• Bodenbeläge für den Aussenbereich

Bodenbeläge für den Aussenbereich

19.07.2019 TOBIAS FRANZKE, Silvedes AG, Brütten

Terrasse – Für den Terrassenboden kommen Holz, Beton, Kunststoff, Naturstein, Kies oder Feinsteinzeug als Materialien infrage. Darauf sollten Sie achten.

Auf Terrasse oder Sitzplatz gehören Farbgebung, Materialisierung und Verlegeart des Bodenbelages mit zu den wichtigsten Gestaltungselementen, um einen stimmigen Aussenwohnraum zu erschaffen. Der persönliche Geschmack und das Zusammenspiel von Gebäude, Möblierung, Pflanzen und Gefässen bilden die Grundlage für die Auslese. Um diesen bedeutenden Grundsatzentscheid fundiert treffen zu können, ist es hilfreich zu wissen, wie sich die unterschiedlichen Materialien hinsichtlich Haltbarkeit, Alltagstauglichkeit, Verschmutzungstoleranz und Pflegeaufwand unterscheiden und worauf es sich zu achten lohnt.

Betonplatten

Die weitverbreiteten Betonplatten ab Stange sind günstig und langlebig. Sie verzeihen viel in Bezug auf den Einbau. Selbst dann, wenn sie nicht ordnungsgemäss im Gefälle verlegt wurden, trocknen die Platten aufgrund der rauen Oberfläche gut ab. Diese Oberflächenstruktur wird bei der Reinigung zum Nachteil, da Verschmutzungen, Moose und Flechten gut Halt finden. Der Griff zum Hochdruckreiniger macht es nicht besser – die Oberfläche wird zusätzlich aufgeraut, und die Platten verschmutzen noch schneller.

Holzdeck

Fragt man drei Schreiner oder Zimmerleute nach der idealen Holzart für den dauerhaft bewitterten Aussenbereich, erhält man vermutlich drei verschiedene Antworten: Einige schwören auf tropische Holzarten, für andere kommen ausschliesslich Hölzer aus lokaler oder zumindest europäischer Herkunft infrage. Auch zu den konservierenden Behandlungen wie Druckimprägnierung, Wachs- oder Ölbehandlungen etc. und den Pflegeintervallen existiert eine Vielzahl von Überzeugungen. Unbestritten ist, dass voll exponiert eingesetztes Holz früher oder später verrottet und deshalb von einer begrenzten Lebensdauer ausgegangen werden muss. Sind Teile des Belages durch Dächer, Möbel oder Pflanzgefässe verdeckt, entwickelt sich die Farbe dort anders als in besonnten Bereichen. Ein Holzboden ist daher selten gleichmässig gefärbt, da das Material sehr unterschiedlich altert. Bei der Holzauswahl sollte auf eine möglichst hohe Dichte des Holzes, auf die Splitterbildung sowie den Harzgehalt geachtet werden. Es ist ratsam, einen erfahrenen Experten beizuziehen, damit die Freude am Holzboden möglichst lange anhält.

Kunststoff

Bei den Holzimitaten aus Kunststoff existieren enorme Qualitätsunterschiede. Das ausgeprägte Wechselspiel zwischen extremer Hitze und grosser Kälte führt bei manchen Produkten dazu, dass sich die Riemen verbiegen und verziehen. Hier empfiehlt es sich, Referenzen einzuholen. Einige Anbieter bauen Hohlräume in die Dielen ein, die aber durch gefrierendes Wasser zu Problemen führen können. Kunststoff heizt sich schneller auf als Holz und ist – vor allem bei dunklen Böden – im Sommer häufig barfuss nicht begehbar. Grundsätzlich heizt sich bei allen Bodenmaterialien eine dunklere Farbe schneller auf. Hingegen können zu helle Böden im gleissenden Sonnenlicht blenden.

