• Mehr Förderung bei gleichbleibender Transparenz

Mehr Förderung bei gleichbleibender Transparenz

17.07.2020 aNR HANS EGLOFF, Präsident HEV Schweiz

Vielleicht erinnern Sie sich noch: In einer früheren Ausgabe (Ausgabe Nr. 11 vom 15. Juni 2020) habe ich an dieser Stelle über die geplanten Änderungen im Energiegesetz berichtet. Darüber, dass die Zubauziele beim erneuerbaren Strom erhöht werden sollen und voraussichtlich ein Grossteil dieses erneuerbaren Stroms mittels Photovoltaikanlagen auf Gebäuden produziert werden dürfte.

Anpassungen in der Energieförderverordnung

In der Zwischenzeit sind auch die nachfolgenden Verordnungen zum Energiegesetz in die Vernehmlassung geschickt worden. In der Energieförderverordnung (EnFV) sollen Vereinfachungen bei der Anmeldung für Förderbeiträge eingeführt werden. Neu muss nicht mehr der Grundbuchauszug zur Identifizierung des Grundstücks eingereicht werden. Eine Kopie der Baueingabe oder des Kaufvertrags soll künftig ausreichen.

Bei den Fördersätzen sollen die Grundbeiträge je Anlage per 1. April 2021 erneut gesenkt werden. Auf der anderen Seite steigen die Leistungsbeiträge für kleine Anlagen bis 30 kW leicht an. Für Anlagen über 10 kW bedeutet dies, dass die Fördersumme gleich bleibt oder gar ansteigt – ein klares Signal dafür, dass Photovoltaikanlagen nicht nur auf den minimalen Eigenverbrauch ausgelegt werden sollen, sondern möglichst die ganze Dachfläche auszufüllen ist. Für kleinere Bauten, die bei der Solarenergiegewinnung über ein grosses Potenzial verfügen, ist das ein wichtiger Schritt und auch ein Zeichen der Anerkennung.

Anpassungen in der Energieverordnung

Auch die Energieverordnung (EnV) soll angepasst werden. Photovoltaikanlagen über 30 kWp, für die Herkunftsnachweise ausgestellt werden, sollen neu georeferenziert erfasst werden. Die gesammelten Daten zur Leistung und zur Lage sollen sodann durch das Bundesamt für Energie veröffentlicht werden. Es mag zutreffen, dass für die Planung einer dezentralen Stromversorgung eine Übersicht von Produzent und Konsument auch räumlich sinnvoll ist. Es stellt sich jedoch die Frage, wie weit solche Daten auch öffentlich zugänglich sein müssen. Dies insbesondere bei Anlagen, die einen Grossteil des erzeugten Stroms bereits lokal nutzen und nur noch einen kleineren Anteil weiterverkaufen – und entsprechend wenige Herkunftsnachweise ausstellen. Dahingehend hat sich der HEV Schweiz auch in der Vernehmlassung geäussert und gefordert, dass die georeferenzierte Registrierung nur für Anlagen zum Tragen kommt, die den erzeugten Strom ausschliesslich weiterverkaufen.

Die angestossenen Anpassungen zeigen, wie schnell sich der Strommarkt im Moment verändert. Mit einer zunehmenden Anzahl Produzenten und «Prosumern» wird die Komplexität weiter steigen. Dabei dürfen die Rechte und der Schutz des Einzelnen aber nicht verloren gehen. Hierfür setze ich mich weiterhin ein.