• Fenster sanieren oder ersetzen?

Fenster sanieren oder ersetzen?

01.05.2020 Faktor Journalisten

Fenster – Moderne Fenster übertreffen ihre früheren Pendants in zahlreichen Punkten. Bei Mängeln oder Schäden ist je nach Gebrauchsdauer zu prüfen, ob eine Reparatur sinnvoll ist.

Fenster werden durch die Bewohner meist intensiv genutzt, aber auch durch Wind und Wetter stark beansprucht. Trotz guter Qualität und regelmässiger Wartung können im Laufe der Jahre Materialermüdungen, Undichtheiten oder Schadstellen entstehen. Wichtig ist, dass Schäden frühzeitig entdeckt und ausgebessert werden. So können Nutzer ihre Fensterelemente für eine weitere einwandfreie Funktion möglicherweise wieder fit machen. Ein Fenstertausch, der mit höheren Kosten verbunden ist, lässt sich eventuell hinauszögern oder gar vermeiden. Ob eine Reparatur sinnvoll ist, oder ein Austausch die bessere Lösung wäre, hängt von vielen Faktoren ab. Um dies zu entscheiden, sollte am Anfang eine umfassende Analyse der vorhandenen Bauteile stehen.

Dichtigkeit prüfen

Es gibt eine einfache Methode, um zu erkennen, ob das Fenster undicht ist. Eine brennende Kerze wird langsam am Fensterrahmen vorbeigeführt. Brennt die Kerze ruhig, signalisiert dies ein dichtes Fenster, beginnt die Flamme zu flackern, ist das Fenster an dieser Stelle undicht. Für diesen Test bietet sich alternativ ein Teelicht an. Es minimiert die Gefahr, dass Wachs auf die Fensterbank oder den Boden tropft.

Eine weitere Möglichkeit ist der Papiertest: Hierzu wird bei offenem Fenster ein Blatt an den Rahmen gehalten und das Fenster geschlossen. Lässt sich das Papier ohne Mühe herausziehen, kann Luft wahrscheinlich ohne Weiteres eindringen oder entweichen – und das Fenster ist undicht. 

Kostengünstige Lösung

Die kostengünstigste Lösung zur Fensteroptimierung ist das Ausbessern kleinerer Schäden und Fehler. Bei Holzrahmen können kleinere Blessuren abgeschliffen und übermalt oder poliert werden. Brüchige oder spröde Dichtungen lassen sich durch neue ersetzen, die beispielsweise in Baumärkten erhältlich sind. Vorsicht ist bei profilierten Dichtungen geboten, hier sollte adäquater Ersatz des gleichen Herstellers genutzt werden. 

Etwas anspruchsvoller ist die Entfernung kleiner Schäden auf der Glasscheibe. Es gilt abzuwägen, ob man mit den kleinen Fehlern, sofern sie die Funktion des Fensters nicht beeinträchtigen, leben kann. Hierbei besteht auch das Risiko, den Schaden durch Reparaturversuche zu vergrössern.

Eine Aufgabe für Profis

Mit Blick auf die Energieeffizienz ist ein Fensterersatz eine gute Investition. Da die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Fensters aber in der Regel über 30 Jahre beträgt, lohnen sich eine fachkundige Beratung und eine sorgfältige Auswahl in jedem Fall. Wer auf eine gute Planung setzt, spart später Zeit bei der Montage. Dies bedeutet weniger Staub und Lärm im Haus. Ebenso minimieren genau passende Produkte zusätzliche Arbeitsaufwände wie das Ausbessern oder neu Streichen von Wänden und senken damit die gesamten Projektkosten.

Fenster erlangen nur dann ihre volle Funktionsfähigkeit, wenn sie richtig und damit sachgerecht eingebaut sind. Deshalb sollte dies immer die Angelegenheit von Profis sein. 

Markante Qualitätssteigerungen

In den letzten 20 Jahren hat sich die energetische Qualität von Fenstern mehr als verdoppelt. Moderne Fenster haben weniger Wärmeverlust als eine ungedämmte Backsteinwand. Bei alten Fenstern isolierte der Fensterrahmen doppelt so gut wie das Fensterglas, bei neuen Fenstern ist es umgekehrt. 

