• Gartenpflege leicht gemacht

Gartenpflege leicht gemacht

27.06.2019 SABINE STAUFFER-STIEBELLEHNER Dipl. Ing. Landschaftsarchitektin SIA / BSLA, Grünplan GmbH

Gärten verursachen je nach Gestaltung – naturnah oder künstlich, standortgerecht oder exotisch – mehr oder weniger Arbeit. Für den Arbeitsaufwand ist auch entscheidend, ob entsprechende Hilfsmittel vorhanden sind. Wer gezielt in Pflegeleichtigkeit investiert, hat von Anfang an mehr Gartengenuss. Nachfolgend ein paar Tipps:

• Dauerhaft pflegeleichte Gärten kosten anfänglich mehr, weil man für gezielte Gestaltung, langlebige Materialien und Pflanzen sowie Helfer mehr ausgibt. Dafür wird man mit weniger Arbeit und mehr Genuss belohnt.

• Pflegeleichte Gestaltungen sind eine Gratwanderung: Sinnvoll ist eher ein naturnaher Stil, ohne dass dabei künstliche Naturstandorte nachgeahmt werden. So gibt eine gemischte Rabatte mit Sträuchern, mehrjährigen Stauden und vielen Bodendeckern langfristig weniger Arbeit als ein vermeintlich natürlicher Steingarten auf nährstoffreichen Mittellandböden. Besonders pflegeleicht ist der Garten, wenn der Boden der gemischten Rabatte zuerst mit ausreichend Bodendeckern bepflanzt und dann mit Rindenkompost abgedeckt wird. Auch Sand im Kräuterbeet, Kokosvlies unter neuen Stauden oder Hackholz für Sträucher helfen gegen Unkraut. Unsinnig ist hingegen eine Plastikfolie im Steingarten, da Unkrautsamen aus der Luft zufliegen.

• Ein weiterer Tipp ist: Weder Monokultur noch von allem ein bisschen. Also keine riesige Fläche mit Rosen, aber auch nicht eine Kombination aus Rasen, Feuchtbiotop, Gemüsegarten, südländischen Topfpflanzen und Obstbäumen usw. Pflegeleichter ist es, sich für ein Thema wie z. B. einen Blumengarten mit mehreren Sitzplätzen zu entscheiden.

• Standortgerecht ist einfacher zu pflegen als exotisch, da eine von Sträuchern umrandete Wiese fast ohne Eingriffe auskommt. Die Pflege eines Japangartens mit Bonsai, Rhododendren und gezupfter Moosfläche ist hingegen nahezu ein Vollzeitjob.

• Gleich zu Beginn sollte ein Garten am Hang mit Mauern terrassiert werden, denn eine bepflanzte Böschung ist mühsam zu pflegen. Zusätzlich müssen Treppen und Rampen als Zugang, z. B. zum Rasenmähen oder für die Entsorgung von Grüngut, eingeplant werden.

• Bedeutend pflegeleichter als Kiesflächen sind Wege und Plätze aus grossflächigen Platten oder fest ausgefugten Pflastersteinen. Diese werden so grosszügig angelegt, dass auch bei hineinragenden Pflanzen nicht gleich zur Schere gegriffen werden muss. Harte, dauerhafte Materialien wie Gneisplatten sind porösen Sicker- oder Sandsteinen, die am Schatten schnell vermoosen, vorzuziehen.

• Von Anfang an sollten Ent- und Bewässerung eingeplant werden. Eine Drainage im Rasen und bei Hangdruckwasser ist nachträglich mit viel Arbeit verbunden. Für eine Bewässerung ist ein Regenwasserspeicher sinnvoll, und für Töpfe auf Terrassen ist eine automatische Bewässerung unabdingbar, wenn man nicht jeden Tag tränken will. Ansonsten sollten im Garten mehrere Wasserzapfstellen vorgesehen werden, entweder zum Anschliessen eines Wassersprengers oder als dekorative Brunnen mit automatischer Wassernachspeisung.

• Ein Rasen verursacht dauerhaft Arbeit. Wer nicht verzichten, aber trotzdem wenig Arbeit haben will, muss alle Register ziehen: Rollrasen ist zu Beginn unkrautarm, und ein Rasenroboter spart Mäharbeit und Düngergaben. Eine Raseneinfassung, z. B. mit Pflastersteinen und möglichst wenig Einzelpflanzen in der Fläche, macht Kantenschneiden unnötig. Und einmal im Jahr den Gärtner kommen zu lassen, damit er vertikutiert, ausnivelliert und nachsät, spart viel Arbeit.

• Standortgerechte, langsam wachsende, gesunde, mehrjährige Gehölze wie z. B. Flieder, Fächerahorn, oder für trockene Standorte Hibiskus oder Felsenbirnen in Kombination mit guten Bodenbedeckern wie Golderdbeeren oder Elfenblumen, belohnen mit wenig Pflegeaufwand. Statt einer jährlich zu schneidenden Hecke schützt z.B. eine berankte Holzwand vor Einblicken.

• Häufig fehlt auch ein nahe liegender Ort, um Gartenutensilien unterzubringen. Ein Geräteschrank mit Schiebetüren benötigt wenig Platz und schafft viel Stauraum. Er wird am besten bei intensiv zu pflegenden Gartenbereichen wie einem Gemüsegarten platziert. Einfassungen, Terrassen am Hang oder eigentliche Hochbeete vereinfachen die Arbeit, da man sich nicht bücken muss. Ein Kompost für Schnittgut oder Problemunkräuter, die man zwischendurch abführt oder abführen lässt, sollte am Gartenrand eingeplant werden.

• Dankbare Helfer sind natürlich auch gute Gärtner, die den Garten je nach Bedarf zur Ferienzeit oder nach massgeschneidertem Pflegeplan das ganze Jahr über pflegen.