• Förderung nur noch für die Grossen?

Förderung nur noch für die Grossen?

30.08.2019 NR HANS EGLOFF, Präsident HEV Schweiz

Im April dieses Jahres hat der Bundesrat die Vernehmlassung zu verschiedenen Verordnungen im Energiebereich angestossen. Dieses Mal standen EnV, EnEV und die EnFV zur Diskussion. Falls es auch Ihnen zu viele «Ens» und «Vs» bei diesen Abkürzungen hat, hier die Erklärungen dazu: EnV steht für Energieverordnung. Hier werden die grundlegenden Themen aus dem Energiegesetz (EnG) ausgeführt. Hinter EnEV verbirgt sich die Energieeffizienzverordnung. Darin enthalten sind sämtliche Regelungen zu den Energieanforderungen von Geräten oder Fahrzeugen. Die Energieförderverordnung (EnFV) regelt – wie es der Name sagt – die Förderung seitens Bund im Bereich der erneuerbaren Stromproduktion.

Tarifänderung für die Einmalvergütung

Im vorliegenden Revisionspaket ist aus Sicht der Immobilieneigentümer insbesondere die EnFV von Interesse. Neben Anpassungen bei der Förderung von Grosswasserkraftanlagen und der Erweiterung von Wasserkraft- und Biogasanlagen werden auch die Vergütungssätze für die Photovoltaikanlagen angepasst. Solche Anpassungen sind grundsätzlich nichts Neues. Bereits in den vergangenen Jahren erfolgte jeweils auf den 1. April eine Anpassung der Tarife. So sollen auch auf den 1. April 2020 die Beiträge für die Einmalvergütung gesenkt werden. Dies widerspiegelt die nach wie vor günstiger werdenden Modulpreise. Neu ist jedoch dieses Mal der Umstand, dass der Grundbeitrag für sämtliche Anlagen gesenkt wird, während der Leistungsbeitrag lediglich für kleine Anlagen unter 30 kWp gesenkt werden soll. Entsprechend soll ab dem 1. April 2020 für alle Anlagengrössen einheitlich ein Grundbeitrag von Fr. 1500.– sowie ein Leistungsbeitrag von Fr. 330.– pro kWp ausbezahlt werden. Gemäss erläuterndem Bericht zur Vorlage entsprechen diese Beiträge zwischen 17 Prozent und 30 Prozent der Investitionssumme. Dabei ist abzusehen, dass die kleinen Anlagen eher bei 17 Prozent und die grossen bei gegen 30 Prozent Förderanteil zu liegen kommen.

Verkehrte Anreize

Diese Anreize sind jedoch genau verkehrt. Kleine Anlagen werden immer teurer sein als grosse, die über weniger Anschlüsse und im Verhältnis geringere Installationen verfügen. Als Grund wird der Anreiz, grosse Anlagen über 30 kW zu erstellen, angegeben. Dabei wird ausser Acht gelassen, dass bei vielen Bauten – insbesondere im Bereich der Einfamilienhäuser – die Installation einer grösseren Anlage aufgrund der vorhandenen Dachfläche nicht möglich ist. Sollen namhafte Beiträge zur Stromproduktion durch Solarenergie erzielt werden, sind auch kleine Flächen zu nutzen. Gerade bei Einfamilienhäusern lassen sich Photovoltaikflächen einfach realisieren, da die Eigentümer direkt entscheiden können und nicht zuerst noch Miteigentümer von der Investition überzeugen müssen.

In der Vernehmlassungsantwort habe ich mich deshalb dafür eingesetzt, dass die aktuellen Grundund Leistungsbeiträge der Einmalvergütung wie bisher belassen werden.