• Minergie: Energiewende auf freiwilliger Basis

Minergie: Energiewende auf freiwilliger Basis

14.12.2018 Minergie Schweiz

Gutes Bauen ist gut für Umwelt und Klima – und dank höheren Komforts und Werterhalts auch gut für den Bauherren. Für die Vereinbarkeit von Energieeffizienz und Komfort hat Minergie in den letzten 20 Jahren hart gekämpft – und tut es weiterhin.

Marc Mächler, Regierungsrat und Präsident des Vereins Minergie, kam zum ersten Mal 2007 beim Renovieren seines Hauses mit Minergie in Berührung. «Damals habe ich mich dagegen entschieden – wegen der Kosten und, weil ich dachte, es sei technisch zu anspruchsvoll.» Mittlerweile sieht er das anders. Damals fehlten Informationen zum Thema und die nötige Sensibilisierung.

50 Milliarden Kilowattstunden Energie eingespart

In den vergangenen 20 Jahren hat das private Label Minergie viel erreicht: Über eine Million Menschen in der Schweiz nutzen eines der bald 50 000 Minergie-Gebäude. Damit konnten 50 Milliarden Kilowattstunden Energie und 10 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. 50 Millionen Quadratmeter Energiebezugsfläche sind Minergie-zertifiziert, das entspricht etwa der Fläche des Thunersees. Mit einem Investitionsvolumen von 150 Milliarden Franken ist Minergie volkswirtschaftlich relevant, weil die Wertschöpfung weitgehend in der Schweiz bleibt. «Ein solcher Erfolg ist weltweit wohl einzigartig– vor allem, weil Minergie ein freiwilliges Label ist und kein staatlich aufgezwungenes», ist Marc Mächler überzeugt.

Selbstproduzierter Strom ist teils billiger als gekaufter

Die Dringlichkeit der Energiewende ist unbestritten. Massnahmen gegen den Klimawandel sind notwendig. Zum Glück schreitet die technische Entwicklung unaufhaltsam voran. Marc Mächler: «Stromproduktion mit Photovoltaik ist deutlich günstiger. Heute können Private Strom teils billiger selbst produzieren als kaufen. Sie schliessen sich sogar zu Eigenverbrauchs-Gemeinschaften zusammen.» Die Elektromobilität befindet sich also auf dem Siegeszug. Im September haben sich in Davos zwölf Organisationen – darunter Minergie – verpflichtet, den Anteil der Beleuchtung am Gesamtstromverbrauch der Schweiz bis 2025 auf sechs Prozent zu halbieren. Neue Technologien und freiwilliges Engagement der Wirtschaft machen dieses Ziel erreichbar.

Technische Potenziale und Sanierungen nutzen

Diese technologischen Entwicklungen, Förderungen und die historisch tiefen Zinsen sollten Bauherren nutzen. Vor allem bei der Modernisierung bestehe noch grosses Potenzial für mehr Energieeffizienz. Minergie setzt sich dafür ein, hier voranzukommen, Orientierung zu bieten und die Qualität zu sichern: Der Verein Minergie unterstützt die Kantone dabei, ihre Fördermöglichkeiten zu kommunizieren und sichert mit gezielter Weiterbildung das Wissen in Planung und Bau. Minergie ist mittlerweile einer der wichtigsten Weiterbildner der Energie- und Baubranche und motiviert Gemeinden und Kantone – beispielsweise mit dem Minergie-Rating –, sich für energieeffizientes Bauen einzusetzen. «Die Verantwortung für alle steigt: Ich denke, wir haben nur noch wenige Jahre, um aufzuzeigen, dass die Transformation des Gebäudeparks freiwillig gelingen kann», erklärt Marc Mächler. «Diese Freiwilligkeit beginnt bei jedem von uns selbst. Lieber jetzt freiwillig, als in wenigen Jahren unter Zwang.»

Weg in die Zukunft

Minergie hat aufgezeigt, dass Effizienz und Komfort im Einklang sind. «Wir wollen weiterhin Wegbereiter des nachhaltigen Bauens und Innovations-Förderer bleiben, für all jene, die bereit sind, freiwillig etwas für Umwelt, Energie und Klima zu tun.» Mächler selbst möchte mit gutem Beispiel vorangehen: «Ich freue mich darauf, mein Haus in der nächsten Sanierungsphase zu vollenden – als Minergie-Sanierung.» Weitere Informationen zum Thema Minergie finden Sie online unter www.minergie.ch