• Invasive Neophyten sofort erkennen und nachhaltig bekämpfen

Invasive Neophyten sofort erkennen und nachhaltig bekämpfen

29.04.2021 ROGER HAUSMANN, Houzy AG

Invasive Neophyten – Invasive gebietsfremde Pflanzen bedrohen die Biodiversität, unsere einheimischen Pflanzen und die Pflanzenvielfalt. Einzelne können für Mensch und Tier gefährlich sein. Darum müssen sie bekämpft werden.

In der Schweiz wachsen fast 3000 Pflanzen wild. 500 bis 600 davon gelten als gebietsfremde Pflanzen (Neophyten). Die meisten Neophyten sind harmlos. Manche breiten sich aber schnell und stark aus, weil sie in ihrer neuen Heimat keine natürlichen Feinde haben. Sie verdrängen einheimische Pflanzen und gefährden die Biodiversität. Einige dieser invasiven Neophyten sind verboten. Gemäss Freisetzungsverordnung darf man sie weder anpflanzen noch verkaufen oder verschenken. Sie müssen vielmehr bekämpft werden.

Wie erkennt man invasive Neophyten?

Viele invasive Neophyten wurden ursprünglich als Zierpflanzen eingeführt und in Gärten angepflanzt. Weil sie sich effizient versamen, ist es wichtig, sie zu bekämpfen, damit sie sich nicht weiterverbreiten. Dazu muss man aber zuerst wissen, welche Neophyten invasiv sind. Am einfachsten und schnellsten erkennet man sie mit dem Neophyten-Checker (www.houzy.ch/neophyten-checker):

1.  Pflanze mit dem Smartphone fotografieren und das Bild hochladen.

2.  Der Neophyten-Checker durchsucht seine Datenbank und identifiziert die Pflanze.

3.  Falls die Pflanze ein invasiver Neophyt ist, erhält man Tipps, wie sie wirksam bekämpft wird.

Wie bekämpft man invasive Neophyten?

Am effizientesten entfernt man invasive Neophyten aus dem Garten, indem man sie komplett ausgräbt – mit allen Sprossen und Wurzeln unter der Erde. Knöteriche sollte man weiträumig ausgraben, zwei bis drei Meter rund um die Pflanze und fünf bis sechs Meter tief. Das übernimmt am besten ein Gartenbauer oder Landschaftsgärtner. Sprossen und Wurzeln sollte man in der Kehrichtverbrennung oder in einer Kompostier- bzw. Vergärungsanlage entsorgen (lassen). Invasive Gehölzarten zu fällen ist keine gute Idee, weil im Umkreis von mehreren Metern Wurzeltriebe emporwachsen können. Wer unsicher ist, beauftragt lieber Profis mit der Bekämpfung invasiver Neophyten.

Tipp: In manchen Kantonen oder Gemeinden können private Grundeigentümer unter gewissen Voraussetzungen eine finanzielle Unterstützung für die Bekämpfung invasiver Neophyten beantragen.


Weit verbreitete Neophythen

Essigbaum

Der Essigbaum ist in Nordamerika zu Hause und kann bis zu acht Meter hoch werden. Er wurde früher oft angepflanzt, weil sich die Blätter im Herbst rotgelb verfärben. Der Baum breitet sich vor allem durch Wurzelausläufer aus und verdrängt einheimische Pflanzen. Sein Milchsaft ist schwach giftig und kann Haut- oder Augenentzündungen auslösen. Der Essigbaum ist gemäss Freisetzungsverordnung verboten und muss bekämpft werden.

 

Essigbaum ist verboten gemäss Freisetzungsverordnung. Kirschlorbeer steht auf der schwarzen Liste von Info Flora. (v.l.n.r.) BILDER ERWIN JÖRG

Götterbaum

Der Götterbaum stammt ursprünglich aus Ostasien und wächst bis zu 25 Meter hoch. Er ist raschwüchsig und verbreitet sich über seine Samen. Mit Gartenerde können Ausläufer in die freie Natur gelangen, wo der Götterbaum verwildert und die heimischen Pflanzen verdrängt. Er wächst sogar durch Asphalt und kann Strassen beschädigen. Der Götterbaum ist nicht verboten, steht aber auf der schwarzen Liste von Info Flora.

Kirschlorbeer

Der Kirschlorbeer ist in Asien zu Hause und wird bis zu acht Meter hoch. Früher wurde er als Hecken- oder Zierstrauch angepflanzt. Er blüht von April bis Juni, manchmal noch im Herbst. Er verbreitet sich über illegal entsorgte Gartenerde oder seine Kirschen, die von Vögeln verteilt werden. Die ganze Pflanze ist bis auf das Fruchtfleisch giftig. Kirschlorbeer ist nicht verboten, steht aber auf der schwarzen Liste von Info Flora.

Sommerflieder

Der Sommerflieder stammt aus China und Tibet und kann über drei Meter hoch werden. Er blüht von Juli bis September und lockt durch den intensiven Geruch seiner Blüten häufige Schmetterlingsarten an. Er fühlt sich in Flussauen wohl und verdrängt auenspezifische Pflanzen. Darum fehlt vielen seltenen Schmetterlingsraupen das Futter. Abgesehen davon ist Sommerflieder nach dem heutigen Wissensstand ungefährlich für Mensch und Tier. Sommerflieder ist nicht verboten, steht aber auf der schwarzen Liste von Info Flora.

DER NEOPHYTEN-CHECKER

Der kostenlose Neophyten-Checker www.houzy.ch/neophytenchecker von Houzy in Kooperation mit dem HEV Schweiz ist webbasiert. Das heisst, es spielt keine Rolle, welches Smartphone verwendet wird – es muss nur mit dem Internet verbunden sein. In wenigen Sekunden weiss man, ob die Pflanze ein invasiver Neophyt ist und, falls ja, wie man ihn wirksam und nachhaltig bekämpft.

Weitere Infos ww.houzy.ch