• Sicher im Grünen

Sicher im Grünen

29.06.2018 JUDITH SUPPER freie Journalistin

Gartenarbeit – Mit dem Bein in den Rasenmäher geraten, kopfüber von der Leiter gestürzt oder einen Holzsplitter ins Auge bekommen: In der Schweiz passieren bei der Gartenarbeit jährlich rund 14 000 Unfälle. Wie lassen sie sich vermeiden?

Gründe für einen Unfall im Garten gibt es viele. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) sind Hobbygärtner oft zu ungeübt, zu müde oder schlicht zu bequem, um adäquate Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Wer dann in der kurzen Zeit zwischen Feierabend und Abendessen ein schlecht gewartetes Gerät benutzt, muss nur einmal abgelenkt sein, und schon liegt er mit verdrehtem Bein am Fusse der Leiter.

Sturz aus vier Metern Höhe

Im Sommer ist das Risiko für solche Unfälle besonders hoch. Kirschen, Pfirsiche, Birnen und Äpfel – sie alle werden reif und wollen geerntet werden. Wer dazu gar nicht erst auf wackligen Leitern herumturnt, ist am besten geschützt. Ideales Tool für die Obsternte vom Boden aus ist der Obstpflücker, zum Schneiden von Ästen die Teleskopschere. Die lässt sich dank ihres ausziehbaren Stiels auf über sechs Meter verlängern. Führt kein Weg an der Leiter vorbei, sollte man entweder eine freistehende Obstbaumleiter mit wahlweise einer oder zwei Stützen oder eine Anlegeleiter mit Leiterspitzen und verstellbarer Traverse verwenden. Letztere geben auch bei rutschigem oder abschüssigem Gelände Halt. Ist die Leiter in einem 70-Grad- Winkel an den Stamm oder einen stabilen Ast gelehnt und mit einem Spanngurt am Baum fixiert, rutscht sie auch seitlich nicht weg.

Schneidiges Werkzeug

Wann immer man scharfes Werkzeug einsetzt, sind Arbeitshandschuhe erforderlich. Es braucht nur den Bruchteil einer Sekunde, und schon ist das Sägeblatt vom Holz auf den Handrücken gerutscht. Ebenso wichtig ist das Schuhwerk. Feste Schuhe, idealerweise mit Zehenkappen, schützen vor spitzen Steinen und rotierenden Rasenmäher-Messern. Lange Ärmel und lange Hosen sind immer die beste Wahl, vor allem, wenn hohes Gras mit der Motorsense geschnitten wird. Trifft der Nylonfaden nämlich auf ein Steinchen, klatscht es ans Schienbein – und Shorts-Trägern ist die blutende Wunde gewiss. Was passiert, wenn der Stein ins Auge geht, will man sich gar nicht vorstellen. Augen- oder Gesichtsschutz also immer verwenden! Wenn die Geräte einen gewissen Lärmpegel überschreiten, gilt das auch für den Gehörschutz. Bei Arbeiten mit der Motorsäge runden Schnittschutz-Beinlinge, ein Helm mit Visier und Gehörschutz sowie spezielle Schnittschutz-Handschuhe die Ausrüstung ab.

Für den Schnitt sehr hoher Hecken sind Stab- oder Teleskop-Heckenscheren mit schwenkbarem Kopf ideal. Mit ihnen kommen auch nicht ganz so grosse Gärtner an schlecht erreichbare Stellen. Mit Strom oder Akku betriebene Geräte sind deutlich leichter als benzinbetriebene – Rücken- Geschädigte wissen das zu schätzen. Eine Fehlerstrom-Schutzvorrichtung an Steckdosen im Freien reagiert binnen Sekundenbruchteilen, sollte die Heckenschere ein Kabel beschädigen.

