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Gründer von Igel-Hilfe Schweiz: «Der Igel ist vom Aussterben bedroht»

Die nachtaktiven Igel leben meist unbemerkt mitten unter uns – in wilden Gärten, an Dorfrändern oder in Parks. Doch durch zunehmende Bebauung und menschliche Eingriffe sind sie immer stärker bedroht: Strassenverkehr, Mähroboter, Gifte, Gartenzäune und Parasiten fordern viele Opfer. Verletzte Igel brauchen dringend fachkundige Hilfe, doch geeignete Anlaufstellen sind rar, Tierärzte oft überfordert – und die Behandlung kann schnell teuer werden. Der Gründer und Geschäftsleiter, Piet Umiker hat sich vollumfänglich dem Tierschutz verschrieben und gibt einen spannenden Einblick in seinen Alltag.

Sarah Müller: Seit 2024 ist der Igel in der Schweiz als bedrohte Tierart gelistet. In den letzten zehn Jahren ging die Igelpopulation um mehr als 45 Prozent zurück. Was sind die Gründe?

Piet Umiker: Unser Siedlungsgebiet hat sich in den letzten Jahren stark erweitert. Es gibt kaum mehr unbewohnte oder unbewirtschaftete Flächen in der Schweiz. Damit ist auch der Lebensraum für heimische Wildtiere geschrumpft. Viele Tierarten haben gelernt, den verbleibenden Platz mit Menschen zu teilen. Einige profitieren davon, wie beispielsweise der Fuchs, aber leider birgt dieses Zusammenleben auch viele Gefahren – vor allem für den Igel.

Sarah Müller: Zum Beispiel?

Piet Umiker: Wo Menschen wohnen wollen, wird Infrastruktur gebaut. Entsprechend nahm der Autoverkehr in den letzten Jahren massiv zu. Viele Igel sterben beim Versuch, eine viel befahrene Strasse zu überqueren. Aber auch die gepflegten Gärten machen dem stacheligen Wildtier zu schaffen. Monokulturen und Pestizide in der Landwirtschaft belasten unsere Umwelt und führen zu einem Rückgang der Biodiversität.

Sarah Müller: Inwiefern leiden Igel darunter?

Piet Umiker: Igel ernähren sich von Insekten, Käfern, Larven und im Notfall auch von Schnecken und Würmern. Je grösser das Angebot, desto besser. Doch leider ist aktuell das Gegenteil der Fall. Die Artenvielfalt bei Insekten nimmt stetig ab, was auch unsere Wildtiere in Bedrängnis bringt: Ihnen fehlt schlicht die Nahrung. Deshalb ist es so wichtig, dass Hauseigentümer, die einen Garten besitzen, diesen so igelfreundlich wie möglich gestalten. Sie können einen wichtigen Beitrag leisten, um die bedrohte Tierart vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Sarah Müller: Wie sieht ein igelfreundlicher Garten aus?

Piet Umiker: Igel mögen etwas Unordnung im Garten - Laubhaufen, Unterholz sowie Versteckmöglichkeiten. Es wäre sehr wichtig dem Igel Nistplätze anzubieten.  Zum Beispiel, indem man natürliche Hecken, statt Sichtschutzwände aus Beton verwendet oder Laubhaufen im Herbst liegen lässt. Andererseits sollte man sich für einheimische Pflanzen entscheiden, die für Insekten attraktiv sind und darauf verzichten, Pestizide wie Schneckenkörner oder Dünger zu verwenden. Beides kann auch für Igel tödlich enden. Aber das ist nicht die einzige Falle, die dem nachtaktiven Wildtier in privaten Gärten begegnet. Ein tierfreundlicher Garten kann Leben retten. 

Sarah Müller: Jetzt bin ich gespannt. Worauf sollten Gartenbesitzer ein besonderes Auge haben?

Piet Umiker: Besonders Rasenroboter, die in der Dämmerung oder nachts in Betrieb sind, fügen dem kleinen Wildtier schreckliche Verletzungen zu. Auch ungesicherte Schächte und grossmaschige Vogelnetze entpuppen sich oft als Todesfallen für Igel, da sie sich ohne fremde Hilfe nicht befreien können. Auf unserer Igelstation pflegen wir jedes Jahr unzählige Tiere, die eines dieser tragischen Schicksale erlitten haben. Solche Fälle berühren mich zutiefst. Vor allem, wenn wir die Tiere nach ihrer Genesung wieder in die Natur entlassen können. Diese Momente sind der Grund, warum ich mich für den Tierschutz, vor allem für den Erhalt der Igelpopulation engagiere.

Sarah Müller: Sie haben den Verein Igel-Hilfe Schweiz 2021 ins Leben gerufen. Wie kam die Idee einer Pflegeeinrichtung für Igel zustande?

Piet Umiker: Bereits kurz nach der Gründung haben mein engagiertes Team und ich gemerkt, dass wir Igeln nicht so helfen können, wie wir eigentlich wollen: professionell und nachhaltig. In der Schweiz gibt es kaum noch Stationen, die den hohen Standards des Veterinäramts genügen. Dort bekommen kranke oder schwerverletzte Igel nicht die Betreuung, die sie für ihre Genesung brauchen. Unser Angebot sollte diese Lücke schliessen. Ähnlich war es bei der Hotline für Igel-Notfälle.

Sarah Müller: Es gab kein Angebot, also haben Sie es in die eigenen Hände genommen?

