrund der Gefahr von Legionellen. In der SIA Norm zur Wassererwärmung wird der Bereich der Legionellengefahr von 25 °C bis 55 °C angegeben. Aus gesundheitlicher Sicht besteht entsprechend keine Gefahr. Aus Sicht des Komforts sind solch hohe Kaltwassertemperaturen natürlich inakzeptabel.

Es ist durchaus möglich, dass sich das Wasser in den Steigleitungen an warmen Sommertagen, insbesondere wenn die Hitze im Gebäude sitzt, erwärmen kann. Spätestens wenn die gesamte Wassermenge aus der Steigleitung ausgestossen ist, sollte jedoch wieder kühles Wasser nachströmen. In der Regel wird das Wasser vom Wasserwerk mit ca. 10 °C geliefert. Um dies zu prüfen könnten Sie ja einmal die Temperatur des Wasserrohres bei der Hauseinführung messen.

Sollte das Kaltwasser über eine längere Zeitdauer solch hohe Temperaturen aufweisen, dann handelt es sicherlich um einen Planungsfehler und das Wasser wird nach der Hauseinführung z. B. durch parallellaufende Warmwasserleitungen zu sehr erwärmt. In diesem Fall ist dies dem Planer klar als Mangel anzuzeigen und durch diesen zu beheben. Dies geschieht innert der Garantiefrist von zwei Jahren mittels eingeschriebenem Brief und unter Fristansetzung bis zu welchem Zeitpunkt der Mangel zu beheben ist.

Legionellen bei ausgeschalteter Warmwasseraufbereitung

In meinem Ferienhäuschen im Tessin wird das Warmwasser mit einer Ölheizung erzeugt. Da ich nur periodisch dort bin, stellt sich mir die Frage, ab welcher Dauer es sich lohnt, die Warmwasseraufbereitung auszuschalten?

Besteht die Gefahr von Legionellen und wie kann diese verhindert werden?

Bei der Warmwasseraufbereitung lohnt es sich bereits ab drei Tagen Abwesenheit die Heizung auszuschalten. Insbesondere in den Sommermonaten werden die Ein- und Ausschaltzyklen der Heizung dadurch massiv verringert. Um auch am Anreisetag warmes Wasser zu haben, kann die Heizung mittels Fernsteuerung von zu Hause aus wieder gestartet werden.

Legionellen bilden sich bei stehendem Wasser im Temperaturbereich von 40° - 50° C. Einschlägige Normen sprechen gar von einem Potential zwischen 25° und 55°. Wenn Sie die Wassererwärmung ausschalten und die Wassertemperatur unter die Marke von 55° C fällt, besteht Gefahr, dass sich Legionellen bilden können. Beim ersten Aufheizen nach einer längeren Periode sollte deshalb das Wasser im Boiler eine Stunde lang auf mind. 60° C aufgeheizt werden. Dadurch sterben allfällige Keimlinge ab. Die meisten Heizungssteuerungen haben diese sogenannte Legionellenschaltung einprogrammiert und ein zuschalten ist einfach möglich.

Bauen & Sanieren

Feuchter Keller – was ist zu tun?

A. B. Wir haben grosse Probleme mit dem Keller in unserem Vierfamilienhaus- Neubau. Es bilden sich Wasserlachen auf dem Kellerboden und Schimmel auf Stoffbezügen. Wie hoch darf die Luftfeuchtigkeit im Keller maximal sein?

 Massgebend für die Raumkonditionen ist die Norm SIA 180 «Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden». Die neueste Version ist seit dem 1. Juli 2014 gültig. Allerdings werden in dieser Norm – wie auch in der Vorgängerversion von 1999 – lediglich Angaben für beheizte Räume gemacht. Kellerräume sind in diesem Sinne nicht definiert.

Grundsätzlich darf in einem Neubau auch bei einem Kellerraum davon ausgegangen werden, dass dieser dem Gebrauch entsprechend konditioniert ist. Das Lagern von Gegenständen sollte demnach möglich sein, ohne dass sich Schimmel bildet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in den ersten beiden Jahren von einer erhöhten Baufeuchtigkeit auszugehen ist.

Verbessert sich nach dieser Zeit die Situation nicht, ist auch für den Keller eine Teilkonditionierung vorzusehen. In der Regel reicht eine Entlüftung, die sicherstellt, dass die feuchte Raumluft kontinuierlich abgeführt wird. Dabei ist auf die nachströmende Luft zu achten. Insbesondere im Sommer kann dies dazu führen, dass nur noch mehr warmfeuchte Luft nachgeführt wird, die sich im Kellerraum abkühlt und auskondensiert. Ein zusätzlicher Wassereintrag wäre die Folge. Entsprechend sind zu sämtlichen Massnahmen Feuchtigkeitsmessungen vorzunehmen.

