• So geht Wellness zu Hause

So geht Wellness zu Hause

10.11.2020 REMO BÜRGI, Faktor Journalisten

Bad – In der kalten und dunklen Jahreszeit ist es besonders wichtig, dass wir auf unser Wohlbefinden achten. Wellness ist gut für Körper und Seele und kann problemlos auch zu Hause stattfinden.

Der Winter naht – für viele Menschen ist das keine gute Nachricht. Sie fühlen sich in der kalten Jahreszeit oft müde und vermissen die wärmenden Sonnenstrahlen. Doch wenig Sonne muss nicht wenig Wonne bedeuten. Ganz im Gegenteil: Mit regelmässigem Wellness gönnt man sich die nötige Portion Erholung und Entspannung vom Alltag. Dazu sind keineswegs teure Wellness-Ferien nötig. Auch zu Hause funktioniert Wellness wunderbar und ohne viel Aufwand.

Signale wahrnehmen

Das englische Wort «Wellness» bedeutet eigentlich nichts anderes als «Wohlbefinden» oder «Wohlfühlen». Im heutigen Verständnis ist Wellness ein Überbegriff für verschiedene ganzheitliche Methoden, die eines gemeinsam haben: Die Gesundheit soll gefördert werden. Dazu ist es wichtig, die Signale seines Körpers rechtzeitig und bewusst wahrzunehmen. «Gerade in der kalten Jahreszeit ist das Bedürfnis nach Wärme und Entspannung gross», erklärt Jessica Schlegel. Die Wellness-Expertin ist Managerin des Day Spa in Burgdorf und weiss, wie sich dieses Bedürfnis stillen lässt. Sie empfiehlt, dass man sich regelmässig Zeit für sich nimmt und diese Zeit bewusst gestaltet. «Das hilft unserem Körper, sich allen Jahreszeiten und den damit verbundenen Herausforderungen anzupassen.»

Wie genau soll man diese «Zeit für sich selbst» denn nun gestalten? Dazu gibt es nicht die eine richtige Lösung. Vielmehr muss jeder Mensch individuell herausfinden, was am besten zu seinem Wohlbefinden beiträgt. Wichtige Aspekte sind Körperpflege, Ernährung und Bewegung (siehe Infobox). Einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden haben auch Bäder – nicht umsonst haben bereits die alten Römer vor 2000 Jahren viel Wert auf ihre öffentlich zugänglichen Thermen gelegt. Ein wohltuendes Bad lässt sich aber ebenso gut zu Hause in der eigenen Badewanne geniessen.

Das perfekte Bad

Damit das Bad tatsächlich den gewünschten Effekt hat, sollten einige Tipps beachtet werden. Die Wassertemperatur zum Beispiel beträgt idealerweise 37 bis 38 Grad, was man mit einem Thermometer einfach überprüfen kann. «Wenn das Wasser wärmer ist, trocknet die Haut aus. Auch der Kreislauf kann überfordert werden», erklärt Expertin Schlegel. Am besten lasse man das Bad komplett ein und geniesse es dann für 10 bis 15 Minuten. «Mit einem hochwertigen Badezusatz, beruhigendem Kerzenlicht und passender Musik wird das Badeerlebnis noch intensiver und entspannender.» Nach dem Bad sollte man den Entspannungsprozess fortführen, indem man sich Ruhe gönnt. Ein gutes Buch lesen und dazu einen aromatischen Tee trinken zum Beispiel – hier wird jeder eine passende Methode finden.

Wer etwas mehr investieren will, kann mit baulichen Massnahmen zusätzliche Wellness-Optionen schaffen. Für einige Tausend Franken erhält man heute zum Beispiel eine eigene Sauna in Elementbauweise, die sich recht einfach aufbauen lässt. Entspannend ist natürlich auch ein Whirlpool – mit dem nötigen Kleingeld lässt sich dieses Vergnügen ebenso im Eigenheim installieren wie ein Dampfbad.

