• Neuer Schwung fürs Bad

Neuer Schwung fürs Bad

15.11.2018 NICOLA SCHRÖDER, Conzept-B, Zürich

Bad – Ob Boden, Wand, Möbel oder Armaturen – im Bad sind derzeit Abwechslung, Farbe und interessante Formen hoch willkommen.

Die Farbe kommt zurück. Nach einer Phase der sanften Töne sehnen sich Weiss, Sand und Grau nach kräftiger Gesellschaft. Als Kontrast, um ein ansonsten tonales Bild aufzulockern, oder auch als Grundkomponente. Hier erobern derzeit vor allem satte Blau- und Grüntöne die Wohlfühlzone Bad. Dunkles Türkis oder Petrol passen als Meeresfarben besonders stimmig zur wasserdominierten Umgebung und verstärken den Erfrischungscharakter. Doch auch ein kräftiges Rot oder ein Zitronengelb machen sich gut im Bad. Mit ihrer anregenden Wirkung sorgen diese Farben am Morgen für mehr Schwung.

Grundton oder Accessoire

Ob als ganze Wandfläche, in Form einzelner Elemente oder erst mal vorsichtig als Accessoire – im Bad können ruhig kräftige Töne zum Einsatz kommen. Daneben vermittelt die weitere Einrichtung entweder Ruhe oder sorgt für noch mehr Abwechslung. Schon mit den einsetzbaren Materialien, ihren Strukturen und Formen lassen sich interessante Kontraste erzielen: Schiefer, Marmor, pflegeleichte Feinsteinzeugplatten oder Holz bilden den Gestaltungsrahmen, der sich als Grundton kräftig oder sanft in den Raum legt. Eine Armatur in Kupfer oder Messing kann schliesslich vor einer schwarzen Marmor- oder Corian- Fläche ebenso einen Blickfang bilden wie eine rote Waschbeckensäule vor einer weissen Fliesenwand. Einzelne Modelle von Waschbecken verschmelzen, wie wandgebundene Badewannen, inzwischen farblich auch komplett mit der Wand – ihre Front ist anstreichbar. Speziell fürs Bad bieten Farbenhersteller wasserfeste Produkte an. Sie tragen heute stimmungsvolle Namen wie «Tanz der Sehnsucht» für ein kräftiges Rot, «Stärke der Berge» für ein Anthrazit oder «Morgentau» für einen Grünton und sorgen damit zusätzlich für Inspiration.

Sehen und fühlen: Oberflächen

Ein hohes Mass an Wohnlichkeit erhalten Bäder durch den Einsatz von echtem Holz. Dabei kann es sogar in sämtlichen Komponenten des Raums auftreten: als Boden- oder Wandbelag – hier gibt es selbst die Variante Mosaik, die den Kleinstfliesen aus Keramik oder Glas entspricht. Auch als Badmöbel und sogar als Waschbecken ist Holz beliebt. Neben der kühlen Oberfläche moderner Materialien, wie dem gussfähigen Cristalplant oder hauchdünner Saphirkeramik, stellt das Holz einen reizvollen Kontrast dar. Es fühlt sich warm an und hat diverse Texturen zu bieten, darunter glatt, sägerau oder natürliches Relief. Genauso bringen Materialien wie Naturstein, Ziegel, Beton oder Metall ihre eigenen Strukturen und Farben mit. Die zunehmend beliebte metallische Haptik und Optik erstreckt sich neben Edelstahl auch auf Gold, Kupfer und Messing. Dies nicht nur bei den Armaturen, sondern auch bei Wandbelägen und Einrichtung. Je nach Kombination führt dies zu ganz unterschiedlichen optischen und haptischen Ergebnissen.

Auch in einem eher puristisch und Ton in Ton angelegten Bad lassen sich Akzente durch Form- oder Texturwechsel setzen. Ein kleinteiliges Mosaik beispielsweise bildet – egal ob aus Holz, Glas oder einem keramischen Material – einen schönen Gegensatz zu grossen Feinsteinzeugplatten. Solche sind inzwischen auch in XXL-Formaten erhältlich. Schmale Bordüren oder Akzentflächen in einer kontrastierenden Form oder Farbe erzielen sehr individuelle Ergebnisse. Formen und Flächen der Badmöbel und Armaturen lassen sich dabei natürlich einbeziehen. Warum nicht organisch geschwungene Formen auf gerade Kanten treffen lassen? Wasserfeste Tapeten, Designvinyl oder bedruckbare Fliesen stellen hier einen unerschöpflichen Fundus an Varianten zur Auswahl.

Farbe für die Gesundheit

Auch im Bereich Beleuchtung schleicht sich zunehmend Farbe ins Bad. Das geht auf den Wunsch nach einer entspannten Atmosphäre wie auch auf die heilsame Wirkung des Lichts zurück. Denn grelle Beleuchtung von oben oder blendend kaltweisses Licht vom Spiegelschrank gehören nicht zu den Dingen, die einen am Morgen sanft erwachen oder abends angenehm abschalten lassen. Das bewirken schon eher dimmbare Leuchten oder indirektes Licht. Produkte wie Kopfbrausen oder Badewannen sind unterdessen immer häufiger mit Farbtherapie ausgestattet. Die Farben sollen die Vitalität unterstützen und die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen. Dabei wird jeder Farbe ein eigenes Wirkspektrum zugesprochen. Während beispielsweise Gelb die Heiterkeit hebt, fördert Grün die Kreativität – und Blau wirkt schmerzlindernd. Um sich den Stimmungen und Bedürfnissen anzupassen, sind die Produkte teils mit wechselbaren Modi ausgestattet. Die Farbskala reicht von den kalten und beruhigenden Farben bis zu den warmen und revitalisierenden Werten. Welche Farbtöne man also für feste Elemente oder sogar für Wände wählt, ist – über den ästhetischen Eindruck und die Vorlieben hinaus – eine Frage, mit der es sich zu beschäftigen lohnt.