Hohe Balkonschwelle

Meine als rollstuhlgängig angepriesene Eigentumswohnung weist beim Ausgang zur Terrasse eine Schwelle von ca. 20 cm auf. Gibt es eine Norm oder eine Vorschrift, die besagt, wie hoch eine Schwelle sein darf? 

Schwellen zu Terrassen oder begehbaren Flachdächern müssen gemäss Baunormen einen Abstand von 12cm zur wasserführenden Schicht aufweisen. Dies verhindert das Eindringen von gestautem Wasser auf der Terrasse in den Wohnraum. Gleichzeitig besagt die SIA-Norm 500 – «Hindernisfreie Bauten», dass Schwellen maximal eine Höhendifferenz von 25mm aufweisen dürfen. Nachfolgend die relevanten Bestimmungen aus der SIA-Norm 500:

  • 3.3.2.1: Türen sind ohne Schwellen und vorzugsweise ohne Absätze auszubilden. Maximal 25 mm hohe, einseitige Türanschläge oder flachgewölbte Deckschienen sind zulässig.
  • 3.3.2.2: Bei Türen und Fenstertüren zum Aussenbereich sind aus unausweichlichen, konstruktiven Gründen Schwellen bis zu 25 mm Höhe über dem Innenund Aussenboden zulässig.

Der Planer befindet sich hier entsprechend in einem gewissen Dilemma zweier gegensätzlicher Normvorschriften. Grundsätzlich ist dieses Problem jedoch lösbar. Allerdings ist die SIA-Norm 500 nicht Gesetz und muss lediglich eingehalten werden, wenn sie zwischen den Vertragsparteien vereinbart wurde.

Beim Kauf einer Eigentumswohnung, die als behindertengerecht angepriesen wurde, können Sie jedoch davon ausgehen, dass die SIA-Norm 500 zu erfüllen ist. Ist dem so, haben Sie gute Chancen, die zu hohe Schwelle als Mangel geltend machen zu können.

Anschlussgebühren

Entstehen aufgrund einer Projektänderung Mehrkosten bei den Anschlussgebühren? Fliesst das durch die Änderung gestiegene Architektenhonorar ebenfalls in die Festsetzung der Anschlussgebühren ein?

Die Anschlussgebühren werden für die Erschliessung eines Grundstückes mittels Wasserzuleitung, Kanalisation sowie Strom erhoben. Einzelne Gemeinden werden allenfalls auch noch Anschlussgebühren für neu zu erstellende Strassenabschnitte zur Erschliessung der Parzelle erheben.

Die Höhe der Anschlussgebühren wird durch die Gemeinde definiert und ist in entsprechenden Reglementen festgehalten. Die Kosten ergeben sich z. B. aus der Anzahl Wasserverbrauchsstellen oder der Stromanschlussleistung. Die allgemeine Grundstückserschliessung dürfte über die Bausumme definiert werden. Hier sind in der Regel BKP 2, also die reinen Gebäudekosten, massgebend.

Hieraus kann geschlossen werden, dass sich die Anschlussgebühren bei einer Projektänderung lediglich im Bereich der prozentual gestiegenen Baukosten bewegen sollten. Es sei denn, anstelle eines einfachen Badezimmers wird neu eine ganze Wellnesslandschaft eingebaut, und es werden mehr Wasserbezugsstellen vorgesehen. Dann würden die Anschlussgebühren für das Wasser überproportional ansteigen.

Eine Abhängigkeit der Anschlussgebühren vom Planerhonorar ist nicht gegeben. Der Planer wird ja bereits über das höhere Honorar aufgrund der gestiegenen Bausumme entschädigt. Der Mehraufwand für die zusätzliche Meldung an die Gemeinde bezüglich der Anschlussleistungen kann nicht als Grund für eine zusätzliche Honorarsteigerung herangezogen werden.

Asbest im Haus

Beim Küchenumbau stellte der Fliessenleger fest, dass der Plattenkleber Asbest enthält. Weitere Asbestanwendungen wurden im Elektrotableau und im Badezimmer entdeckt. Das Haus wurde 1978 erbaut und 1990 durch mich gekauft. Erwachsen daraus Auflagen zur Asbestsanierung und wo sind weitere Informationen zu finden? 

Asbest ist seit 1990 in der Bauanwendung verboten. Es kann davon ausgegangen werden, dass in sämtlichen Bauten die vor 1990 erstellt oder umgebaut wurden, noch in irgendeiner Art Asbest vorhanden ist. Entsprechend wird dies auch nicht als Baumangel angesehen. Viele Eigentümer sind sich dessen jedoch gar nicht bewusst und so kann nicht einmal davon ausgegangen werden, dass Ihnen diese Tatsache beim Kauf des Hauses bewusst vorenthalten worden ist.

