• Sprudeln unter freiem Himmel

Sprudeln unter freiem Himmel

15.11.2018 Yvonne Lemmer, HEV Schweiz

Whirlpools – Barfuss und nur mit Bademantel bekleidet hinaus in den winterlichen Garten tappen, die eiskalte Luft einatmen und... eintauchen! Aussen-Whirlpools eignen sich für Romantiker wie auch für Entspannungssuchende. Das sollten beide vor dem Kauf wissen.

Schwimmbad oder Whirlpool? Dass es sich nicht um dasselbe handelt, ist klar. Auch die jeweiligen Käufer ticken unterschiedlich. «Die meisten Leute, die sich einen Whirlpool kaufen, möchten sich etwas Gutes tun und relaxen», sagt Ueli Achermann, Geschäftsleiter von Vita Bad AG. Während der Swimmingpool- Besitzer vor allem Bewegung und Spass für sich und die Familie suche, handle es sich beim Whirlpool-Typen eher um den gemütlichen Geniesser. Dieser lockert nach einem Spaziergang seine Muskeln im Sprudelbad oder verbringt auch mal einen Abend gesellig mit Freunden im Wasser bei einem Cüpli.

«Gerade jetzt, im Herbst und Winter, sind Aussen-Whirlpools sehr gefragt », sagt Ueli Achermann. Fallen noch Schneeflocken vom Himmel, wird es besonders gemütlich. Bei der Wassertemperatur rät der Fachmann, diese im Winter auf 38 Grad einzustellen, damit man beim Baden ein bisschen überhitzt. Der Ausstieg aus dem Jacuzzi an die frische Luft fällt so leichter.

Bevor jedoch im eigenen Aussen- Whirlpool entspannt werden kann, sind folgende Abklärungen wichtig:

Standort bestimmen

Wo im Garten soll der Whirlpool stehen? Platzieren lässt er sich eigentlich überall – eine geschützte Ecke im Garten ist ebenso eine gute Idee wie ein Standort in der Nähe des Hauses. Befindet sich der Whirlpool in Gebäudenähe, erübrigt sich das Anlegen eines Leitungsgrabens für den Stromanschluss. Ein solcher wäre notwendig, wenn man den Whirlpool zuhinterst im Garten platziert. Das Sprudelbad ist nämlich das ganze Jahr über am Strom angeschlossen – auch bei Nichtbenutzung. Das Wasser wird ständig aufgeheizt und filtriert, damit es bei Benutzung warm und sauber bereitsteht. Je nach Ausstattung benötigt ein Whirlpool eine Steckdose mit 220 oder 380 Volt.

Ob eine Baubewilligung erforderlich ist, hängt gemäss HEV-Jurist Thomas Oberle von der Grösse des Whirlpools und vom kantonalen Bau- und Planungsrecht ab. Deshalb empfiehlt es sich, vor dem Kauf eines Whirlpools – der vielleicht noch durch einen Sichtschutz ergänzt wird – mit dem Bauamt der Gemeinde abzuklären, ob es allenfalls eine Bewilligung dafür braucht.

Nutzlast der Terrasse prüfen

Findet der Jacuzzi auf einer Terrasse Platz, muss die Nutzlast beachtet werden, weiss Mauro Navone, Geschäftsführer von Aqua-Nova Schwimmbad & Wellness AG. «Bei einem Neubau plant man den Terrassen- Whirlpool gleich zusammen mit dem Architekten ein, damit die Nutzlast sicher nicht überschritten wird», sagt er. Bei bestehenden Gebäuden müsse geklärt werden, ob das Gewicht des Whirlpools inklusive Wasser nicht zu schwer für die Terrasse werde.

Materialien, Düsen und Zubehör

Über die Ausstattung kann sich der zukünftige Whirlpool-Besitzer wohl die meisten Gedanken machen. Beim Material hat er die Wahl zwischen Kunststoff, Edelstahl oder neuerdings auch Sichtbeton. «Achten sollte man beim Kauf auf den Isolationsfaktor des Modells und Materials », sagt Ueli Achermann von Vita Bad. Ist der Jacuzzi schlecht isoliert, risikiere man hohe Heizkosten. Auch bei den Liegen, Sitzflächen und Düsen ist die Auswahl gross. Luftsprudel sorgen für das Blubbern, ergonomisch platzierte Massagedüsen für die Lockerung der Muskeln.

Auch Zubehör wie Treppe, Nackenkissen, Abdeckung oder Musikboxen können dazugekauft werden. Bei teureren Modellen gehören diese Gadgets teilweise schon dazu.

Kostenüberlegungen

 Material- und Düsenart sowie Zubehör sind für den Preis entscheidend. Ein Kunststoff-Whirlpool ist günstiger als eine Edelstahl-Ausführung. Doch schon bei der Kunststoff- Variante gibt es grosse Preisunterschiede. Im Baumarkt erhält man den Whirlpool bereits ab wenigen tausend Franken, beim Fachhändler kommt er teurer zu stehen, dafür sind Einbau und Zubehör meist mit dabei. «Gerade bei den Pumpen, Filtern und der Steuerung gibt es riesige Qualitätsunterschiede», sagt Mauro Navone von Aqua-Nova, «deshalb variieren die Preise für Whirlpools so stark.» Für einen edlen Kunststoff- Jacuzzi ist beim Fachhändler mit Kosten von etwa 12 000 bis 25 000 Franken zu rechnen – je nach Ausstattung. 

Beim Edelstahl-Whirlpool handelt es sich meist um eine Massanfertigung. Entsprechend hoch sind deshalb die Kosten: 40 000 bis 60 000 Franken. «Ein Edelstahl-Sprudelbad ist optisch sehr reizvoll, dafür aber relativ teuer», sagt Ueli Achermann von Vita Bad. Das Material sei aber weniger wartungsintensiv als die Kunststoff-Variante.

Reinigung und Unterhalt

Luxuriöse Whirlpool-Ausführungen haben eine vollautomatische Wasserentkeimungs- und Filteranlage integriert. Bei anderen Jacuzzis muss man noch selbst Hand angelegen. Vier Mal pro Jahr sollte das Whirlpool- Wasser ausgewechselt werden, so verlange es gemäss Mauro Navone von Aqua-Nova die Theorie. In der Praxis sieht es jedoch anders aus: Der Besitzer wechselt das Wasser meist nur ein- bis zweimal im Jahr. Je nachdem, wie intensiv der Whirlpool genutzt wird, ist der Intervall anzupassen. Wichtig ist auch die wöchentliche Messung der Wasserqualität mit einem Testgerät. Nach Bedarf wird Pflegemittel hinzugefügt. Zum Unterhalt dazu gehören ausserdem das Kontrollieren und Reinigen des Grobfilters, in dem sich Haare verfangen. Einmal die Woche oder bei Bedarf sollte die Filter-Kartusche mit Wasser abgespült werden. Wer sich diesen Aufwand ersparen möchte und über das nötige Kleingeld verfügt, kann seinen Whirlpool mit einer vollautomatischen Reinigungsanlage nachrüsten lassen.