• Rasenmähroboter – worauf ist zu achten?

Rasenmähroboter – worauf ist zu achten?

12.03.2020 STÉPHANIE BARTHOLDI MLaw, Juristin beim HEV Schweiz

Sie, liebe Leser, haben bei unserem Online-Voting im Februar entschieden: Sie möchten mehr über die Nutzung von Rasenmährobotern erfahren. Machen Sie sich auf dieser Seite schlau!

Sie sitzen gemütlich auf dem Liegestuhl im Garten. Das lästige Rasenmähen übernimmt der Roboter für Sie. Was müssen Sie beachten, wenn Sie den Rasen durch einen Roboter mähen lassen? Welche gesetzlichen Vorschriften gibt es, an die Sie sich halten müssen?

Rechtliche Ausgangssituation

Fleissige Gartenhelfer wie Rasenmähroboter werden aus lärmtechnischer Sicht gleich behandelt wie ihre grossen Verwandten – die herkömmlichen Rasenmäher. Gemäss eidgenössischer Lärmschutzverordnung gehört Rasenmäherlärm in die Kategorie Alltagslärm. Für Alltagslärm gibt es keine Grenzwerte. Wann ein Rasenmäher zu laut ist, lässt sich deshalb nicht pauschal sagen. Die zuständige Behörde prüft bei einer Beschwerde im Einzelfall und gestützt auf die Grundsätze des Umweltschutzgesetzes, ob der Rasenmäher zu laut ist und Massnahmen angeordnet werden müssen.

Nachbarrecht

Aus den Bestimmungen zum Nachbarrecht leitet sich die allgemeine und gegenseitige Pflicht zur Rücksichtnahme ab. Jegliche übermässige und lästige Einwirkungen auf den Nachbarn sind zu vermeiden. Dazu zählt auch Lärm. Die Beurteilung, ab wann Lärm übermässig ist und vom Nachbarn nicht mehr geduldet werden muss, stellt der Richter im Einzelfall fest, wobei ihm bei der Beurteilung ein gewisses Ermessen zukommt. Bei der Einzelfallprüfung sind unter anderem der Charakter des Lärms, der Zeitpunkt und die Häufigkeit seines Auftretens sowie die Lärmempfindlichkeit der Betroffenen zu berücksichtigen.

Ruhezeiten sind einzuhalten

Die Gemeinden haben die Möglichkeit, durch Bestimmungen in den örtlichen Polizeiverordnungen allgemeine Ruhezeiten einzuführen und den Lärm, der durch Maschinen und / oder Arbeiten im Freien entsteht, zu beschränken. Es ist davon auszugehen, dass es in der ganzen Schweiz dem Ortsgebrauch entspricht, dass man den Rasen nicht an Sonntagen mäht.

Da die Mähroboter wie normale Rasenmäher behandelt werden, muss der jeweilige Eigentümer insbesondere die Nacht-, Sonn- und Feiertagsruhezeiten einhalten. Der Mähroboter hat dann in der Box zu bleiben.


Mähroboter richtig installieren

Die Installation eines Mähroboters ist keine Hexerei, aber ein Blick in die Gebrauchsanweisung lohnt sich. Suchen Sie zuerst den geeigneten Platz für die sogenannte «Docking Station», bei welcher der Akku des Mähroboters geladen wird und die dem Gerät in der Regel auch als Unterstand dient. Die Ladestation sollte auf flachem Untergrund und nicht zu nah beim Wassersprinkler stehen. Platzieren Sie die Docking Station in der Nähe einer Stromquelle. Fixieren Sie die Ladestation aber noch nicht im Boden. Nun können Sie mithilfe des mitgelieferten Führungskabels die zu mähende Fläche definieren. Der Draht wird mit Strom von der Ladestation versorgt und zeigt dem Mähroboter mittels eines elektrischen Signals, bis wo er das Gras mähen soll.