In der Regel stellen asbesthaltige Materialien für die Bewohnbarkeit keine Gefahr dar, insbesondere wenn es sich um festgebundenen Asbest handelt. Erst wenn Bauteile beschädigt werden oder sanierungsarbeiten anstehen, gelten spezielle Vorsichtsmassnahmen für die mit den Arbeiten betrauten Handwerker. Insofern drängt sich keine Sanierung auf. Solche sind für Privatliegenschaften auch nicht vorgeschrieben solange die Bewohner nicht gefährdet sind. Hingegen ist es gut zu wissen, wo noch Asbest vorhanden ist, so dass für ohnehin anstehende Erneuerungen die Mehrkosten für den Abbruch und die Entsorgung budgetiert werden können. Es drängt sich entsprechend kein Handeln auf einzig aus der Tatsache, dass Asbest nachgewiesen wurde.

Zusammen mit dem Verband Schweizer Elektroinstallationsfirmen (VSEI), dem BAG und der SUVA hat der HEV Schweiz einen Flyer erarbeitet, welcher es dem Eigentümer ermöglicht, eine erste Einschätzung vornehmen zu können, ob asbesthaltige Produkte in ihrer Liegenschaft vorhanden sein könnten. Mit Hilfe einer einfachen Checkliste sollen anhand von Bildern mögliche Asbestanwendungen erkannt werden. Anschliessend werden diese Materialien aufgrund ihres Zustandes und dem Ort der Verwendung auf die Gefährlichkeit hin eingestuft. Dies erlaubt es zu erkennen, ob darunter auch bestimmte Anwendungen sind, welche während der normalen Nutzung ein Risiko darstellen können. Sind solche vorhanden, sollte ein Spezialist beigezogen werden. Die SUVA führt ein Verzeichnis mit anerkannten Asbestsanierungsfirmen.

Eine solche Einschätzung reicht für die meisten Gebäude vollends aus. Eine systematische Untersuchung aller Gebäude und Materialien, die Asbest enthalten könnten, ist nicht nötig.

Lärm im Haus

Frisch eingezogen und leider schon Lärmprobleme... Wenn wir - in unseren Augen - normal leben, tönt dies beim Nachbar unten wirklich recht laut. Kann man feststellen, ob die Trittschalldämmung vom Architekten richtig berechnet und ausgeführt wurde, und könnte dieser bei Fehlern belangt werden?

Im Bereich Schallschutz massgebend ist die Norm SIA 181. Diese Norm ist verbindlich, wenn dies in der Baubewilligung durch die Gemeinde so gefordert wird oder wenn sie zwischen Ersteller und Käufer im Werkvertrag so vereinbart worden ist. 

Das nichteinhalten der Normwerte kann vielerlei Gründe haben. Nebst der vermuteten Fehlplanung durch den Architekten kann auch ein Baumangel in Frage kommen oder ein Wohnungsausbau welcher nicht der Planungsgrundlage entspricht.

Planungsfehler lassen sich aufgrund der Schalltechnischen Nachweise recht gut eruieren. Aufgrund der oft externen Kontrolle dieser Nachweise sind solche Fehler eher selten. In der Bauausführung ist der Schallschutz eine der grössten Herausforderungen. Bereits ein Steinchen welches zwischen schwimmendem Unterlagsboden und Wand eingeklemmt wird, kann die gesamten Bemühungen dieses Zimmer schalltechnisch richtig auszuführen zunichte machen.

Zusätzlich verschärfen kann sich die Problematik, wenn der Innenausbau vorwiegend mit harten Materialien wie keramischen Bodenplatten ausgeführt wird. 

Gewissheit, wie weit die Schallschutzanforderungen wirklich erreicht worden sind, gibt erst eine entsprechende Messung. Mittels eines Sendegerätes wird ein normiertes Klopfgeräusch erzeugt und im Empfangsraum die Lautstärke gemessen mit welcher das Klopfen noch zu hören ist. Ausgehend von diesen Messresultaten kann sodann die Fehlersuche beginnen. Auch hier kann ein Akustiker behilflich sein. Erst wenn die Ursache bekannt ist, kann auch über einen allfälligen Regressanspruch diskutiert werden.

Minergie mit Sauna

Wir haben eine Stockwerkeigentumswohnung in einem Haus gekauft, das nach Minergie zertifiziert werden soll. In unserer Wohnung möchten wir sowohl eine Sauna (Massivholz) als auch einen Whirlpool auf der Terrasse installieren. Wie verträgt sich das mit Minergie und was muss beachtet werden? 

Minergie ist ein reines Planungslabel welches sich, insbesondere beim normalen Minergie Standard, lediglich auf die Planungswerte im Zusammenhang mit der Baubewilligung konzentriert. Der Mieterausbau wird dadurch wenig beeinflusst. So dürfen Sie im Bereich Beleuchtung oder bei den Küchengeräten frei wählen (Ausgenommen Minergie-P). Aus Sicht Label dürften sich demnach kaum Probleme ergeben beim Einbau einer Sauna und des Whirlpools.