Mit aktuellen Wärmeschutzverglasungen wurde der Wärme- und damit der Energieverlust sukzessive verringert. Dreifachverglasungen sind heute zwei- bis dreimal besser als Zweifachverglasungen, was auch zu einem behaglicheren Wohnklima führt. Nachteilig wirkt sich aus, dass in der kalten Jahreszeit weniger wärmende Wintersonne ins Gebäude gelangt und sich diese Gratisenergie dadurch nicht nutzen lässt.

Trotzdem überwiegen die Vorteile ganz klar, denn neue Fenster leisten zusätzlich einen wichtigen Beitrag zum Schallschutz, wodurch sich der Aussenlärm um bis zu 50 Prozent reduzieren lässt. Und Verbundsicherheitsgläser tragen wesentlich zum Einbruchschutz bei. Speziell bei Balkontüren empfiehlt sich im Zusammenhang mit Einbruchsicherheit die Montage von Griffen mit Schliessfunktion.

Regelmässig Lüften

In einem Haushalt entsteht kontinuierlich Feuchtigkeit. Sei es durch Duschen oder Kochen oder einfach durch das Atmen der Bewohner. Diese Feuchtigkeit muss regelmässig mit der verbrauchten Luft aus den Räumen geführt und durch Frischluft ersetzt werden. Alte Fenster sind meist nicht vollkommen dicht, so dass es fortlaufend zu einem Austausch zwischen der Raum- und der Aussenluft kommt. Die Luftqualität verbessert sich so zwar, energetisch ist dieses ständige «Lüften» allerdings unerwünscht.

Moderne Fenster hingegen sind bedeutend dichter als ihre alten Pendants. Der Luftaustausch wird folglich unterbrochen, sodass die verbrauchte und feuchte Luft nicht mehr von allein aus den Räumen geleitet wird. Daher ist es notwendig, bei neuen Fenstern richtig und regelmässig zu lüften. 

Hierbei empfiehlt sich die sogenannte Stosslüftung, bei der das Fenster zwei- bis dreimal täglich fünf bis zehn Minuten komplett geöffnet wird. Auf diese Weise kühlt der Raum nicht so stark aus, wie es bei dauerhafter Kippstellung der Fall ist, und die Energieverluste werden begrenzt.

Hightech-Produkt Fenster

Ob beim Neubau oder bei einer Modernisierung: Wer beim Thema Fenster die richtige Entscheidung treffen will, steht vor einer ganzen Reihe von Fragen. Ein Fenster ist heute ein modernes Hightech-Produkt, das mehrere Funktionen erfüllt. Es sorgt für Tageslicht und Sicht nach draussen sowie für eine günstige Energiebilanz. Fenster und Balkontüren mit zusätzlichen Sicherungsmassnahmen tragen zudem zum Einbruchschutz bei. Und möglicherweise benötigt das Haus einen speziellen Schallschutz, wozu Fenster massgeblich beitragen.

Lohnende Überlegungen

Wer sich damit beschäftigt, Fenster zu ersetzen, hat die Gelegenheit, sich auch über Begleitaspekte Gedanken zu machen. Da Fenster einige Funktionen vereinen, lohnt sich eine Gesamtsicht:

  • Das Alter und die Lebensdauer der Fenster entscheiden über deren Reparatur oder Austausch.
  • Beim Fensterersatz bieten sich auch Möglichkeiten, barrierefreie Übergänge zu schaffen.
  • Sind Storen und Fenster miteinander verbaut, lohnt es sich, über die Sanierung beider nachzudenken.
  • Schallschutzgläser leisten je nach Gebäudestandort einen zusätzlichen Beitrag zum Wohnkomfort.
  • Fenstergriffe mit Schliessfunktion steigern den Einbruchschutz.
  • Sonnenschutzgläser können die sommerliche Hitze fernhalten. Diese verfügen über spezielle Beschichtungen, die Tageslicht passieren lassen, während sie das Eindringen von Sonnenwärme in den Raum praktisch unterbinden.

Regelungen bei denkmalgeschützten Bauten

Insbesondere bei Denkmalbauten ist der Punkt des Erscheinungsbildes wesentlich. Neue Fenster müssen hier den Anforderungen der Denkmalpflege genügen.

Gerade bei der Instandstellung oder dem Ersatz von Fenstern in denkmalgeschützten Gebäuden sind eine gute Beratung und erfahrene Handwerker sehr hilfreich. BILD HOLZMANUFAKTUR ROTTWEIL GMBH