• Elektromobilität ja, aber freiwillig

Elektromobilität ja, aber freiwillig

06.08.2021 aNR HANS EGLOFF Präsident HEV Schweiz

Nach dem Erfolg des HEV bei der CO2-Gesetz-Abstimmung ist klar: Die Bevölkerung setzt auf freiwillige Massnahmen und Entscheidungskompetenz und weniger auf Vorschriften und Verbote. Dies ist nicht nur im Gebäudebereich der Fall, sondern auch bei der Mobilität.

Als hätte Bundesrätin Simonetta Sommaruga gespürt, dass das CO2-Gesetz überladen ist, hat sie im März alle grossen Verbände und Player zu einem Elektromobilität-Spitzentreffen eingeladen. Thema: eine gemeinsame Roadmap Elektromobilität 2022. Diese beinhaltet folgende Ziele:

  • Der Anteil Elektrofahrzeuge bei den Neuzulassungen soll weiterhin zunehmen.
  • Die Anzahl öffentlicher Ladestationen soll rasch ansteigen.
  • Der Infrastrukturausbau soll beschleunigt werden, damit zu Hause geladen werden kann.

Das Bundesamt für Energie und die eingeladenen Verbände sind nun angehalten, Massnahmen zur Erreichung dieser Ziele vorzuschlagen und in die Roadmap aufzunehmen.

Information statt Vorschriften

Das ist ein Weg, den auch der HEV unterstützt. Freiwillige Massnahmen, unterstützende Programme und beratende Angebote schaffen mehr Akzeptanz und lösen letztendlich mehr Innovation aus als starre Vorgaben. Bereits vor Jahren hat der HEV Schweiz entsprechende Merkblätter und Mietvertragszusätze zur Einrichtung von Ladestationen erstellt (vgl. Kasten) . In unserem Verbandsorgan «Der Schweizerische Hauseigentümer» berichten wir zudem regelmässig über das Thema Elektromobilität und die damit verbundenen Investitionen in Gebäuden. Allerdings stehen auch hier wieder verschiedene politische Vorstösse auf der Türschwelle respektive vor der Garageneinfahrt. Gewisse Kreise werden nicht müde, immer wieder Pflichten zur Installation von Ladestationen zu fordern. Stehen auf nationaler Ebene aktuell noch die Anfragen an den Bundesrat im Zentrum, wird auf kantonaler Ebene bereits eine Pflicht zur Einrichtung von Ladestationen gefordert. Im Kanton Luzern wurde eine Motion eingereicht, die verlangt, dass bei Neubauten oder nach Sanierungen Installationen für Elektroladestationen vorgesehen werden müssen. Das geforderte Recht auf eine Ladestation ist da nicht mehr weit.

Ängste und Vorbehalte können jedoch nicht mittels Vorschriften abgebaut werden. Beratung und Unterstützung sind hier angezeigt und schaffen Akzeptanz für neue Technologien. Diesen Weg müssen wir gehen.

Das Merkblatt «Einrichten von Ladestationen für Mieter» beschreibt verschiedene Vorgehensweisen hinsichtlich mietrechtlicher Belange zum Einrichten von Elektroladestationen.

Die Mustervereinbarung «Bewilligung zum Einrichten von Ladestationen für Elektrofahrzeuge» kann als Zusatz zum bestehenden Mietvertrag für einen Garagenplatz benutzt werden.

Das Merkblatt «Ladestation Stockwerkeigentum»enthält detaillierte Erläuterungen zum Vorgehen und der Organisation der Beschlussfassungen mit Blick auf das Einrichten von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Einstellhallen im Stockwerk- bzw. Miteigentum.