• Die neuen Kindermöbel: Formschönes für das eigene Reich

Die neuen Kindermöbel: Formschönes für das eigene Reich

14.07.2020 ANDREA ESCHBACH, Journalistin

Klasse statt Masse: Lieber etwas weniger im Kinderzimmer, dafür mehr Produkte mit Qualität, so lautet das Credo bei der Einrichtung von Kinderzimmern heute. Eltern setzen dabei neben Funktionalität und Langlebigkeit verstärkt auf das Design und suchen dabei nach dezent-modernen Möbeln für das Kinderzimmer.

Holzmöbel sind wahre Longseller im Kinder- und Jugendmöbelangebot. Mit dem Werkstoff Holz verbinden viele Eltern positive Attribute wie nachwachsend, nachhaltig und gesund. So entwarf die Westschweizer Designgruppe Big- Game für das japanische Label Karimoku eine kindgerechte Version seiner «Castor Chairs». Der «Castor Kids Chair» wurde ursprünglich für den Einsatz in Kinderbetreuungsstätten entworfen – aber er passt auch ins Zuhause. Leicht, kompakt und komfortabel ist der Stuhl ausserdem stapelbar. Die Rückenlehne, die hinteren Beine und die Verbindungselemente wurden sorgsam für besondere Stabilität und für Komfort gefertigt, während die transparente farbige Lackierung die Textur und Robustheit der japanischen Eiche hervorhebt.

Die neuen Multitalente

Eine Alternative zum üblichen Tripp-Trapp-Stuhl bietet der dänische Hersteller Fritz Hansen: Mit der Serie «7TM Junior» macht man Kindern Platz am Tisch. Dieser hohe Stuhl für Kinder ab drei Jahren ist in schwarzem Eschenfurnier und mit verchromten Beinen erhältlich. Die Sitzschale ist aus in Form gepresstem Furnier, die Innenseiten aus Buchenfurnier gefertigt.

 

Der dänische Hersteller Fritz Hansen bittet die Kleinen zu Tisch. Platz nehmen sie auf dem «7TM Junior», der perfekt mit den klassischen 7TM-Stühlen harmoniert. Hochstuhl, Lernturm oder Bank: Der «Zaunkönig» von Designerin Ursula Schreck ist ein Alleskönner und auf der internationalen Plattform für kindgerechte Gestaltung «Afilii» erhältlich. (v.l.n.r.)

«Warum gibt es eigentlich kein Möbelstück, das Lernturm, Hochstuhl und Spielmöbel in einem ist?», fragte sich die deutsche Designerin Ursula Schreck. Sie entwarf deshalb kurzerhand den «Zaunkönig». Das ökologische Massivholzmöbel mit komfortablem Faltpolster ist mal Hochstuhl für Kinder ab neun Monaten, mal sicherer Lernturm zum Mitmachen. Dafür wird das auf der Plattform für kindgerechte Gestaltung «Afilii» erhältliche Multitalent einfach umgedreht und an eine Arbeitsfläche gerückt oder frei in den Raum gestellt. Liegt das kreative Kindermöbel längs, ist es eine gemütliche Bank – oder eine Räuberhöhle.

Die Wandelbarkeit ist ein starkes Verkaufsargument bei Kindermöbeln. Wenn aus dem Babybett mit wenigen Handgriffen ein Gitterbett für das Kleinkind wird oder der Schreibtisch über viele Jahre mitwächst, schont das die Ressourcen und den Geldbeutel. So begleitet das Möbelsystem von Filomi – ebenfalls erhältlich bei Afilii – Kinder vom Wickeltisch bis in die Teenagerzeit.

  

Das Filomi-Möbelsystem wächst mit und schont so nicht nur die natürlichen, sondern auch die finanziellen Ressourcen. Mit wenigen Handgriffen wird aus dem Babybett ein Gitterbett für das Kleinkind und später ein Hochbett oder ein Schreibtisch.

Das Möbel wächst nicht bloss mit – es passt sich dank seiner schlichten kubischen Grundformen und reduzierten Farbigkeit auch jedem Stil an. Boxen und Taschen aus weichem Filz helfen bei der täglichen Organisation. Stabile Verbindungen aus Edelstahl machen jede Kombination – egal ob Regal, Schreibtisch oder Hochbett – beruhigend sicher.

Klassiker für Kids

Eine Wiederentdeckung sind die Kindermöbel von Hans J. Wegner, der grossen Designlegende Dänemarks. Der für seine organischen Möbel bekannte Architekt entwarf ein klassisches und praktisches Möbelset für Kleinkinder, das nun von Carl Hansen & Son neu aufgelegt wurde. Das «Tisch und Stuhl»-Ensemble «CH410» und «CH411» kann ohne Werkzeug zusammengebaut werden – ganz neu für die damalige Zeit. Beide Möbel sind frei von scharfen Kanten und bestehen aus unbehandeltem massivem Ahornund Buchenholz, wodurch sie für Kinder jeden Alters völlig ungefährlich sind. Die Geschichte dahinter: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs suchte Hans J. Wegner nach einem passenden Geschenk für Peter, den kleinen Sohn seines Freundes und Designer-Kollegen Børge Mogensen. Aufgrund des Krieges war es unmöglich, ein passendes Geschenk zu finden, und so entwarf und produzierte Hans J. Wegner kurzerhand selbst eins.

Ein Klassiker unter den Kindermöbeln: der von Hans J. Wegner entworfene Tisch «CH411» und der dazu passende Stuhl «CH410».

Auch im Garten muss man nicht auf formschöne Kindermöbel verzichten: Der französische Gartenmöbelhersteller Fermob stellt nicht nur kindgerechte Formate seiner Bestseller wie die «Luxembourg»-Kinderbänke und -tische her, sondern auch Möbel mit einem Augenzwinkern wie den «Mickey Mouse»-Kinder- Bistrostuhl.

Möbel aus Plastikspielzeug

Eine Entdeckung ist auch das belgische Label EcoBirdy. Das junge Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, altes Plastikspielzeug zu recyceln und daraus Neues zu erschaffen. Das Unternehmen hat für seine Idee, Spielzeug ein neues Leben zu geben, bereits viele internationale Auszeichnungen erhalten. Jedes produzierte Möbelstück ist wiederum recycelbar, eine Win-win-Situation für die Umwelt also. So zeigt sich der Kinderstuhl «Charlie Ocean» in freundlichen und weichen Formen und mit abgerundeten Ecken sowie einer grossen Sitzfläche. Der Stuhl ist leicht und gleichzeitig stabil, und kann so auch von Kindern gut bewegt werden.