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Widerstandsfähiger Schweizer Immobilienmarkt

01.07.2026 Belma Klarer Immobilienbewerterin mit eidg. FA Schätzungsexpertin Bewertung / Expertisen, HEV Zürich

Der Schweizer Immobilienmarkt zeigt sich auch 2026 robust. Dank hoher Nachfrage, begrenzten Angebots und tiefer

Zinsen steigen die Preise für Wohneigentum weiter, wenn auch etwas moderater als bisher.

Die erste Jahreshälfte zeigt eine weiterhin positive Entwicklung auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Der stabile Markt, vor allem im Bereich der Wohnimmobilien, zeigt die sichere wirtschaftliche wie auch politische Lage der Schweiz.

Begrenztes Angebot trifft auf hohe Nachfrage

Seit Jahren kennen die Preise für Eigenheime nur eine Richtung, nämlich die nach oben. Das begrenzte Angebot trifft auf eine hohe Nachfrage, insbesondere in wirtschaftlich starken Regionen, was zu den steigenden Immobilienpreisen, besonders den steigenden Landwerten führt.

Zusätzlich begünstigt ein stabiles Zinsumfeld die hohe Nachfrage. Der hypothekarische Referenzzinssatz ist seit Herbst letzten Jahres auf seinem Tiefstand von 1,25 Prozent. Nicht nur das begrenzte Angebot, sondern auch tiefe Zinsen und die dadurch günstigen Finanzierungsbedingungen sorgen für eine hohe Nachfrage. Experten sind sich jedoch einig, dass das Preiswachstum dieses Jahr etwas schwächer ausfallen wird.

Anspruchsvolle Bedingungen für Erwerb

Im 1. Quartal 2026 haben die Transaktionspreise für Einfamilienhäuser wie auch für Eigentumswohnungen gesamtschweizerisch um je 0,4 Prozent zugelegt. Dies geht aus dem IAZI Private Real Estate Price Index für Wohneigentum hervor.

Bei den Immobilienpreisindizes der Fahrländer Partner Raumentwicklung FPRE sind die Preise für Einfamilienhäuser in der Schweiz im 1. Quartal 2026 um 1,9 Prozent gestiegen, die Preise für Eigentumswohnungen sind im Vergleich zum Vorquartal um 2,1 Prozent gestiegen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt bis zum Ende des Jahres entwickelt. Wegen des positiven Aufwärtstrends bleiben die Bedingungen für den Erwerb von Immobilien für viele anspruchsvoll (verstärkte Finanzierungsrichtlinien, hohe Eigenmittelanforderungen). Trotzdem gehen wir davon aus, dass aufgrund der stabilen Nachfrage, des begrenzten Angebots und der tiefen Zinsen die Zahlungsbereitschaft weiterhin hoch bleibt.

Hedonische Bewertungen – kostenlos vs. kostenpflichtig

Die Nachfrage nach hedonischen Bewertungen steigt kontinuierlich. Oft stellt sich bei Interessenten die Frage, weshalb für eine hedonische Bewertung eine kostenpflichtige Variante gewählt werden soll, obwohl sie auch kostenlos zur Verfügung steht. Nachfolgend werden die Unterschiede aufgezeigt.

Kostenlose hedonische Bewertungen

  • Sind sogenannte Kurzbewertungen und dienen als erste Preisindikation
  • Kurze Dateneingabe (Adresse, Baujahr, Wohnfläche, Zimmerzahl – bei EFH zusätzlich Volumen und Grundstücksfläche)
  • Durch die wenigen Angaben wird eine grobe Preisspanne berechnet
  • Dient Maklern zur Akquisition von Neukunden

Kostenpflichtige hedonische Bewertung

  • Detailliert, umfangreich, mit einem ca. 6-seitigen Bericht
  • Grosse Dateneingabe mit qualitativen Faktoren, Zustand, Parkierung, wertrelevanten Nebengebäuden, Bastelräumen etc.
  • Zusätzliche Wertkorrekturen für Baurecht, Wohnrecht, Nutzniessung oder kundenspezifisch möglich
  • Prüfung und allfällige Korrekturen der Eingaben durch einen Bewertungsexperten
  • Genauere Berechnung des Marktwertes als Unterstützung für Verkauf und Finanzierung sowie bei Nachlassregelung bzw. güterrechtlicher Einigung (die beiden Letzteren nach Einigung der Parteien bzw. gerichtlicher Akzeptanz)

Hedonische Bewertungen liegen im Trend

Mit einer hedonischen Bewertung lässt sich der Marktwert einer Immobilie schnell, kostengünstig und ohne Besichtigung ermitteln.