• Wohnen im Alter – in den eigenen vier Wänden

Wohnen im Alter – in den eigenen vier Wänden

01.09.2018

Wohnrente – Erhöhung des Einkommens im Alter dank Immobilienbesitz.

Viele Personen im Rentenalter haben dasselbe Problem; sie würden gerne erspartes Geld für Reisen, Anschaffungen oder für gepflegtes auswärtiges Essen ausgeben, haben aber ihr Kapital in einer Immobilie blockiert. Das noch grössere Problem entsteht, wenn die Bank wegen der Prüfung der Tragbarkeit Amortisationen verlangt oder wenn innerhalb einer Stockwerkeigentümergemeinschaft grosse Renovationen beschlossen werden. Bei kinderlosen Immobilienbesitzern stellt sich zudem die Frage, was mit der Liegenschaft nach dem eigenen Ableben passiert. Eine Lösung findet sich im Wohnrentenmodell.

Das Wohnrentenmodell

Beim Wohnrentenmodell verkaufen Immobilienbesitzer ihre Liegenschaft an den Wohnrentengeber und behalten ein lebenslängliches Nutzniessungsrecht, das im Grundbuch eingetragen wird. Auf der Basis des investierten Eigenkapitals und der statistischen Lebenserwartung wird eine Rente berechnet, die monatlich ausgeschüttet wird – und zwar lebenslänglich; eine Alters-Obergrenze gibt es dabei nicht. Auf diese Weise kann der Erlös aus einer Liegenschaft bei Erreichen eines hohen Alters wesentlich höher sein, als wenn die Liegenschaft verkauft worden wäre.

Das Nutzniessungsrecht und die «Wohnrente» können auch für Paare vereinbart werden; diesfalls berechnet sich die Wohnrente auf der Basis derjenigen Person, die die höhere Lebenserwartung hat, zuzüglich eines Jahres als Zuschlag für die zweite Person.

Will der Wohnrentner das Haus oder die Wohnung im Alter dennoch verlassen, kann er aufgrund des eingeräumten Nutzniessungsrechts das Objekt vermieten und damit neben der Wohnrente zusätzliche Erträge generieren, was angesichts der hohen Kosten der Alterspflege sehr nützlich sein kann.

Der Wohnrentenvertrag eignet sich auch für kinderlose Besitzer von Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeliegenschaften. Die Mieteinnahmen gehen wie bis anhin an den Besitzer; da er darüber hinaus auch noch eine Wohnrente erhält, kann er die Rendite auf seinem Objekt massiv steigern, zumal die Wohnrente mehrere tausend Franken betragen kann.

Als Sicherheit für die zugesicherte Wohnrente erhalten die Wohnrentner im Grundbuch eingetragene Schuldbriefe auf die eigene Liegenschaft, und zwar in der Höhe des Eigenkapitals, das der Berechnung der Rente als Basis dient.

Das Wohnrentensystem ist im Grundsatz die Umkehr einer Altersversicherung bei der Pensionskasse. Während man bei der Pensionskasse während des Erwerbslebens regelmässig Beiträge einzahlt und im Rentenalter eine auf einem Umwandlungssatz basierende Rente erhält, ist es bei der Wohnrente genau umgekehrt; man erhält eine Rente und beim Ableben tritt man als Gegenleistung das Haus / die Wohnung an den Wohnrentengeber ab. Das mittels Wohnrente amortisierte Eigenkapital ergibt einen Ertrag, der je nach Alter zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses einem Umwandlungssatz von zwischen 3 und 6,5 Prozent entsprechen kann. 

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