Bautechnisch ist die Sauna mit der Wohnungslüftung abzustimmen. Fallen nach einem Saunagang hohe Temperaturen und Feuchtigkeit in der Wohnung an, müssen diese gezielt weggelüftet werden um Bauschäden zu vermeiden. 

Aus ökologischer und ökonomischer Sicht ist die Wärmedämmung der Sauna mit dem restlichen Gebäudehüllenkonzept abzustimmen. Dies um zu vermeiden, dass die Wohnung letztlich nicht zur Hauptsache elektrisch über die Sauna beheizt wird. Für den Whirlpool stellt sich ebenfalls die Frage der Beheizung. Je nach Energiegesetz des Kantons ist für den Aussenwhirlpool lediglich eine Erwärmung mittels erneuerbarer Energien zulässig. Diese Aspekte haben jedoch nicht direkt mit Minergie zu tun sondern müssen aus bautechnischer und baurechtlicher Sicht abgeklärt werden. Hier kann Ihnen Ihr Architekt weiter helfen.

Geölt versus versiegelt

Ich habe von einem Treppenbauer eine Eichentreppe geölt bestellt. Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob diese nicht doch versiegelt wurde. Gibt es ein Testverfahren, wie man das eine oder andere nachweisen kann?

Der versiegelte Parkett wird mit einem Lack überzogen der über den Poren eine Schutzschicht bildet. Entsprechend ist die eigentliche Nutzschicht nicht mehr Holz sondern der Lack. Die Oberfläche ist glänzend. Die Versiegelung lädt sich elektrostatisch auf und zieht den Staub an.

Beim geölten Parkett dringt das Oel in die Poren ein und füllt diese auf. Im Werk wird eine „Teilölung“ vorgenommen und die Poren ca. zu 80% gefüllt. Die restlichen 20% des Oels werden nach dem Verlegen, oder bei der Treppe nach der Montage, aufgebracht. Die Oberfläche ist im Vergleich zur Versiegelung matt.

Nebst dem klassischen Oelen gibt es auch die UV-Oelung. Hierbei wird das Holz im Werk geölt und mit UV-Licht beschienen. Dadurch erhärtet die oberste Oelschicht und kommt in der Gestaltung dem versiegelten Holz gleich.

Die Unterscheidung zwischen Versiegelung und geölt ist optisch nur hinsichtlich Glanz möglich. Am ehesten kann dies mittels eines Musterstückes verglichen werden. Ein UV-geölter Boden ist beinahe nicht von einem verseigelten zu unterscheiden.

Eine definitive Bestimmung kann wohl nur durch den Fachmann mittels einer Materialprobe erfolgen.

Rissprotokoll

Neben uns entstehen zwei neue Wohnblöcke. Der planende Architekt hat uns angekündigt, dass er ein Rissprotokoll an unserem Haus aufnehmen will. Müssen wir als Nachbarn speziell etwas beachten beim Erstellen des Rissprotokolls?

Beim Rissprotokoll geht es ja darum, dass nach dem Bau der beiden Mehrfamilienhäuser die Eigentümer der umliegenden Liegenschaften nicht behaupten können, es seien aufgrund der Bautätigkeit Schäden an ihren Liegenschaften entstanden. Deshalb werden jetzt vor Baubeginn die bestehenden Risse und Bauschäden erfasst und entweder fotografisch oder in Plänen festgehalten. An gewissen Orten werden auch Gipssiegel über Risse angebracht um aufzuzeigen, ob ein Riss sich weiter ausgeweitet hat oder nicht.

In diesem Sinne handelt es sich zur Hauptsache um eine Rückversicherung für den bauenden Nachbarn. Wenn also nicht alle Risse erfasst werden, ist dies nicht zu Ihrem Nachteil. Hingegen ist es wichtig, dass die Risse genau erfasst und nicht etwa bereits grösser dargestellt werden im Rissprotokoll. Dies ist der einzige Punkt auf den Sie achten können. 

Verlangen Sie unbedingt eine Kopie des Rissprotokolls. Dadurch wissen Sie was genau festgehalten worden ist und Sie können Veränderungen während der Bauphase leichter erkennen. So könnten Sie den Bauleiter der Baustelle frühzeitig warnen, falls sich etwas an Ihrem Haus verändert und dadurch ev. grösseren Schaden vermeiden, was nicht zuletzt ja auch in Ihrem Interesse ist.

Sanierungszwang?

An der Eigentümerversammlung unserer Stockwerkeigentümergemeinschaft wurde beschlossen, Dach und Fassaden zu sanieren, letztere ohne spezielle Wärmedämmung.

