Radon
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Radon

Radon ist ein im Boden produziertes radioaktives Edelgas, das in der Uranzerfallsreihe entsteht. Radonatome können in weitere radioaktive Teilchen zerfallen, die dann in der Luft schweben. Beim Einatmen können sich diese Partikel ins Lungengewebe gelangen und sich dort ablagern. Dies kann zu Lungenkrebs führen. Um diesen Risiken vorzubeugen, wurde in der Schweiz am 1. Oktober 1994 die Strahlenschutzverordnung (StSV, SR 814.501) mit verbindlichen Grenz- und Richtwerten für die Radongaskonzentration in Kraft gesetzt. Sie hatte zum Ziel, bis ins Jahr 2014, sämtliche Gebäude so zu sanieren, dass Sie den geltenden, gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Bei Neu- und Umbauten sowie bei Sanierungen gilt ein absoluter Radon-Richtwert von 400 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3, Art. 110 Abs. 4 StSV), soweit dies mit einfachen baulichen Massnahmen erreicht werden kann. Für bestehende Wohn- und Arbeitsräume gilt ein spezifischer, über ein Jahr gemittelter Grenzwert von 1000 Bq/m3, im Arbeitsbereich ein über die monatliche Arbeitszeit gemittelter Grenzwert von 3000 Bq/m3 (Art. 110 Abs. 1 und 2 StSV).

Mit der revidierten Strahlenschutzverordnung wird per 2018 neu ein Referenzwert für Wohn- und Aufenthaltsräume von 300 Bq/m3 eingeführt. Dieser soll vor allem bei Neubauten und Renovationen berücksichtigt werden. Zurzeit sind Bund und Kantone daran die entsprechenden Handlungsanweisungen auszuarbeiten.

Potentiell betroffen von einer zu hohen Radonkonzentration sind Kellerräume und allenfalls Erdgeschosswohnungen in Radonbelasteten Gebieten. Um sicher zu gehen, kann beim Kanton ein Dosimeter bezogen werden, um über drei Monate die Belastung zu messen. Als einfachste Massnahme gegen eine zu hohe Belastung hilft regelmässiges Lüften der Räumlichkeiten.

Radonaktionsplan

Das Bundesamt für Gesundheit hat 2011 den Radonaktionsplan 2012–2020 erarbeitet. Dieser empfiehlt die schweizerischen Grenzwerte den Empfehlungen der WHO anzupassen und breit angelegte Messkampagnen durch die Kantone durchzuführen.

Dieses Vorgehen steht im Widerspruch zu den nur gerade 0.4 % der Lungenkrebstodesfälle pro Jahr (13 Todesfälle), welche alleine auf die Einwirkung von Radon zurückzuführen sind. Gezielte Messungen in Wohnungen und Arbeitsstätten in den potenziellen Risikogebieten Tessin, Teilen von Graubünden und im Jura wären hier bedeutend zielführender und volkswirtschaftlich vertretbar. Wohl auch auf Druck der Kantone, welche die Messkampagnen durchführen müssten, wurde der Aktionsplan bis heute nicht umgesetzt.