Tipp des Monats

Zum Entdecken: Treviso

In Norditalien gedeiht er seit Langem in vielen Hausgärten, in der Schweiz ist er noch eher selten anzutreffen: der Zichoriensalat mit dem schönen Namen «Treviso». Er ist botanisch verwandt mit Zuckerhut, Cicorino rosso und Chicorée und hat von all seinen Verwandten etwas: vom Chicorée die kompakte, länglich-ovale Form, vom Cicorino rosso die tiefrote Farbe und vom Zuckerhut die lange Haltbarkeit. Treviso kann im Juni direkt ins Beet gesät werden. Die Setzlinge später pikieren, sie sollten im Abstand von 30×30cm stehen. Von der Pflanzung bis zur Ernte ist mit rund 90 Tagen zu rechnen. Die Köpfe werden etwa 20cm lang. Wenn sie gut ausgereift sind, lassen sie sich bis weit in den Winter hinein lagern.

Es blüht im Halbschatten

Nicht alle haben eine Terrasse in Südlage, die von morgens bis abends viel Sonne abbekommt. Glücklicherweise gibt es auch Sommerblumen für halbschattige Plätze. Ihnen genügen vier Sonnenstunden pro Tag. Die meisten Halbschatten-Stars vertragen zudem die Morgen- und Abendsonne besser als die starke Mittagssonne. Fuchsien und Fleissige Lieschen sind beliebte Kandidaten, genauso wie der üppige Dauerblüher Männertreu (Lobelia erinus) und die anspruchslose Begonie, die es in vielen Sorten gibt. Ebenfalls geeignet sind Elfensporn (Diascia-Hybriden), Hängeverbenen (Verbena) und Vanilleblume (Heliotropium arborescens), die Sonne und lichtreichen Schatten gleichermassen gut vertragen. Letztere zieht mit ihren zart duftenden Blüten zahlreiche Schmetterlinge an. Die wärmeliebende Torenie (Torenia fournieri, Bild) fällt durch ihre dekorativen Blüten auf und eignet sich auch gut für die Ampelpflanzung.

Weniger, dafür grössere Früchte

Erfahrene Gärtner wissen: Wenn zahlreiche junge Früchte vorzeitig von den Apfel- oder Birnbäumen fallen, dann führt dies auf natürliche Weise zu einer erwünschten Ausdünnung. Ein zu hoher Fruchtansatz hat zwar eine hohe Zahl von Früchten zur Folge, diese bleiben jedoch eher klein und sind schlecht ernährt. Gleichzeitig wirkt das Ausdünnen der Alternanz entgegen, also dem Effekt, dass der Baum in einem Jahr überreich und im Folgejahr kaum Früchte trägt. Vielfach lohnt es sich sogar, den natürlichen Juni-Fruchtfall noch zu verstärken. Am besten gelingt dies, indem man Stamm und Äste kräftig schüttelt. Noch besser ist es, wenn man bei den Fruchtbüscheln die kleineren Ansätze abzwickt und jeweils nur die ein oder zwei kräftigsten belässt. Verabreicht man anschliessend gleich noch eine stickstoffbetonte Düngung, dann können sich die erbliebenen Früchtchen optimal weiterentwickeln.

Wildrosen im Ziergarten

Wildrosen sind nicht nur attraktiv, sondern sie fördern auch die ­Bio­diversität im eigenen Garten. Besonders duftende Arten ziehen ­Bienen und andere Insekten an. Dazu gehören zum Beispiel die weisse Büschelrose (Rosa multiflora, Bild), die rosafarbene Wein-Rose (R. rubiginosa) und die Kartoffel-Rose (R. rugosa) mit dunkelrosa Blüten. Auch Wildrosen mit wenig Duft sind ökologisch wertvoll, denn sie bieten einen Rückzugsort für Vögel und andere Kleintiere. Von den schwach duftenden Wildrosen gibt es einige besonders dekorative Arten: Die in der Schweiz vorkommende Bereifte Rose (R. glauca) bietet nebst der zartrosa Blüte eine rotblaue Belaubung. Ein Blickfang ist die Chinesische Goldrose (R. hugonis). Sie blüht bereits im Mai und erfreut mit gelben Blüten, was bei heimischen Rosen nicht vorkommt. Weitere in der Schweiz heimische Arten sind etwa die Apfel-Rose (R. villosa) oder die Essig-Rose (R. gallica). Letztere verträgt, im Unterschied zu den anderen Arten, auch einen eher schattigen Platz.

Text und Fotos Ruth Schläppi