Holzimitate.Natursteinimitat

Naturstein

Traditioneller Naturstein ist eine der wertigsten Formen eines Bodenbelages für den Aussenbereich. Unterschieden wird zwischen weniger geeigneten Weichgesteinen wie beispielsweise Kalkstein, Travertin, Sandstein und Marmor sowie sinnvollerweise verwendeten Hartgesteinen wie Granit, Gneis, Basalt und Quarzit, um hier nur einige zu nennen. Viele ausländische Gesteine sind – unter teilweise fragwürdigen Arbeitsbedingungen abgebaut – billig zu haben, obschon sie unter Umständen bereits um die halbe Erdkugel verfrachtet worden sind. Mit kontaminiertem Verpackungsholz solcher Lieferungen soll dereinst der Buchsbaumzünsler über die Rheinschifffahrt nach Basel gekommen sein, und auch der für unsere Vegetation katastrophale Asiatische Laubholzbockkäfer ist wohl als blinder Passagier in Holzkisten mit chinesischen Randsteinen in die Schweiz eingereist.
Dabei gibt es viele einheimische Steine, die sich exzellent als dauerhaft bewitterter Bodenbelag eignen. Beispielsweise haben sich diverse «Tessiner Steine» auch nördlich der Alpen bewährt. Dies lässt sich auch vom wunderschön grünlich schimmernden Andeer Granit (Orthogneis) oder dem spätestens seit Fertigstellung des Sechseläutenplatzes in Zürich landesweit bekannten Valser Quarzit sagen.

Feinsteinzeug

Die einfache Reinigung von Feinsteinzeugplatten ist mit ein Grund für deren grossen Erfolg im Aussenbereich. Als keramische Platte sind sie Wand- und Bodenbelägen in Küche und Bad ebenbürtig und gleich leicht zu reinigen, da das Material keine oder kaum Fremdstoffe aufnimmt. Sowohl verschiedenste Gesteine als auch diverse Holzarten werden mithilfe dieses Werkstoffes mittlerweile nachempfunden. Die besten Qualitäten von Feinsteinzeug sind stark strukturiert und ahmen beispielsweise Holzmaserungen fühlbar nach. Da mit Stempeln produziert wird, ist eine grosse Varietät von Negativen wünschenswert – schliesslich möchte man am Sitzplatz nicht identische Platten nebeneinander entdecken müssen. Bei der Verlegung von Feinsteinzeug muss allerdings präzise gearbeitet werden: Da das Material nichts aufsaugt, muss stets mit ausreichend Gefälle verlegt werden.
Dies, damit aufgrund der Oberflächenspannung das Wasser nicht auf den einzelnen Platten liegen bleibt und sich die Terrasse bei Frost in eine Schlittschuhbahn verwandelt.

Kiesflächen

Vielfach sieht man in Hochglanzmagazinen auch Kiesflächen auf Terrassen, vor allem rund um Pflanzgefässe. Das sieht schön aus, wird aber mit den Jahren arbeitsintensiv, wenn zwischen die Steinchen geratenes organisches Material verrottet und den perfekten Nährboden für anfliegende Unkrautsamen bildet. Die Kiesflächen werden bisweilen auch deshalb von Gärtnern eingeplant, weil sich Bewässerungsschläuche und Leuchtkabel so auf simplem Wege vergraben lassen. An die spätere Jätproblematik denkt zu diesem Zeitpunkt niemand. Werden stark wachsende Gehölze im Kies platziert, suchen sich nicht selten Wurzeln ihren Weg durch die Ablauflöcher im Gefäss in den Kies und breiten sich weitflächig aus. Unter Umständen kann dies negative Folgen für die darunter liegende Dachhaut haben.

Den perfekten Bodenbelag für den Aussenbereich gibt es nicht – persönliche Präferenz und Einsatzort spielen die entscheidende Rolle. Da ein Holzbauer nicht für Naturstein plädieren wird und umgekehrt, ist für den Bauherrn wichtig, dass er die Vor- und Nachteile der einzelnen Werkstoffe kennt. So kann er sich für einen Bodenbelag entscheiden, der ihm langfristig Freude macht.

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