Hautpflege erhöht Wohlbefinden

Die Pflege der Haut ist für unser Wohlbefinden ebenfalls sehr wichtig. Wer seine Haut regelmässig mit Cremes verwöhnt, unterstützt die Regeneration und schützt sich vor schädlichen Umwelteinflüssen. Doch auch die Bedürfnisse der Haut sind bei jedem Menschen unterschiedlich, und daher ist es wichtig, dass die Pflege auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmt ist. Gemäss Jessica Schlegel bietet sich deshalb die Beratung durch eine Fachperson an, etwa in einem Kosmetikinstitut.

Peelings und Gesichtsmasken sind zwei bekannte und sinnvolle Möglichkeiten zur Hautpflege. Durch ein Peeling wird die Haut elastischer und kann wertvolle Wirkstoffe aus Pflegeprodukten besser aufnehmen. Gesichtsmasken wiederum bringen viel Feuchtigkeit in die Haut und wirken so der Austrocknung entgegen. Je nach Bedürfnis haben sie eine straffende, mattierende, beruhigende, aktivierende oder auch klärende Funktion. Eine interessante Alternative zu herkömmlichen Masken sind «Overnight»-Masken, die man vor dem Schlafen aufträgt und die dann über Nacht ihre Wirkung entfalten. 

Zeit für sich selbst nehmen

Bäder und Hautpflege sind aber nur zwei Aspekte von Wellness. Entspannung ist sehr individuell, und folglich gibt es viele weitere Möglichkeiten, wie jemand sein Wohlbefinden verbessern kann. Vielen Leuten hilft es, zu meditieren, Yoga zu praktizieren oder ein Buch zu lesen. Musik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle beim Erholen und Entspannen. Und da wir Menschen soziale Wesen sind, hat natürlich auch das Zusammensein mit Freunden und Bekannten eine positive Auswirkung auf unser Wohlbefinden. Daneben ist Schlaf eine sehr wichtige Komponente – tagsüber können kurze Powernaps helfen, den Körper wieder mit Energie zu versorgen.

Das Wichtigste bei Wellness ist, dass man regelmässig Zeit dafür einplant und diese dann auch wahrnimmt. Am besten legt man das Smartphone währenddessen zur Seite und vermeidet so eine Ablenkung durch WhatsApp und Social Media. «So kann man sicherstellen, dass das Gehirn nicht andauernd mit unzähligen Informationen stimuliert wird, sondern sich tatsächlich erholen kann», erläutert Jessica Schlegel. «Ohne die alltägliche Reizüberflutung können wir uns auf das fokussieren, was uns wirklich guttut.»

Wer auf seinen Körper hört und zum Beispiel einige der vorgestellten Varianten ausprobiert, wird rasch merken, was für sie oder ihn stimmt. Falls das nicht klappt, kann die Beratung durch eine Fachperson wie einen Ernährungscoach, eine Beauty-Expertin oder einen Fitnesstrainer helfen, den richtigen Wellness- Mix zu finden. So lässt sich auch der kälteste und dunkelste Winter viel besser überstehen. 

Wichtige Aspekte für das Wohlbefinden

Körperpflege

Die Haut ist unser grösstes Organ und ständig in Kontakt mit der Luft. Sie erfüllt nicht nur viele wichtige Schutzfunktionen, sondern ist gleichzeitig die Visitenkarte unseres Gesundheitszustandes. Es ist auch für die Psyche wichtig, dass man sich «in seiner Haut» wohlfühlt. Deshalb ist die Pflege der Haut ein essenzieller Wellness-Bestandteil.

Ernährung

Wer von seinem Körper eine optimale Funktions- und Leistungsfähigkeit erwartet, muss ihn auch mit der richtigen Energie versorgen. Wichtige Nährstoffe und Vitalstoffe helfen, gesund und fit zu bleiben oder zu werden. Auch das Trinken sollte man nicht vergessen – am besten 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag.

Bewegung

Wer Sport mag, ist schon mal gut bedient. Es muss jedoch nicht immer Hochleistungssport sein. Manche mögen Gruppenkurse, andere das Joggen im Wald oder das Trainieren auf dem Hometrainer – und manche spazieren regelmässig mit ihrem Hund. Jede Art von Bewegung ist gut, solange sie der Konstitution des Körpers angepasst ist.