• Steuerliche Abzugsfähigkeit von Investitionen in Energiesparen und Umweltschutz

Steuerliche Abzugsfähigkeit von Investitionen in Energiesparen und Umweltschutz

01.10.2021 aNR HANS EGLOFF Präsident HEV Schweiz

Wer heute eine Immobilie kauft, plant und baut diese in vielen Fällen nicht selbst, sondern kauft das bereits geplante und sich oft schon im Bau befindliche Objekt bereits «fertig». Allfällige (energetische) Änderungswünsche können in diesem Stadium häufig nicht mehr oder nur in Verbindung mit hohen Kosten realisiert werden. Wer bei einer solchen Immobilie nach Fertigstellung noch in eine energetische Massnahme – z. B. die Installation einer Solaranlage – investiert, ist sich der steuerlichen Problematik oft nicht bewusst.

Die Liegenschaftskostenverordnung regelt die Abzüge von Kosten im Zusammenhang mit Liegenschaften im Privatvermögen bei der direkten Bundessteuer. Sie sieht vor, dass die Kosten von Massnahmen, die zur rationellen Energieverwendung oder zur Nutzung erneuerbarer Energien beitragen, steuerlich bei der Einkommenssteuer in Abzug gebracht werden können. Dies aber nur dann, wenn sich diese Massnahmen auf den Ersatz veralteter und die erstmalige Anbringung neuer Bauteile oder Installationen in bestehenden Gebäuden beziehen.

Unterschiedliche kantonale Praxis erschwert die Planung

Die Frist, ab wann ein Gebäude als «bestehend» und damit nicht mehr als Neubau gilt, ist nicht in der Verordnung definiert und wird kantonal nicht einheitlich angewendet – in der Praxis hat sich eine Frist von fünf Jahren eingebürgert. Das erschwert die Planungssicherheit für Neueigentümer. Nicht selten wird aus finanziellen Gründen auf die Installation verzichtet oder die Investition mindestens bis zum Ablauf der fünfjährigen Frist vertagt, um dann den steuerlichen Abzug nutzen zu können. Denn ansonsten können die Kosten als wertvermehrende Investition erst im Falle einer Veräusserung bei der Grundstückgewinnsteuer geltend gemacht werden. Dies sorgt bei den Eigentümern für administrativen Aufwand, weil die entsprechenden Unterlagen teilweise über Jahrzehnte hinweg aufbewahrt werden müssen, um den Anspruch nicht zu verlieren. Die Motion «Verkürzung der Frist zur Abgrenzung von Neubauten zu bestehenden Bauten bezüglich steuerlicher Abzugsfähigkeit von Investitionen, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen» will dieses Problem nun angehen. Der von mir klar unterstützte Vorstoss fordert, dass die Frist zur Abgrenzung von Neubauten zu bestehenden Bauten einheitlich festgelegt und dabei vor allem verkürzt werden soll. Ziel ist es, Neueigentümern Planungssicherheit und damit auch einen Anreiz für energetische Sanierungen zu geben.

Erfreulicherweise teilten sowohl der Stände- als auch der Nationalrat diese Meinung und unterstützten den Vorstoss anlässlich der Beratungen im Parlament. Auch der Bundesrat hiess die Motion gut. Nun hoffe ich, dass die entsprechenden rechtlichen Änderungen zeitnah umgesetzt werden.