Während Hauptwohnungstüren meist gut gesichert sind, erweisen sich Kellerabteile und Garagen als Schwachstellen, die Einbrechende gezielt anvisieren und ausnutzen. Sie handeln pragmatisch und suchen den Weg des geringsten Widerstandes. Die Gründe liegen auf der Hand. Einerseits ist dies der geringe mechanische Widerstand: Tore von Einstellhallen stehen beim Ausladen oder nach der Ein- und Ausfahrt oft längere Zeit offen. Hauseingänge und Verbindungstüren bleiben unverschlossen, und viele Kellerabteile sind lediglich mit einfachen Vorhängeschlössern oder einsehbaren Lattenverschlägen ausgestattet. Andererseits ist dies das ungestörte Arbeiten: Da Garagen und Untergeschosse kaum einsehbar sind, kann die Täterschaft dort nach dem Eindringen ungestört und ohne Zeitdruck agieren. Umso wichtiger ist es, das Aufwands- und Entdeckungsrisiko für Einbrechende konsequent zu erhöhen.
Hinzu kommt die «Einladung durch Nachlässigkeit», sogenannte Einschleichdiebstähle. Ein kurz offenes Garagentor beim Ausladen oder ein unverschlossener Zugang zur Tiefgarage genügen oft, um unbefugten Personen Zutritt zu verschaffen.
Tipps für mehr Sicherheit
- Zugänge konsequent sichern: Hauseingänge, Keller- und Garagentore stets geschlossen halten. Nach der Garageneinfahrt kurz warten, bis sich das Tor vollständig gesenkt hat.
- Mechanischen Schutz aufrüsten: Türen und Garagentore mit geprüften Sicherheitsschlössern nachrüsten.
- Sichtschutz anbringen: Keller-Lattenverschläge blickdicht verkleiden. An Garagenfenstern Sichtschutzfolien oder Schutzgitter anbringen, um Blicke auf Wertsachen zu verhindern.
- Wertgegenstände verankern: E-Bikes, teure Fahrräder oder Maschinen auch innerhalb des Kellers oder der Garage an fest im Boden oder in der Wand verankerten Sicherungspunkten anschliessen.
- Aufmerksamkeit und Nachbarschaft: Fremde Personen im Gebäude oder auf dem Areal freundlich ansprechen. Gegenseitiges Sensibilisieren in der Hausgemeinund Nachbarschaft.
- Verdachtsmomente melden: Nicht zögern. Personenbeschreibung und Fahrzeug inkl. Kontrollschild merken. Bei verdächtigen Wahrnehmungen sollten Sie umgehend die Polizei über den Notruf 117 informieren.
Anita Stecher, Vizepräsidentin Verein Sicheres Wohnen Schweiz (SWS)
Oliver Aegeter, Projektleiter Schweizerische Kriminalprävention
