• Rauchmelder: Schutzengel zum selbst montieren

Rauchmelder: Schutzengel zum selbst montieren

10.01.2019

Bei einem Brand lauert die tödliche Gefahr in den hochgiftigen Rauchgasen. Nachts, wenn der Mensch schläft, «schläft» auch sein Geruchssinn. Brennt es, stirbt man im Schlaf. Wer hingegen von einem Schutzengel geweckt wird, kann sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Ein Rauchmelder kann die Rolle des Schutzengels übernehmen.

Gegen Feuer kann man sich schützen. So haben die meisten von uns eine Löschdecke in der Küche, um allenfalls eine brennende Pfanne zu löschen. Vielfach steht auch irgendwo friedlich ein Feuerlöscher, der alle paar Jahre einmal kontrolliert wird und dann weiter darauf wartet, abgestaubt zu werden. Ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke nützen aber nichts, wenn ihre Besitzer schlafen, nicht merken, dass es brennt und dann durch die Brandgase vergiftet werden, bevor sie überhaupt aufwachen. Und trotzdem: Feuerlöscher gibt es überall, Rauchmelder nicht.

Ein Rauchmelder lohnt sich und zahlt sich aus

Es gibt immer tausend Gründe, etwas nicht zu tun. Auch dafür, sich keine Rauchmelder im Haushalt anzuschaffen. Zu teuer, zu wartungsaufwendig, zu unzuverlässig etc. Zum Glück lassen sich diese – schlicht falschen – Beschuldigungen leicht entkräften. 

Vergleicht man einen Rauchmelder etwa mit einem Auto, wird klar: Hier ist Technik am Werk. Plastik, Draht, Sensor und Strom. Wenn heute also aus diesen Teilchen zusammengesetzte Instrumente ins Auto eingebaut werden, und dort tadellos funktionieren – warum traut man denselben Teilchen dann nicht im Rauchmelder? Gute Rauchmelder funktionieren wartungsfrei und zuverlässig und verursachen übrigens auch keine Fehlalarme. Ein anständiger Rauchmelder kostet um die 30 Franken und durchläuft zwei Batteriezyklen à 10 Jahre. Jeder kann nun selbst ausrechnen, wie viel der Rauchmelder pro Nacht kostet, in der er still über Haus und Familie wacht.

Die meisten Brandmelder lösen einen akustischen Alarm aus. Für Hörgeschädigte bieten Hersteller spezielle Brandmelder an. Mittels Funkverbindung aktivieren die Geräte ein Lichtsystem oder ein Vibrationskissen, das nachts unters Kopfkissen gelegt wird, um die Bewohner auch im Schlaf zu wecken.

Verschiedene Technologien

Die meisten bei uns verbreiteten Rauchmelder reagieren optisch. Sie detektieren aufqualmenden Rauch nach dem Streulichtverfahren. Sie nutzen den Effekt, dass klare Luft praktisch kein Licht reflektiert. Sobald Rauch- oder andere Partikel in die Luft und somit in den Rauchwarnmelder gelangen, reflektieren sie den permanenten Prüflichtstrahl und lenken ihn auf einen lichtempfindlichen Sensor ab. Dieser löst den Alarm aus. Der Alarm besteht aus einem Pfeifton mit rund 67 Dezibel. Die Qualitätshersteller bieten ausserdem Produkte an, die per Funk miteinander verbunden werden können.

Die ideale Positionierung

Rauchwarnmelder sollten idealerweise an der höchsten Stelle eines Raumes installiert werden, weil Rauch aufsteigt. Eine Ausnahme bilden spitz zulaufende Dachräume. Hier sind die Installationshinweise der Hersteller zu beachten. In Wohnungen und Einfamilienhäusern gehören Rauchmelder vor allem in sämtliche Schlaf- und Kinderzimmer und sollten zudem auf jedem Geschoss vorhanden sein. In Küche und Badezimmern führt der aufsteigende Wasserdampf bei Rauchmeldern hingegen zu Fehlalarmen. Ein Wärmemelder leistet in solchen Räumen also bessere Dienste.

Hauptsache man hat einen

Egal, mit welcher Technologie die entstehenden Brände registriert werden, und egal, mit welchem Signal die Brandmelder alarmieren – Hauptsache, die Bewohner gewinnen genügend Zeit, um das gefährdete Wohnobjekt unverzüglich verlassen zu können und die Feuerwehr zu benachrichtigen. 

Brandmelder gibt es im Fachhandel. Verschiedene Schweizer Konsumentenorganisationen prüfen regelmässig diverse Modelle und geben Empfehlungen ab.

www.swissfire.ch 

WALTER PFAMMATTER, Stellv. Direktor Schweizerischer Feuerwehrverband / Chefredaktor 118 swissfire.ch

MARCO MOSER, Redaktor 118 swissfire.ch

Rauchwarnmeldepflicht

International betrachtet kennen die USA und zahlreiche ihrer Bundesstaaten eine gesetzliche Rauchwarnmeldepflicht, ebenso Kanada, Australien, die Niederlande und Grossbritannien. In Deutschland kennen einige Bundesländer entsprechende Regelungen. Aus Überlegungen der Verhältnismässigkeit wurde in der Schweiz kein Obligatorium für Brandmelder eingeführt. Unstrittig ist, dass die Zahl bei Bränden verstorbener Personen seit den 90er-Jahren gesunken ist – sowohl mit gesetzlicher Brandmelder- Pflicht wie auch ohne. QUELLEN WIKIPEDIA / HEV

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