Inzwischen wurde das neue Energiegesetz rechtskräftig. Kann der Staat jetzt die Eigentümer zwingen, bei Sanierungen der Fassaden eine Wärmedämmung anzubringen? 

Mit der Zustimmung zum Energiegesetz durch die Schweizer Stimmbevölkerung am 21. Mai 2017 ändert sich für die Gebäude nur sehr wenig. Nach wie vor sind im Bereich der Bau- und Energiegesetzgebung bei den Gebäuden die Kantone zuständig. Hierzu haben diese die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) ausgearbeitet, welche in den einzelnen Kantonen voraussichtlich bis spätestens 2020 umgesetzt werden sollen.

Die MuKEn sehen im Bereich der Gebäudehüllenerneuerung bisher keine Zwangsmassnahmen vor. Solange die alte Fassade in einem guten Zustand ist und lediglich gestrichen oder kleinere Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden, müssen keine energetischen Massnahmen umgesetzt werden. Sobald jedoch der Putz grossflächig erneuert wird, müssen die entsprechenden Bauteile den Anforderungen der Energievorschriften für bestehende Bauten genügen. In den meisten Kantonen liegt dieser Wärmedurchgangswiderstand bei 0.25 W/m2K. Dies entspricht, je nach bestehendem Wandaufbau, in etwa einer Dämmstärke von 14 cm die neu aufgebracht werden muss. Mit der Umsetzung der MuKEn 2014 wird sich in diesem Bereich nichts ändern.

Aktuell besteht also kein Zwang ein Bauteil zu erneuern. Wird ein solches jedoch angerührt, müssen die gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden. Allenfalls lohnt es sich dann gar noch einen Schritt weiter zu gehen um die Anforderungen für die Ausbezahlung von Fördergeldern zu erreichen.

Sicherheit

Brandgefahr bei Elektrofahrzeugen

In unserer StWEG wollen erste Eigentümer eine Ladestation für ihr Elektrofahrzeug installieren. In der Diskussion kamen Fragen zur Brandgefahr von Elektrofahrzeugen auf. Was ist beim Einrichten einer Ladestation diesbezüglich zu beachten?

Elektrischer Strom der in starker Menge durch zu klein dimensionierte Kabel fliesst, kann zu Schwellbränden führen. Insbesondere beim Schnelladen eines Elektrofahrzeuges, werden grosse Strommengen verschoben. Damit es hier nicht zu Komplikationen kommt, empfiehlt die Beratungsstelle für Brandverhütung beim Laden von Elektrofahrzeugen folgende Punkte zu beachten:

  • Vor dem Kauf eines Elektrofahrzeuges sollte eine Überprüfung der Gebäudeinfrastruktur durch eine Elektrofachfirma erfolgen.
  • Haushaltssteckdosen sind nicht für Dauerlast bei Nennstrom dimensioniert. Empfohlen ist der Einbau von CEE-Industriesteckdosen.
  • Pro Fahrzeug eine geeignete Steckdose inkl. zugehörige Schutzvorrichtung vorsehen.
  • Adapterkabel für den Anschluss an Haushaltssteckdosen nur in Ausnahmesituationen einsetzen und den Ladestrom auf 8 Ampère begrenzen.
  • Keine Verlängerungskabel verwenden wegen Erhitzungsgefahr.
  • Arbeiten an elektrischen Installationen nur durch Fachpersonal ausführen lassen.

Werden diese Hinweise beachtet, ist die Gefahr eines Kabelbrandes beim Laden des Elektrofahrzeuges verschwindend klein.

Ist ein Handlauf nötig?

Der Zugang zu unserem Mehrfamilienhaus erfolgt über eine Aussentreppe mit fünf Stufen. Links und rechts davon ist ein Wiesenbord. Eine Mieterin verlangt nun, dass wir ein Geländer installieren. Ist ein solches Pflicht?

Die SIA Norm zur Absturzsicherung sieht für Treppen ab fünf Tritten vor, dass bei diesen in der Regel ein Handlauf zu montieren ist. Bei Gebäuden mit erhöhtem  Publikumsverkehr, insbesondere von eingeschränkten und älteren Personen, ist im Allgemeinen bereits ab zwei Tritten und beidseitig ein Handlauf vorzusehen.

Für bestehende Bauten und Aussenanlagen besteht keine generelle Nachrüstpflicht. Eine solche kommt erst zum Tragen, wenn Sie Sanierungs- oder Umbauten an den entsprechenden Bauteilen vornehmen.

