• Zecken!

Zecken!

19.05.2020

Meine Kollegin benutzt Kokosöl als Zeckenschutz für ihren Hund und die Katze. Hilft das wirklich?

Die meisten Tierhalter kennen die sogenannten Spoton- Mittel, die den Tieren direkt in den Nacken und auf den Schwanzansatz geträufelt werden. Manchmal kommen auch Antiparasitenhalsbänder zum Einsatz. All diese Produkte enthalten Nervengifte und versprechen eine Wirkung von 2 – 4 Wochen. Das heisst, die Tiere werden in kurzen Abständen mit toxischen Substanzen beträufelt, die sich mit der Lipidschicht der Haut verbinden und so auch in den Körper gelangen können. Entsprechend genau muss die Dosierung eingehalten werden, sonst kann es vor allem bei kleinen Vierbeinern zu Vergiftungserscheinungen kommen. Auch sonst ist ein verantwortungsvoller Umgang wichtig. Dazu gehört das Händewaschen nach dem Auftragen, und – bei mehreren Tieren im Haushalt – muss darauf geachtet werden, dass sie sich das Gift nicht gegenseitig ablecken. Es gibt immer wieder Vierbeiner, die mit mehr oder weniger starken Nebenwirkungen zu kämpfen haben (Übelkeit, Erbrechen oder starker Juckreiz).

Es ist verständlich, dass immer mehr Tierhalter nach einer natürlichen Alternative zu den giftigen Zeckenmitteln suchen. Davon gibt es inzwischen viele. Was diese Mittel wirklich leisten, ist schwierig zu sagen. Es gibt kaum Studien darüber, die einen wissenschaftlichen Wert haben. Was bedeutet, dass man bei diesen Mitteln auf Erfahrungswerte zurückgreifen muss. Zu diesen Alternativen gehört auch das Kokosöl. Die darin enthaltene Laurinsäure scheinen Zecken nicht zu mögen. Damit es aber wirkt, sollten die Tiere jeden Tag mit einer kleinen Portion eingerieben werden, was bei langhaarigen Rassen eine Herausforderung sein kann. Sehr gute Erfahrungen wurden auch mit Schwarzkümmelöl, EM-Keramik und Cistus incanus gemacht.

Egal, wofür Sie sich entscheiden: Wichtig ist es, das Tier nach dem Auslauf auf Zecken zu kontrollieren. Mit einem Kleiderroller geht das sehr gut: Beim «Abrollen» bleiben die Zecken einfach kleben.

Text Heidi Randegger, www.mensch-und-tier-im-glueck.ch