• Bodenstrategie für die Schweiz – was bedeutet das für Eigentümer?

Bodenstrategie für die Schweiz – was bedeutet das für Eigentümer?

12.10.2018 NR HANS EGLOFF, Präsident HEV Schweiz

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat gemeinsam mit weiteren Bundesämtern einen Entwurf für eine schweizerische Bodenstrategie vorgelegt. Der HEV Schweiz hat die Gelegenheit bekommen, sich dazu zu äussern.

Ist die Nutzung des Schweizer Bodens nachhaltig?

Gemäss dem BAFU ist der Boden eine ökonomisch und ökologisch wertvolle, nicht erneuerbare Ressource. Er erfüllt vielfältige Funktionen: Er speichert beispielsweise CO2, filtert Trinkwasser, speichert Wasser und trägt so zum Schutz vor Überschwemmungen bei. Ausserdem ist er die Grundlage für unsere Lebensmittelproduktion. Der Boden ist aber auch die Fläche, auf der wir wohnen. Die Bevölkerung in der Schweiz wird in Zukunft wachsen und daher noch mehr Platz zum Wohnen benötigen. Ist der Boden einmal zerstört, etwa weil er überbaut wurde, kann er nicht so leicht wiederhergestellt werden. Die Nutzung des Bodens in der Schweiz ist laut dem BAFU nicht nachhaltig. Mit der Bodenstrategie soll deshalb ein Orientierungsrahmen für die Behörden von Bund und Kantonen geschaffen und so ein besserer Schutz des Bodens erreicht werden.

Inwiefern betrifft das Hauseigentümer?

Der Entwurf der Bodenstrategie formuliert übergeordnete Ziele: Bis 2030 soll der Bodenverbrauch in der Schweiz halbiert werden, in der Raumplanung soll nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Böden eine Rolle spielen. Degradierte Böden sollen wiederhergestellt und die Bevölkerung soll für das Thema sensibilisiert werden. Auch Hauseigentümer sind von den angedachten Massnahmen betroffen. Beispielsweise schlägt das BAFU vor, dass die Umweltauswirkungen auch bei kleineren Bauvorhaben verstärkt überprüft werden sollten. Heute gelten zwar für alle Baustellen die gleichen Umweltvorgaben, diese werden jedoch nur bei grossen Vorhaben tatsächlich überprüft. 

Wo liegen gemeinsame Interessen?

Ebenfalls geplant sind Massnahmen, welche die Bodenqualität in bestehenden Siedlungen verbessern sollen. Gemäss dem BAFU gehören Gärten zu den am stärksten mit Schadstoffen belasteten Böden in der Schweiz. Das BAFU schlägt daher eine stärkere Regulierung von Pflanzenschutzmitteln vor. Denkbar sind aber auch Vorgaben zur Aufwertung von belasteten Böden. Ein Augenmerk möchte das BAFU auch darauf legen, dass die Böden nicht noch stärker versiegelt werden. Dies ist wichtig, weil das Wasser auf versiegelten Böden nicht versickern kann und dadurch die Gefahr von Überschwemmungen steigt. Der Schutz vor Überschwemmungen liegt auch im Interesse der Eigentümer, in diesem Fall decken sich die Anliegen des Bodenschutzes mit denjenigen der Grundeigentümer. 

Wie genau die Vorschläge im Entwurf schlussendlich aussehen werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer abschätzbar. Auch wenn eine gewisse Sensibilisierung für das Thema nicht schadet, werde ich die geplanten Massnahmen genau prüfen. Eigentümer sollen durch geplante Massnahmen nicht zu stark belastet werden, und die Eigentumsrechte müssen gewahrt bleiben. Dafür werde ich mich einsetzen.