Die SIA-Normen sind grundsätzlich nur verbindlich, wenn sie zwischen dem Auftraggeber und dem Auftragnehmer vereinbart worden sind. Ausgenommen sind diejenigen Normen, welche in das kantonale Baugesetz Eingang gefunden haben, was insbesondere bei der SIA Norm zur Absturzsicherung in den meisten Gemeinden der Fall ist. Diese sind in jedem Fall verbindlich einzuhalten. Bei der SIA Norm 358 «Geländer und Brüstungen» dürfte dies flächendeckend der Fall sein. Einzelne Gemeinden schreiben in ihren Richtlinien zusätzliche Anforderungen für Handläufe vor. Einige Kantone haben zudem ergänzende Richtlinien zu den Absturzeinrichtungen eingeführt.

Die Fachbroschüre der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) weisst im Weiteren darauf hin, dass was für behinderte Menschen Pflicht ist, betagten Personen oder auch jungen Leuten ebenfalls dienlich sein kann. Entsprechend sollten im Sinne der Unfallprävention Handläufe angebracht werden. 

Wird ein Handlauf angebracht, sollte dieser durchgängig, ohne Unterbruch über die gesamte Treppenlänge geführt werden. Im Idealfall wird der Handlauf jeweils 30 cm waagrecht über den Anfang und das Ende der Treppe hinausgezogen.

Brandgefahr bei Photovoltaikanlage

Ich habe schon mehrere Artikel zu Photovoltaikanlagen gelesen. Ist die Brandgefahr wirklich so gross wie einem gewisse Medien glauben machen wollen?

Alle elektrischen Installationen bergen ein gewisses Gefährdungspotential bezüglich Brandentwicklung. Dies können überlastete Leitungen oder alte mit Stoff ummantelte Kabel sein, welche einen Brand verursachen. Ebenso kann es auch bei Photovoltaikanlagen durch defekte Module zu einer Überhitzung und im schlechtesten Fall zu einem Brand kommen.

Zur Verringerung dieses Risikos sollten sie die Anlage regelmässig kontrollieren und damit verbunden die Leistung der einzelnen String messen lassen. Dadurch können defekte Module frühzeitig erkannt und allenfalls ersetzt werden.

Im Brandfall muss die Feuerwehr die Anlage vom Netz trennen können. Hierzu ist ein entsprechender Hauptschalter beim Wechselrichter vorzusehen. Zudem ist beim Verlegen der Gleichstromleitung von den Photovoltaikpanelen bis zum Wechselrichter auf die Brandschutzklasse des Kabelkanals zu achten. Wird die Leitung ausserhalb des Gebäudes verlegt, sollte diese durchgehend in einem Metallrohr verlegt werden. Dies schützt die Kabel vor mechanischer Beanspruchung oder vor Nagetieren. 

Photovoltaikanlagen benötigen keine Blitzschutzanlage. Ist jedoch eine solche vorhanden, sind auch die Module an den Blitzableiter anzuschliessen.

Zur Information der Feuerwehr ist für den Brandfall bei der Hauptverteilung ein Hinweis auf die Photovoltaikanlage anzubringen. Dadurch können sich die Feuerwehrleute auf die Situation einstellen und entsprechende Vorkehrungen beim Löschen treffen.  

Brandabschnitte

Wenn ich in meinem EFH eine Einliegerwohnung abtrenne, muss dann zwischen Hauptwohnung und Einliegerwohnung ein Brandabschluss eingefügt werden? 

Mit der neuen Brandschutzverordnung welche anfangs 2015 in Kraft gesetzt wurde, wird das Einfamilienhaus als ein einziger Brandabschnitt angesehen. Dies gilt sowohl für den Heizungsraum wie auch für eine allenfalls angebaute Garage. Auch zu dieser bestehen keine Anforderungen mehr sofern diese eine Grundfläche von 150 m2, zusammen mit übrigen Nebenbauten, nicht überschreitet. Ansonsten müssen einzelne Nebenbauten untereinander einen Mindestabstand von 4 m aufweisen (BSR 15-15, Ziff. 2.3.1).

Im Fall der Einliegerwohnung wurden die Brandschutzauflagen ebenfalls gelockert. Dies als einzige Ausnahme bei Gebäuden mit mehr als einer Wohneinheit. In der Ziffer 3.7.3 der Richtlinie 15-15 wird die zugehörige Einliegerwohnung explizit als Teil des Einfamilienhauses erwähnt, welcher, wie das Untergeschoss, innerhalb desselben Brandabschnittes liegen kann.

Ein Doppeleinfamilienhaus muss bereits mit einer Brandmauer ausgerüstet werden. Ebenfalls muss ein Brandabschnitt gebildet werden wenn zwei Einfamilienhäuser durch einen gemeinsamen Nebenbau, z. B. eine Garage, miteinander verbunden sind. Im Mehrfamilienhaus sind die einzelnen Wohnungen als separate Brandabschnitte zu erstellen.

