• AHV und Pensionskasse: Das ändert sich 2021

AHV und Pensionskasse: Das ändert sich 2021

12.11.2020 SARA NEUWEILER, Niederlassungsleiterin Uster beim VZ Vermögens- Zentrum

Vorsorge – Bundesrat erhöht die AHV- und IV-Renten.

Es ist eine gute Nachricht für Pensionäre. Nach der Nullrunde 2020 steigt im nächsten Jahr die AHV-Rente. Dabei wird die Minimalrente um 10 und die Maximalrente um 20 Franken erhöht. Demnach beträgt eine AHV/IV-Minimalrente neu 1195 Franken pro Monat und die Maximalrente 2390 Franken. Für Ehepaare steigt der neue Maximalbetrag von 3555 auf 3585 Franken. 

Änderungen wird es auch bei der zweiten Säule geben: Der Koordinationsabzug steigt von 24885 Franken auf 25095 Franken, und die Eintrittsschwelle wird von 21330 Franken auf 21510 Franken angehoben. Das heisst: Nur wer mehr als 21510 Franken im Jahr verdient, ist obligatorisch im BVG versichert.

In die dritte Säule können Sparer künftig mehr einzahlen: So wird der bisher maximal zugelassene Einzahlungsbetrag von 6826 Franken auf 6883 Franken erhöht. Wer in keiner Vorsorgeeinrichtung versichert ist, kann neu maximal 34416 Franken oder bis zu 20 Prozent seines Nettoerwerbseinkommens in die Säule 3a einzahlen.

Wichtige Fragen bei der Pensionierung

Trotz mehr AHV-Rente und einem höheren Einzahlungsbeitrag in der Säule 3a ist es wichtig, dass man sich frühzeitig auf die Pensionierung vorbereitet. Denn die Finanzierung im Ruhestand hat durchaus ihre Tücken. Den folgenden vier Punkten sollten Sie besondere Beachtung schenken:

1. Budgetplanung

Mit einer Budgetplanung kann man feststellen, ob die Renten zusammen mit dem Vermögen ausreichen, um die voraussichtlichen Ausgaben zu decken. Dabei werden alle künftigen Einnahmen und Ausgaben einander gegenübergestellt. Werden dabei Einkommenslücken sichtbar, sollte man sofort damit beginnen, das fehlende Vermögen anzusparen, beispielsweise mit zusätzlichen Einkäufen in die Pensionskasse. 

Allerdings: Wer nächstes Jahr pensioniert wird, sollte nur freiwillig in die Pensionskasse einzahlen, wenn er sein Guthaben als Rente bezieht. Wer sich sein Guthaben oder einen Teil davon als Kapital auszahlen lassen möchte, sollte sich spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen. Ansonsten müssen die Steuern nachgezahlt werden, die mit dem Einkauf gespart wurden.

2. Rente oder Kapital

Wer pensioniert wird, steht bei den meisten Pensionskassen vor der Wahl, sich das Pensionskassenkapital auszahlen zu lassen oder eine lebenslange Rente zu beziehen. Mit einer Rente ist das Einkommen lebenslang gesichert. Sie hat auch den Vorteil, dass man sich um die Anlage des Geldes nicht kümmern muss. Allerdings muss die Rente vollumfänglich als Einkommen versteuert werden. Demgegenüber wird der Kapitalbezug zu einem reduzierten Steuersatz veranschlagt. Zudem können mit dem Bezug des Kapitals die Hinterbliebenen oftmals finanziell besser abgesichert werden.

Für jene, die sich nicht zwischen Rente oder Kapital entscheiden können, ist möglicherweise ein Mischbezug interessant. Dabei wird ein Teil des Guthabens als Kapital und der Rest als Rente bezogen. Je nach Pensionskasse muss der Kapitalbezug bis zu drei Jahre im Voraus angemeldet werden.

3. Rechtzeitig anmelden

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung wird die AHV-Rente nicht automatisch ausbezahlt, wenn Männer mit 65 und Frauen mit 64 Jahren das ordentliche Rentenalter erreicht haben. Der Bezug der AHV-Rente muss angemeldet werden. Die Anmeldung sollte drei bis sechs Monate vor der Pensionierung bei der zuständigen Ausgleichskasse erfolgen, damit schliesslich die erste Rente pünktlich ausbezahlt wird.

4. Steuern sparen

Damit das Angesparte nicht unnötig für Steuerrechnungen aufgebraucht wird, lohnt es sich allenfalls, das Vorsorgeguthaben gestaffelt zu beziehen. Denn wenn man die Bezüge aus der Pensionskasse, der Säule 3a und Freizügigkeitsstiftungen über mehrere Jahre verteilt, kann man die Steuerprogression brechen. Für die Berechnung der Auszahlungssteuern zählen die Steuerbehörden alle Bezüge eines Jahres zusammen, auch die des Ehepartners. Je höher die Bezüge sind, die in ein einziges Jahr fallen, desto höher ist auch die prozentuale Steuerbelastung. Allerdings gibt es grosse kantonale Unterschiede.

Im Hinblick auf die Pensionierung müssen viele Entscheide von erheblicher Tragweite getroffen werden. Deshalb lohnt es sich, den Ruhestand frühzeitig zu planen. Dadurch kann eine sorgenfreie Pensionierung sichergestellt werden.