So gehen Sie bei der Installation des Mähroboters vor:

  • Mähen Sie zuerst den Rasen mit dem herkömmlichen Rasenmäher, damit zu hohes Gras Sie nicht bei der Verlegung des Signalkabels stört.
  • Befreien Sie den Rasen von Spielzeugen, Möbeln, Ästen etc.
  • Legen Sie das gesamte Material bereit – Führungskabel, Kunststoffhaken zur Befestigung, Abstandslineal, Bedienungsanleitung.
  • Jetzt können Sie, ausgehend von der Ladestation, das Führungskabel verlegen. Der Abstandsmesser hilft Ihnen, die Entfernung des Kabels zum Rasenrand einzuhalten. Sie haben zwei Möglichkeiten: Oberirdisch können Sie das Führungskabel mit den Kunststoffhaken befestigen. Unterirdisch gehen Sie sicher, dass das Kabel nicht beschädigt wird.
  • Beachten Sie Folgendes: Hindernisse wie Bäume oder Mauern erkennt der Roboter selber. Weiche Hindernisse wie Biotope oder Blumenbeete jedoch nicht. Deshalb müssen dort mit dem Kabel Begrenzungsinseln geschaffen werden.
  • Ist das Führungskabel um die zu mähende Fläche verlegt, können Sie es mit der Ladestation verbinden und fixieren.
  • Jetzt kann die Docking Station an den Strom angeschlossen und mit im Boden verankert werden.
  • Abschliessend können Sie die Mähprogramme, Mähzeiten sowie den meist vorhandenen Diebstahlschutz programmieren.
  • Ist der Akku geladen, erledigt der Mähroboter ab sofort selbstständig seinen Dienst. 

Quelle www.hausinfo.ch


Tipps für den Kauf

Es ist wichtig, vor dem Kauf die Anforderungen an das Gerät zu klären:

  • Fläche: Das wichtigste Kaufkriterium ist die zu mähende Fläche. Je grösser die Fläche, desto mehr Motor- und Akkuleistung sollte das Gerät haben.
  • Akku: Achten Sie darauf, dass der Mähroboter über einen Lithium-Ionen-Akku verfügt. Andere Akku-Technologien sind zwar günstiger, die Zahl der möglichen Ladevorgänge ist aber geringer.
  • Gelände: Bei zu vielen schmalen Stellen, Winkeln und Steigungen von über 30 Grad eignet sich ein Mähroboter nur bedingt. Achten Sie beim Kauf auf die Angaben des Herstellers bezüglich dem Gefälle.
  • Geräusche: Mähroboter sind deutlich leiser unterwegs als herkömmliche Rasenmäher. Doch es gibt Unterschiede. Werfen Sie beim Kauf einen Blick auf die Dezibel-Angaben.
  • Bedienung: Die meisten Mähroboter sind einfach und intuitiv zu bedienen, moderne Geräte mittlerweile sogar via App oder Touchpad. Vor dem Kauf sollten Sie darauf achten, wie viele Mähprogramme verfügbar sind und wie einfach die Benutzerführung ist.
  • Wartung: Mähroboter sind pflegeleicht. Im Schnitt sollten Sie etwa einmal wöchentlich die Messer reinigen. Auch ein regelmässiger Blick unter das Gerät lohnt sich. Alle paar Monate müssen die Klingen ausgetauscht oder nachgeschliffen werden. Am preiswertesten und am einfachsten zu ersetzen sind Pendelklingen.
  • Sicherheit: Moderne Mähroboter erfüllen meist alle Sicherheitsaspekte. Dennoch sind die scharfen Messer natürlich ein Sicherheitsrisiko. Gerade Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt im Garten spielen, wenn der Mähroboter seinen Dienst verrichtet. Stellen Sie sicher, dass das Gerät über Sicherheitssensoren verfügt, die auch dafür sorgen, dass es beim Anheben sofort abstellt. 

Quelle www.hausinfo.ch

HINWEIS

Rasenmähroboter können eine potenzielle Gefahr für Igel und andere Kleintiere darstellen. Bitte informieren Sie sich deshalb vor dem Einsatz eines Rasenmähroboters, wie und wann Sie das Gerät am besten einsetzen, damit keine Kleintiere gefährdet werden. Fragen Sie beim Gerätehersteller nach oder informieren Sie sich bei einem Igelzentrum, z. B. unter: www.igelzentrum.ch