Liftsanierung

Unsere Verwaltung hat einen Antrag gestellt, die 40jährigen Lifte zu ersetzen, weil die Sicherheitsvorschriften nicht mehr erfüllt werden. Bei den Liften wurden erst vor wenigen Jahren die Seile, die Bremsen, sowie die Steuerung ausgewechselt. Bestehen Vorschriften oder Normen die ein Liftersatz vorsehen oder ist das nur eine Panikmacherei Seitens der Liftfirma oder unserer Verwaltung? 

Für die Sanierung und Aufrüstung von bestehenden Aufzugsanlagen gibt es seit 2004 die Safety Norm for Existing Lifts (SNEL resp. SIA-Norm 370.080). Diese Norm Listet 74 potentielle Gefährdungen bei bestehenden Anlagen auf.

Damit diese Norm rechtskräftige Verbindlichkeit erhält, muss sie durch die Kantone in die Baugesetzgebung aufgenommen werden. Den Kantonen obliegt es dann auch, eine Priorisierung der Gefährdungsbilder vorzunehmen und festzulegen, welche Punkte behoben werden müssen. Aktuell wird die SNEL in den Kantonen Genf, Glarus, Tessin und Zürich im Baugesetz festgehalten und umgesetzt. Dabei hat sich der Kanton Zürich auf folgende Gefährdungsbilder konzentriert:

  • Ungenügende Anhaltegenauigkeit der Aufzugskabine
  • Fehlende Kabinenabschlusstüre
  • Fehlende Notrufeinrichtung
  • Ungeeignetes Glas in Schachttüren
  • Fehlende oder unzulängliche Puffer
  • Fehlende oder ungenügende Notbeleuchtung der Kabine
  • Kritisches Verhältnis von Nutzfläche zu Nennlast.

Aus rechtlicher Sicht besteht in den anderen Kantonen im Moment kein Zwang zu einer Lifterneuerung. Bei einem Schadenfall ist jedoch davon auszugehen, dass die Gerichte sich auf die Empfehlungen der Kantone abstützen, welche die SNEL bereits umgesetzt haben. Entsprechend ist nicht auszuschliessen, dass für die oben aufgeführten Punkte ein Regressanspruch gegenüber dem Lifteigentümer vorgenommen werden könnte. 

Feuerlöscher

Seit Jahren haben wir einen Feuerlöscher in unserem Einfamilienhaus. Ist ein solcher vorgeschrieben oder kann er freiwillig beschafft werden?

Mit der neuen Brandschutzverordnung welche anfangs 2015 für die ganze Schweiz eingeführt worden ist,  entfallen für Einfamilienhäuser sämtliche Vorschriften im Bereich des Brandschutzes. Das Einfamilienhaus wird neu nicht mehr in Brandabschnitte unterteilt. Daher muss auch der Heizungsraum keinen zusätzlichen Vorgaben mehr genügen. Einzige Ausnahme bilden Objekte welche mit einer zentralen Holzheizung versehen sind. Solche Heizungen müssen innerhalb eines eigenen Brandabschnittes aufgestellt werden und bedürfen eines gemauerten Kamines. 

Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Es besteht heute also keine Verpflichtung mehr einen Feuerlöscher im Einfamilienhaus bereithalten zu müssen. Entschliessen Sie sich hingegen diesen Feuerlöscher weiterhin zu behalten, müssen Sie diesen auch unterhalten lassen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass in einem Brandfall das Gerät nicht richtig funktioniert. Auf dem Feuerlöscher ist hierzu jeweils das Ablaufdatum der letzten Revision angegeben. Bei vielen Unterhaltsfirmen kann ein Serviceabo abgeschlossen werden und der Eigentümer wird aktiv auf die nächste Wartung hingewiesen.

Brandschutztüren im bestehenden Mehrfamilienhaus

In unserem Mehrfamilienhaus sind zurzeit noch alte Wohnungstüren vorhanden die keinen brandschutztechnischen Anforderungen genügen. Müssen diese mit der revidierten Brandschutzverordnung erneuert werden?

Bestehende Bauten müssen erst bei einer Erneuerung an das aktuelle Brandschutzniveau angepasst werden. Hierzu halten die Brandschutznorm, wie bisher, in Art. 2 folgendes fest:

  1. Die Brandschutzvorschriften gelten für neu zu errichtende Bauten und Anlagen.
  2. Bestehende Bauten und Anlagen sind verhältnismässig an die Brandschutzvorschriften anzupassen, wenn:
  • Wesentliche bauliche oder betriebliche Veränderungen, Erweiterungen oder Nutzungsänderungen vorgenommen werden;
  • die Gefahr für Personen besonders gross ist.

Unter einer „wesentlichen“ Veränderung wird in der Praxis eine umfassende Gebäudeerneuerung oder eine Nutzungsänderung von einzelnen Raumeinheiten verstanden. Alsbald eine Baubewilligung notwendig wird, kann davon ausgegangen werden, dass für die betroffenen Bauteile die neuen Vorschriften hinsichtlich Brandschutz, Energie, Absturzsicherung, etc. eingehalten werden müssen.

