• Lärm im Freien

Lärm im Freien

23.07.2019 Stéphanie Bartholdi, Juristin beim HEV Schweiz

In den warmen Sommermonaten spielt sich das Leben draussen ab. Abends wird mit Freunden gegrillt und die Kinder nutzen die schulfreien Tage mit ihren Gspändlis zum Spielen an der frischen Luft. Damit die Sommersaison für alle ein Genuss wird, gilt es Rücksicht zu nehmen und die allgemeinen Ruhezeiten einzuhalten.

Lärmquelle Gartenpartys

Gartenfeste sind für die Beteiligten zweifelsohne toll doch darf nicht vergessen werden, dass sie für Nachbarn nicht den gleichen Unterhaltungswert haben. Deshalb gilt bezüglich der Lautstärke dasselbe, was auch für eine Party im Innern der Wohnung gilt. Lärm und Gespräche sind nach Eintritt der in den kommunalen Polizeiverordnungen geregelten Nachtruhezei-ten zu unterlassen und/oder auf Flüsterlautstärke zu beschränken. Ansonsten ist die Fete in die Wohnung rein zu verlagern. Zu Nachtruhezeiten sind aber auch im Innern Musik und Gespräche auf Zimmerlautstärke (der Lärm darf in den anderen Wohnungen nicht hörbar sein) zu mässigen.

Kinderlärm

Geräusche von (kleinen) Kindern untertags gehören zum Alltag und sind zu tolerieren. Kinder dürfen Velo fahren, Fussball spielen und auch mal kreischen. Nachbarn und Anwohner müssen Kinderlärm dulden, den Kinderlärm gilt nicht als störender Lärm. Anders während den geregelten Ruhezeiten. Da kann von den Eltern erwartet werden, dass sie ihre Kinder (Babys ausgenommen) zu möglichst ruhigem Verhalten anhalten. Eine Kindergeburtstagsparty oder lautes Herumtoben sind dann nicht mehr erlaubt. Dass ein Kleinkind oder Säugling auch während den Ruhezeiten mal weint oder einen „Klötzliturm“ umwirft, lässt sich aber nicht vermeiden und ist nicht zu beanstanden.

Fleissiger Robi

Sie sind aus vielen Gärten nicht mehr wegzudenken – Rasenmähroboter, die fleissig den ganzen Tag über den Rasen surren. Rasenmäherlärm gilt als Alltagslärm und für Alltagslärm gibt es keine Grenzwerte. Wann ein Mäher zu laut ist, lässt sich nicht pauschal sagen und müsste durch die Behörde im Beschwerdefall für den Einzelfall beurteilt werden. Bezüglich Betriebszeiten gilt jedoch das gleiche wie bereits oben beschrieben: Eigentümer von Mähro-boter und anderen motorbetriebenen Gartengeräten müssen in jedem Fall die Nacht-, Sonn- und Feiertagsruhezeiten einhalten. Der Mähroboter hat dann in der Box zu bleiben.