Vorsicht vor Giften

Schätzungsweise 100 bis 200 Tonnen Pflanzenschutzmittel werden jährlich in Schweizer Privatgärten eingesetzt. Oft aber wissen Kleinund Hobbygärtner gar nicht, wie sie die Mittel korrekt anwenden. Wer nicht auf sie verzichten kann – obwohl es für jedes eine biologische Alternative gibt –, sollte sich beim Kauf unbedingt von einer fachkundigen Person beraten lassen und die Anwendungsinformationen exakt befolgen. Wichtig ist die Lagerung: im Originalbehälter an einem kühlen, trockenen, gut belüfteten Ort, geschützt vor grosser Hitze und Kälte und fern von Nahrung, Medikamenten, Kosmetika oder Dünger. Das Mittel darf auf gar keinen Fall in die Hände von Kindern geraten. Am besten ist es, wenn sich in der Nähe der Lagerstätte ein gut sichtbares Erste-Hilfe- Merkblatt befindet – inklusive der Telefonnummer eines Arztes sowie der 145, der 24-Stunden-Notfallnummer des Toxikologischen Informationszentrums.

Noch ein paar Tipps ...

...für aktive Gartenfreunde: Viel Wasser trinken, ein Sonnenhut und leichte, durchlässige Kleidung beugen am ehesten Sonnenstich und Hitzschlag vor. Anstrengende Arbeiten während der Mittagshitze gilt es zu vermeiden. Selbst wer bereits gebräunt ist, sollte weiterhin Sonnencreme auftragen. Hat es Stechmücken und Zecken im Garten, gilt: erst die Sonnencreme, dann den Mückenschutz.

Kinder im Garten

Kinder sind neugierig und schalten, sobald sie im Krabbelalter sind, in den Entdeckermodus um. Im Garten kann das gefährliche Folgen haben. Grundsätzlich ist zu beachten:

  • Das Kind niemals unbeaufsichtigt an einem Teich oder Pool spielen lassen. Damit garantiert nichts passiert, sollte die Wasserfläche mit einem mindestens ein Meter hohen Zaun abgegrenzt und einem Teichschutzgitter bedeckt sein.
  • Auch Regentonnen abdecken bzw. verschliessen.
  • Keine Geräte herumliegen lassen. Gleiches gilt für Gartenschläuche, Mücken- und Zeckenschutz, Grillanzünder, Benzin und vor allem Gift.
  • Darauf achten, dass der Zaun keine spitzen Stäbe, herausstehenden Nägel oder einen zu breiten Lattenabstand aufweist.
  • Morsche oder brüchige Äste in Kletterbäumen entfernen. Ist der Boden unterhalb des Baumes sehr hart, ein dämmendes Substrat oder eine alte Matratze als Fallschutz auslegen.
  • Giftpflanzen entfernen bzw. ältere Kinder über deren Gefahr aufklären.
Sonnenschutz-Tipps
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Sonnenschutz-Tipps

Schatten ist der beste Sonnenschutz – vor allem während der Mittagsstunden, wenn die Sonne am intensivsten scheint. Der Schatten schützt jedoch nicht immer vor indirekter Strahlung durch reflektierende Flächen wie Sand, Beton und Schnee oder vor seitlich einfallender Strahlung.

Kleidung bietet in der Regel einen guten Schutz vor UV-Strahlen. Mit Stoff bedeckte Körperstellen bleiben den ganzen Tag über konstant geschützt. Guten Schutz bieten zum Beispiel ein T-Shirt, das die Schultern bedeckt, oder ein Hut mit breiter Krempe, der auch Stirn, Nase, Ohren und Nacken schützt.

Sonnenbrille: Zu viele UV-Strahlen schaden nicht nur der Haut, sondern auch den Augen. Wer sich häufig im Freien aufhält, sollte seine Augen mit einer Sonnenbrille schützen. Wichtig ist es, beim Kauf einer Sonnenbrille auf das CE-Zeichen und den Vermerk «100 % UV» zu achten.

Sonnenschutzmittel: Die konsequente Anwendung von Sonnenschutzmitteln wird als Ergänzung zum Aufenthalt im Schatten und dem Tragen von Kleidung empfohlen. Mit der korrekten Anwendung eines Sonnenschutzmittels, das sowohl vor UVB- wie auch vor UVA-Strahlen schützt, kann das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, reduziert werden. Doch Vorsicht – auch Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor sind kein Freipass für einen unbeschränkten Aufenthalt an der Sonne.

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