Terrassensanierung

Als Terrassenhausbesitzer interessiert mich aus Sicht der Absturzsicherung ob es zulässig ist, Töpfe oder andere Gegenstände nahe an die Geländer zu stellen. Gibt es hierzu Vorschriften die dies regeln?

Baurechtlich wird bei einer Terrasse oder einem Balkon lediglich das Geländer kontrolliert und abgenommen. Die entsprechende SIA Norm sieht vor, dass die untersten 65 cm einer Brüstung nicht bekletterbar sein dürfen, das heisst, keine Absätze oder Öffnungen von mehr als 2 cm aufweisen auf die ein Kind stehen könnte. Bis auf eine Höhe von 75 cm dürfen keine grösseren Öffnungen als 12 cm (Durchmesser einer Kugel) vorhanden sein. Auf der Höhe von einem Meter ist mit einem Handlauf die oberste Absturzsicherung anzubringen. 

Selbstverständliche muss auch die Möblierung bei der Beurteilung der Absturzsicherung mit einbezogen werden auch wenn diese erst nach der Bauabnahme erfolgt. Spätestens bei einem Schadenfall würden die Richter dies sonst nachholen. Werden Möbelelemente oder Pflanzenkübel nahe an die Brüstung gestellt, sollten sie ebenfalls bis auf die Höhe von 65 cm nicht bekletterbar sein. Kann dies nicht gewährleistet werden, ist das Element in einem gewissen Abstand zur Brüstung zu platzieren. Dasselbe gilt für Möbel. Im Fall von beweglichen Möbeln muss an die Aufsichtspflicht der betreuenden Personen appelliert werden. Ein wachsames Auge auf die Kinder ist immer noch der beste Schutz.

Sanierungszwang?

An der Eigentümerversammlung unserer Stockwerkeigentümergemeinschaft wurde beschlossen, Dach und Fassaden zu sanieren, letztere ohne spezielle Wärmedämmung. Inzwischen wurde das neue Energiegesetz rechtskräftig. Kann der Staat jetzt die Eigentümer zwingen, bei Sanierungen der Fassaden eine Wärmedämmung anzubringen? 

Mit der Zustimmung zum Energiegesetz durch die Schweizer Stimmbevölkerung am 21. Mai 2017 ändert sich für die Gebäude nur sehr wenig. Nach wie vor sind im Bereich der Bau- und Energiegesetzgebung bei den Gebäuden die Kantone zuständig. Hierzu haben diese die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) ausgearbeitet, welche in den einzelnen Kantonen voraussichtlich bis spätestens 2020 umgesetzt werden sollen.

Die MuKEn sehen im Bereich der Gebäudehüllenerneuerung bisher keine Zwangsmassnahmen vor. Solange die alte Fassade in einem guten Zustand ist und lediglich gestrichen oder kleinere Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden, müssen keine energetischen Massnahmen umgesetzt werden. Sobald jedoch der Putz grossflächig erneuert wird, müssen die entsprechenden Bauteile den Anforderungen der Energievorschriften für bestehende Bauten genügen. In den meisten Kantonen liegt dieser Wärmedurchgangswiderstand bei 0.25 W/m2K. Dies entspricht, je nach bestehendem Wandaufbau, in etwa einer Dämmstärke von 14 cm die neu aufgebracht werden muss. Mit der Umsetzung der MuKEn 2014 wird sich in diesem Bereich nichts ändern.

Aktuell besteht also kein Zwang ein Bauteil zu erneuern. Wird ein solches jedoch angerührt, müssen die gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden. Allenfalls lohnt es sich dann gar noch einen Schritt weiter zu gehen um die Anforderungen für die Ausbezahlung von Fördergeldern zu erreichen.

Thomas Ammann, dipl. Arch. FH Ressortleiter Energie- und Bautechnik

Weitere Ratgeber zum Thema Bauen & Wohnen

https://www.hev-schweiz.ch/fileadmin/sektionen/hev-schweiz/PDFs_Dateien/Heizung_energie_Muken/190625_Heizungsersatz_MuKEn2014.pdf
https://pubdb.bfe.admin.ch/de/publication/download/10079
https://www.hev-schweiz.ch/fileadmin/sektionen/hev-schweiz/PDFs_Dateien/Heizung_energie_Muken/8059-EnergieSchweiz-Broschuere-805_160-Ersatz-Elektroheizung-D.PDF
https://www.hev-shop.ch/produkte/buecher-zeitung-3/bauen-renovieren-8/unterhalts-und-erneuerungsplanung-1-auflage-2017-97-seiten-647
https://www.energieschweiz.ch/search/de-ch/?s=energiegerecht%20sanieren