• Verbrennen von Holz – was ist erlaubt?

Verbrennen von Holz – was ist erlaubt?

25.04.2019 Thomas Ammann, Ressortleiter Energie- und Bautechnik beim HEV Schweiz

Manch ein Cheminée wurde im vergangenen Winter eingefeuert, in zahlreichen Holzspeicheröfen dürften Flammen gelodert haben. Beim heimeligen Holzofenfeuer stellt sich jedoch bald die Frage, welches Holz darf überhaupt verbrannt werden?

Holz ist ein CO2-neutraler und nachwachsender Rohstoff. Über lange Zeit der Menschheitsgeschichte war er der einzige Energieträger der zum Heizen und Kochen zu Verfügung stand. Wenn auch in den Hintergrund gedrängt, kann Holz heute immer noch vielfältig als Brennmaterial eingesetzt werden. Sei dies in Stückholz- oder Pelletheizungen, die ein Haus zentral heizen oder in der Übergangszeit und als punktuelle Unterstützung in einzelnen Räumen mittels Holzspeicheröfen.

Holz ist jedoch nicht Holz und es stellt sich schnell die Frage, welche Holzarten dürfen wo verbrannt werden. Hierzu teilt die Luftreinhalteverordnung des Bundes (LRV) Holz in verschiedene Kategorien ein.

Überall verwendet werden darf naturbelassenes Holz. Darunter fallen Scheitholz, Reisig, Zapfen, Briketts, Pellets und Hackschnitzel. Auch Späne, Sägemehl oder Rinde aus Sägereien fallen darunter. In kleinen Öfen und Chemniées darf nur dieses Holz verbrannt werden.

Die nächste Kategorie umfasst sogenanntes Restholz. Hiermit ist Holz aus der holzverarbeitenden Industrie welches noch nicht verwendet wurde, gemeint. Nebst naturbelassen Holzresten können in dieser Gruppe auch lackierte oder verleimte Stücke wie Spanplatten verbrannt werden. Damit sichergestellt ist, dass von den holzfremden Substanzen keine kritischen Emissionen ausgehen, ist eine gute Verbrennung unumgänglich. Eine solche ist deshalb lediglich in messpflichtigen Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung (FWL) von mindestens 40 kW zulässig.

Altholz ist die Bezeichnung für gebrauchtes Holz aus Gebäudeabbrüchen oder Umbauten, von Baustellen, Möbeln oder Holzpaletten. Diese Hölzer dürfen einzig in Altholzfeuerungen mit entsprechenden Emissionsgrenzwerten und einer Leistung ab 350 kW verbrannt werden.

Von dieser Kategorie Altholz ausgenommen wurden Zaunpfähle, Bohnenstangen und weitere Gegenstände aus Massivholz, die im Garten oder in der Landwirtschaft eingesetzt wurden sowie Einwegpaletten aus Massivholz, sofern artfremdes Material wie Nägel entfernt worden ist.

Entsprechend darf in Feuerungsanlagen über 40 kW, wie sie bei grösseren Mehrfamilienhäusern oder in Nahwärmeverbünden vorkommen, verschiedenstes Restholz verbrannt werden. Dies ermöglicht holzverarbeitenden Betrieben ihre Abfälle direkt thermisch zu nutzen. Bei den kleineren Anlagen ist der Brennstoff auf naturbelassenes Holz begrenzt. Zur Kontrolle des verbrannten Holzes sehen einige Kantone Aschenkontrollen vor. Diese Proben werden auf die Zusammensetzung hin untersucht und dadurch nachgewiesen, in wie weit das verbrannte Holz den einzelnen Kategorien entspricht.