• Einen Finger rühren, um Energie zu sparen

Einen Finger rühren, um Energie zu sparen

10.10.2019

Stromsparen in der Küche – Rund um den «Energyday» wird die Bevölkerung mit zahlreichen Aktivitäten für das Stromsparen im Haushalt sensibilisiert. Auch in der Küche lässt sich der Energieverbrauch mit verschiedenen Massnahmen reduzieren.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Grosses bewirken. «In Ihrem Finger liegt die Zukunft» lautet passenderweise das Motto des Energyday. Gemeint ist damit, dass jede und jeder ohne viel Aufwand – quasi mit nur einem Finger – wesentlich zum Stromsparen beitragen kann. Wer etwa das Ladegerät aussteckt, den Ausschaltknopf drückt, das Eco-Programm wählt oder beim Gerätekauf die Energieetikette prüft, kann den Energieverbrauch bereits deutlich reduzieren. Da jedoch die dafür nötigen Verhaltensänderungen nicht von selbst geschehen, macht das Projekt Energyday mit verschiedenen Aktivitäten in der ganzen Schweiz auf das Thema aufmerksam. Beim eigens kreierten Online-Spiel «Energy Hero» beispielsweise versuchten beim letztjährigen Event rund 16 000 Teilnehmer, ihre Fingerfertigkeit zu beweisen. Gleichzeitig wurden sie so spielerisch auf das Stromsparen im Haushalt sensibilisiert.

Effiziente Maschinen kaufen

Die Fokussierung auf die Haushalte ist wichtig, denn diese sind für einen Drittel des Schweizer Stromverbrauchs verantwortlich. Gemäss Bundesamt für Energie (BFE) könnten im Haushaltssektor rund 30 Prozent eingespart werden, und zwar ohne Einschränkung der Lebensqualität. Sparpotenzial bietet sich zum Beispiel in der Küche, wo diverse Geräte mit hohem Energieverbrauch im Einsatz stehen. Eine Möglichkeit zur Verringerung des Strombedarfs ist die Nutzung moderner Maschinen mit hoher Energieeffizienz. Bei der Anschaffung eines neuen Kühlschranks, eines Geschirrspülers oder eines Tiefkühlers sollte deshalb der Energieverbrauch des Produkts berücksichtigt werden. Dieser lässt sich heute bei den meisten Geräten anhand der Energieetikette prüfen.

Für die Umwelt und das Portemonnaie

«Beim Kauf sollte man stets darauf achten, die energieeffizienteste Variante zu erwerben», betont Jürg Berner. Berner ist Fachdelegierter des FEA, des Fachverbands Elektroapparate Schweiz. Der Energieexperte weist darauf hin, dass beispielsweise ein Tiefkühler der Klasse A+ mehr als doppelt so viel Strom verbraucht wie ein Tiefkühler der Klasse A+++. «Es ist also nicht sinnvoll, ein nur beschränkt energieeffizientes Gerät zu kaufen, wenn man wirklich Strom sparen will.» Und selbst wenn das effizienteste Produkt in der Anschaffung teurer ist, sind die Mehrausgaben aufgrund des geringeren Energiebedarfs rasch amortisiert. Wer zum Beispiel einen alten, ineffizienten Kühlschrank mit einem jährlichen Stromverbrauch von 450 kWh durch einen modernen Kühlschrank der Klasse A+++ (130 kWh pro Jahr) ersetzt, spart jedes Jahr rund 60 Franken bei den Stromkosten. Bei einer Lebensdauer von 10 Jahren resultiert bereits ein Unterschied von 600 Franken, was allfällige Mehrkosten bei der Anschaffung durchaus rechtfertigt. Ein neues, energieeffizientes Gerät schont also neben der Umwelt auch den eigenen Geldbeutel.

Korrekte Bedienung gehört dazu

Stromsparen beschränkt sich indes nicht auf die Installation geeigneter Geräte, Maschinen und Apparate, sondern umfasst auch deren richtige Handhabung. Oft haben schon vermeintliche Details einen wesentlichen Einfluss auf den Energieverbrauch. Experte Berner nennt darum einige hilfreiche Tipps zur Reduktion des Stromverbrauchs in der Küche:

Kühlen

• Richtige Temperatur einstellen: 7 Grad im Kühlschrank, –18 Grad im Tiefkühler;

• Tiefkühler ohne automatische Abtauung mind. 1x pro Jahr enteisen;

• Keine warmen Speisen in den Kühlschrank stellen;

• Türen müssen gut schliessen: defekte Dichtungen ersetzen;

• Übersichtlich einräumen: dank kürzerer Öffnungszeit gelangt weniger Wärme hinein.

Geschirr spülen

• Nicht von Hand vorspülen – die Maschine benötigt dafür weniger Wasser;

• Maschine erst starten, wenn sie voll beladen ist;

• Sparprogramme anwenden (je nach Verschmutzungsgrad).

Kochen

• Pfannen verwenden, die gleich gross wie die Kochplatte oder grösser sind;

• Deckel verwenden: Kochen ohne Deckel benötigt ca. 3x mehr Energie;

• Pfannen mit unebenem Boden ersetzen;

• Dampfkochtopf nutzen, wenn die Garzeit in einem normalen Topf mehr als 20 Minuten dauert.

Backen

• Den Backofen nicht vorheizen, stattdessen die Nachwärme nutzen;

• Backofenfenster sauber halten, um Öffnen zu vermeiden (20 Prozent Wärmeverlust);

• Umlufthitze nutzen – Temperatur wird schneller erreicht, und die Luft verteilt sich besser.

Auch die Kleinen fressen Strom

Neben den grossen Küchengeräten wie dem Kühlschrank oder dem Backofen verwenden wir täglich auch viele kleinere Geräte. Diese verbrauchen allerdings – auch wenn man es ihnen nicht ansieht – oft ebenfalls viel Strom. Toaster, Mikrowelle, Wasserkocher und Co. benötigen nämlich für die schnelle Erhitzung grosse Energiemengen. Deshalb gilt es einerseits, bei diesen Geräten ebenso auf die Energieeffizienz zu achten wie bei den grossen Maschinen. Andererseits sollten sie aber auch überlegt eingesetzt werden. Als Faustregel gilt hier, dass sich das kleine Gerät (z. B. die Mikrowelle) für kleine Mengen und Gerichte lohnt, während für eine Familie die grosse Variante (Backofen) sinnvoller ist. Unabhängig von ihrer Grösse ist vielen Elektrogeräten gemeinsam, dass sie im Standby-Modus weiter Strom ziehen. Experte Berner empfiehlt deshalb, die Geräte an eine Mehrfachsteckdose anzuschliessen, die sich bequem an- und ausschalten lässt. So lässt sich mit nur einer Fingerbewegung viel Energie sparen – wie es uns der Energyday seit Jahren erfolgreich vermittelt.

DEFEKTE GERÄTE

Soll ich defekte elektrische Geräte reparieren lassen oder ersetzen?

• Für 3- bis 4-jährige Geräte sollten die Reparaturkosten nicht mehr als 40 Prozent des Preises für ein Neugerät betragen;

• für 5- bis 6-jährige Geräte nicht mehr als 20 Prozent;

• für 7-jährige und ältere Geräte nicht mehr als 5 Prozent.

Eine umfassende Entscheidungshilfe finden Sie unter www.energyday.ch/geraete-ersetzen oder mittels Sparpotenzial-Check von www.compareco.ch 


Die Energieetikette gibt Auskunft darüber, wie energieeffizient ein Haushaltsgerät ist.