• Gärtnern für Anfänger: die Beerenpflege

Gärtnern für Anfänger: die Beerenpflege

06.08.2019 Ruth Schläppi, Schweizer Garten

Beerensträucher zum richtigen Zeitpunkt zu schneiden, ist nicht nur für Anfänger eine Herausforderung. Doch jetzt, nach der Ernte, sind die abgetragenen Ruten leicht erkennbar. Ein guter Grund für einen Schnitt.

Herbsttragende Himbeeren gehören wohl zu den pflegeleichtesten Beerenstauden. Sie werden in der Regel einjährig bewirtschaftet: Nach der Ernte, im Laufe des Winters, werden alle Triebe radikal und bodeneben abgeschnitten. Die neuen Austriebe müssen nun nur noch im kommenden Frühjahr, Mitte Mai, ausgelichtet werden. An ihnen werden bereits im folgenden Sommer wieder süsse Beeren reifen. Die Ernte dauert bis zu den strengen Frösten im Spätherbst an.

Gut erkennbar

Sommertragende Himbeeren, etwa die Zwerghimbeere Ruby Beauty, wachsen hingegen im Zweijahreszyklus. Im ersten Jahr werden die Jungruten angezogen. Nach der Überwinterung tragen diese Ruten im zweiten Jahr. Dementsprechend sieht auch der Schnittvorgang anders aus: Hier müssen die abgetragenen Ruten nach der Ernte bodeneben entfernt werden. Der Zeitpunkt im Sommer ist ideal dafür, da man die entsprechenden Triebe mit Leichtigkeit erkennt: Es sind jene Ruten, die zuvor Beeren getragen haben und nun vertrocknen. Daneben ragen hellgrüne Triebe empor, die erst im folgenden Jahr Blüten und Früchte bilden. Gleichzeitig mit dem Schnitt können auch die jungen Triebe geordnet und hochgebunden werden. Dabei lässt man pro Laufmeter 12 bis höchstens 15 Ruten stehen. Im Frühjahr dürfen diese nochmals auf 10 bis 12 gesunde Triebe ausgedünnt und auf die gewünschte Wuchshöhe eingekürzt werden.

Starker Wuchs

Mit starkem Wuchs begeistern Brombeeren, die dabei lange Ranken bilden. Im August ist der ideale Zeitpunkt, um an den jungen Ruten, die im folgenden Jahr Beeren tragen, alle Seitentriebe (Geiztriebe) auf 10 cm oder zwei Blätter zurückzuschneiden. Zu dieser Zeit können auch überzählige Triebe abgeschnitten werden, die als Jungruten aus dem Boden schiessen. Wer dies versäumt, kann es im Januar oder Februar nachholen: Dann alle Ruten, die im vergangenen Sommer Beeren trugen, direkt über dem Boden wegschneiden. Pro Strauch höchstens vier bis sechs Ranken stehen lassen.

Neu statt Alt

Bei Johannisbeeren unterscheiden sich die jungen Triebe stark von den alten: Sie sind kräftig, hochgewachsen und haben keine Seitenäste. Auch zeigen sie eine helle Farbe, im Gegensatz zu den alten Trieben, die dunkel und meist bemoost sind. Die Jungtriebe werden erst im zweiten und dritten Wachstumsjahr Beeren ansetzen.

Schneiden kann man Johannisbeeren ebenfalls nach der Ernte oder im Winter: Abgetragene Ruten bodeneben oder knapp oberhalb der Stelle abknipsen, wo sich die neuen von den alten Trieben verzweigen. An älteren Exemplaren, bei denen Jungtriebe als Seitenäste alter Triebe wachsen, den abgeernteten Trieb dort abschneiden, wo ein Jungtrieb aus diesem herauswächst. So bekommt dieser mehr Licht und Luft.

Bei Stachelbeeren kann mit der gleichen Technik geschnitten werden wie bei Johannisbeeren. Hier ist es wichtig, den Beeren im Sommer durch Einkürzen der Triebe mehr Licht zum Ausreifen zu geben. Dazu können Sie die Triebe bis oberhalb des Beerenansatzes einkürzen und den Busch dadurch in Form bringen.