• Das CO2-Gesetz kostet deutlich mehr!

Das CO2-Gesetz kostet deutlich mehr!

12.05.2021 aNR HANS EGLOFF, Präsident HEV Schweiz

Die Energiestrategie 2050 soll alljährlich 40 Franken pro Person kosten. Das hat uns seinerzeit Alt-Bundesrätin Doris Leuthard erzählt. Bei ihrer Nachfolgerin, Bundesrätin Simonetta Sommaruga, hat sich der Preis beinahe halbiert. Die weitergehende Senkung des Treibhausgasausstosses, wie ihn das neue CO2-Gesetz vorsieht, soll bei einer vierköpfigen Familie jährlich mit 100 Franken zu Buche schlagen. Mit Blick auf die vielen zusätzlichen Abgaben und Investitionen scheint dies erstaunlich günstig.

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... weniger zu trinken pro Jahr, das wäre grundsätzlich ja nicht das Unmöglichste. Nur werden die effektiven Kosten, die aus dem neuen CO2-Gesetz resultieren, deutlich höher ausfallen. Allein der Anstieg der CO2-Abgabe für Brennstoffe führt bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus schon zu jährlichen Mehrkosten von rund 500 Franken. Muss das Heizsystem ersetzt und somit ein solches mit erneuerbaren Energien eingebaut werden, fallen diesbezüglich und für die erforderlichen energetischen Zusatzmassnahmen hohe Investitionskosten an. Deren Amortisation über die Lebensdauer hinweg beläuft sich für besagtes Durchschnitts- Einfamilienhaus schnell einmal auf 1500 bis 2000 Franken pro Jahr. Entsprechend ist im Mehrfamilienhaus, bei einer Wohnfläche von 100 m2, mit einer durchschnittlichen Mietzinserhöhung von 140 Franken zu rechnen – pro Monat. Diese Mehrbelastungen entstehen allein durch das Wohnen. Da ist noch kein Kilometer mit dem Auto zurückgelegt worden, von einem Flug ganz zu schweigen.

Es braucht keine neuen Gesetze und Verbote

Es ist unbestritten: Der Treibhausgasausstoss aus fossilen Brenn- und Treibstoffen muss reduziert werden. Das wollen auch die Hauseigentümer. Die Frage ist aber, wie schnell und mit welchen Kostenfolgen dies geschehen soll. Wenn bereits bei einem Brenner-Ersatz ganze Liegenschaften nachgedämmt oder Heizverteilsysteme ersetzt werden müssen, damit der Einsatz einer Wärmepumpe überhaupt möglich wird, handelt es sich meist nicht um besonders wirtschaftliche Lösungen. Anstelle neuer Gesetze und Verbote sollten wir den erfolgreichen Weg der Freiwilligkeit mit Beratung und Anreizen fortsetzen. Ein ökologischer und wirtschaftlich verträglicher Wandel ist möglich, wenn schlaue Konzepte zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt werden können. Das neue CO2-Gesetz setzt stattdessen weiterhin auf Zwang und Druck. Deshalb braucht es am 13. Juni ein Nein zu diesem CO2-Gesetz!