Piet Umiker: Genau. Unser Anliegen ist es, möglichst viele Igel zu retten und damit die bedrohte Tierart vor dem Aussterben zu bewahren. Dank unserer Hotline können wir rasch und einfach Hilfe leisten, indem wir Menschen Tipps im Umgang mit einem kranken oder verletzten Igel geben oder einfach nur Fragen dazu beantworten können. Dass jeden Tag besorgte Bürger bei uns anrufen, beweist, wie wertvoll diese Dienstleistung ist.

Sarah Müller: Mit welchen Herausforderungen sind Sie und Ihr Team konfrontiert?

Piet Umiker: Besonders ressourcenintensiv ist die Rettung und Pflege von verwaisten Igelsäuglingen. Die hilflosen Tierkinder benötigen intensive Sonderbehandlungen, um zu überleben. Glücklicherweise können wir dabei auf speziell ausgebildete Wildtierpfleger zählen, die sich um solche Baby-Patienten kümmern und ihnen die benötigte Nahrung und Wärme bieten. Das kann sehr viel Zeit beanspruchen: Ein Igelsäugling muss anfänglich alle zwei Stunden gefüttert werden. Dank uns erhalten sie eine zweite Chance. Doch dies ist lediglich ein Bruchteil dessen, was wir tagtäglich tun, um den Igeln in der Schweiz eine Perspektive zu ermöglichen.

Sarah Müller: Gutes Stichwort. Wie finanziert sich Ihre wichtige Arbeit?

Piet Umiker: Als gemeinnützige Organisation sind wir nicht gewinnorientiert, erhalten aber auch keine Unterstützung vom Staat. Glücklicherweise haben wir viele erfahrene und engagierte Igelfreunde hinter uns, die uns tatkräftig unterstützen. Ohne Freiwillige wäre es unmöglich, verwaiste Igelbabys beim Aufwachsen zu begleiten oder verletzte Igel notfallmässig zum Tierarzt zu bringen. Doch all dies hat enorme Kosten zur Folge. Wir kämpfen ständig mit Finanzierungsproblemen. Tierliebe Privatpersonen greifen uns jeweils unter die Arme - ein Segen für uns. Dank ihrer grosszügigen Spenden konnten wir letztes Jahr über 540 Igeln das Leben retten – davon waren über 150 Jungigel. Damit sie eine Zukunft haben, fliesst viel unserer Energie in die Aufklärung der Gesellschaft über Tier- und Naturschutz.

Sarah Müller: Wie sieht diese Aufklärung konkret aus?

Piet Umiker: Zum einen besuchen uns Schulen oder andere Bildungsinstitutionen. Aufklärung beginnt bei den Kleinsten! Deshalb haben wir eigene Schulungsunterlagen entwickelt. Bereits über 300 Kindern durften wir artgerechten Igelschutz näher bringen. Zum anderen begrüssen wir auch immer wieder interessierte Privatpersonen bei uns auf der Station. Vergangenes Jahr konnten wir dadurch rund 300 Schulkindern sowie 370 Erwachsenen Einblick in unsere Arbeit ermöglichen. Dadurch stärken wir den Tierschutz in der Schweiz und helfen dabei, den Schutz von Igeln auch den nächsten Generationen ans Herz zu legen.

Sarah Müller: Was möchten Sie unseren Lesern noch mit auf den Weg geben? 

Piet Umiker: Ich möchte die Leser ermutigen, sich über die Bedürfnisse der heimischen Igeln zu informieren und unter www.igel-hilfe. ch aktiv zu werden. Jeder kann einen Beitrag leisten - sei es durch kleine Anpassungen im eigenen Garten oder durch die Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen, wie dem Verein Igel-Hilfe Schweiz. Zusammen können wir dazu beitragen, die Natur und ihre Bewohner zu erhalten und zu schützen. Denn Tierschutz geht uns alle an.


Advertorials sind eine Dienstleistung der Fachmedien, Zürichsee Werbe AG. Sie stellen keine Empfehlung des HEV Schweiz dar.

Igel gefunden? 
Unser ganzes Team steht Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Umfassende Igelkunde-Broschüren oder Kinderprospekte können gerne per Mail oder telefonisch bestellt werden. So finden Sie uns:

Verein+ lgelstation Igel-Hilfe Schweiz
Grienackerweg 3
5013 Niedergösgen
Tel. 056 552 16 02
info(at)igel-hilfe.ch
www.igel-hilfe.ch 
Bürozeiten: Montag-Freitag 10-12 Uhr

Danke für Ihr Interesse am Wildtier Igel.

Wenn auch Ihnen Igel am Herzen liegen, nehmen wir gerne Unterstützungen/ Spenden entgegen.

Gerne per TWINT:

oder per Postüberweisung:
CH110900 0000 1581 8871 2
Verein Igel-Hilfe Schweiz
Grienackerweg 3
5013 Niedergösgen

Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam unseren Stachelrittern beistehen können und uns auch weiterhin ab ihrem Dasein erfreuen können. Vielen Dank!

Stimme aus der Igelstation:

Stimme aus der Igelstation:

Laura Sandmeier, Leiterin Igelstation Verein Igel-Hilfe Schweiz: 
«Die Igelstation betreut mit viel Herzblut verletzte oder kranke Igel. Es braucht viel Fachwissen, damit unsere Igelpatienten die richtige Pflege oder Medikation bekommen. Bei uns erhält jeder einzelne Stachelzwerg die bestmögliche Chance auf ein gesundes Leben in Freiheit. Auch unsere Biodiversitätsprojekte sind von grosser Bedeutung, damit die Igelpopulation in der Schweiz wieder ansteigt.»

Bild: Laura Sandmeier und das engagierte Team der Igelstation kümmern sich liebevoll um jeden einzelnen Igel der den Weg zu ihnen findet.