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Elektrosmog

Elektromagnetische Felder (EMF) ist die Bezeichnung für den untersten Frequenzbereich des elektromagnetischen Spektrums (0 Hz bis 300 GHz).

EMF kommen überall in unserer Umwelt vor – aus natürlicher und immer häufiger auch aus künstlicher Quelle – gewollt bei der Übertragung von Funksignalen (Hochfrequenz ab 30kHz) oder als Nebenprodukt bei der Stromversorgung von elektrischen Geräten (Niederfrequenz). Deswegen wird oft auch von Elektrosmog gesprochen. Im Gebäudebereich sind insbesondere die Geräte aber auch Elektroheizungen für die elektromagnetischen Felder verantwortlich. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass dort wo Strom fliesst, auch ein elektromagnetisches Feld vorhanden ist. Durch Transformatoren oder elektrische Vorschaltgeräte, z. B. in der Energiesparleuchte, wird dieser Effekt noch verstärkt. In der Regel werden für alle Geräte die in den Handel kommen die Normen bezüglich elektromagnetischer Strahlung eingehalten resp. erheblich unterschritten. Das Bundesamt für Gesundheit gibt dennoch Empfehlungen, welche minimalen Abstände zu elektrischen Geräten für lang besetzte Arbeits-, Aufenthalts oder Schlafplätze eingehalten werden sollten:

  • Energiesparlampe 20 cm
  • Induktionskochfeld 5 – 10 cm
  • Elektrischer Warmwasserboiler 50 cm (während Aufheizphase)
  • Elektrischer Radiator 50 cm (während Aufheizphase)
  • Einzelspeicherheizung 80 cm (während Aufheizphase)


Eine Reduktion der elektromagnetischen Strahlung kann durch die Verwendung von abgeschirmten Elektrokabeln erreicht werden. Insbesondere für Schlafzimmer können zudem Netzfreischalter in die Elektroverteilung eingebaut werden. Diese unterbrechen den Stromkreislauf einer Sicherungsgruppe alsbald kein Gerät mehr Strom benötigt. Entsprechend sind Stereoanlage oder Fernseher ganz auszuschalten um von der Netzfreischaltung profitieren zu können (Achtung Standby).

Starkstromleitungen

Für alle elektrischen Geräte und Leiter gilt ein Immissionsgrenzwert von 100 Mikrotesla welcher zwingend erreicht werden muss. Im Sinne des Vorsorgeschutzes wird für Orte mit empfindlicher Nutzung ein Anlagegrenzwert von 1 Mikrotesla vorgeschrieben. Bei Starkstromleitungen wird, je nach Anordnung der Übertragungsseile, der Anlagegrenzwert im Abstand von 60 bis 110 m erreicht. Im Nachhaltigkeitsrating für Immobilien der Universität Zürich wird ein Abstand von 180m als finanziell nachhaltig angegeben.

Photovoltaikanlagen erzeugen ebenfalls elektromagnetische Felder. Diese sind im Bereich der Paneele jedoch gering und nur bei Sonneneinstrahlung vorhanden. Hingegen ist der Wechselrichter, meist im Keller aufgestellt, gleich wie eine Elektroheizung zu behandeln.

 

 

Was sind elektrische und magnetische Felder?

Sobald ein Gerät an die Steckdose angeschlossen wird, steht es unter Spannung. Ein elektrisches Feld entsteht selbst dann, wenn das Gerät ausgeschaltet bleibt und kein Strom fliesst. Spannung bildet sich um eine ruhende elektrische Ladung und übt einen Einfluss auf geladene Teilchen in der Umgebung aus. Dieses Einflussgebiet wird Feld genannt. Die Stärke des elektrischen Feldes wird in Volt pro Meter gemessen (V/m).

Zusätzlich zu einem elektrischen Feld wird ein magnetisches Feld erzeugt, wenn Strom fliesst. Das magnetische Feld hängt von der Strommenge ab, die über die Leitung transportiert wird. Die Stärke des magnetischen Feldes wird in Mikrotesla (μT) gemessen, also dem millionsten Teil eines Tesla.

Quelle: Elektrische und Magnetische Felder, Swissgrid Mai 2015

Weitere Informationen

 zu elektromagnetischen Feldern sind beim Bundesamt für Gesundheit  oder beim Bundesamt für Umwelt  zu finden.