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Glasfaser

BILD: SWISSCOM

Im Bereich Glasfasererschliessung hat sich der HEV Schweiz mit Swisscom auf Musterverträge geeinigt. Die Verträge betreffen die Erschliessung bis in die Wohnung (FTTH). Welcher Vertrag zur Anwendung gelangt, ist abhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder um ein bestehendes Gebäude handelt und ob die Erschliessung während des initialen FTTH-Ausbaus erfolgt. 

Bereits im Jahr 2010 hat sich der HEV Schweiz mit Swisscom und der Branche auf einen Mustervertrag zur Glasfasererschliessung bis in die Wohnung (Fiber to the Home, FTTH) bei bestehenden Bauten geeinigt. Swisscom finanziert sowohl die Gebäudeerschliessung mit Glasfaser wie auch die Inhouse-Erschliessung (sogenannte Steigzone), das heisst bis in die Wohnung. Dabei werden vier Fasern verlegt, wovon mindestens zwei von anderen Anbietern genutzt werden können. Dieser Vertrag gilt auch beim Ausbau in Kooperation mit mehreren Partnern und ist nach wie vor in Kraft. Das kostenlose Angebot für die Immobilieneigentümer gilt jedoch nur während des initialen FTTH-Ausbaus durch Swisscom. 

Erschliessung bestehender Bauten

Nun hat sich der HEV Schweiz mit Swisscom auf zwei weitere Musterverträge für die FTTH-Erschliessung von Neubauten und bestehende Gebäude nach dem initialen FTTH-Ausbau geeinigt. Bei der FTTH-Erschliessung bestehender Bauten kommt neu das sogenannte XGS.PON (10-Gigabit Capable Symmetric Passive Optical Network) als Point-to-Multipoint Technologie zum Zug. Bei XGS.PON wird das Signal einer Glasfaserzuleitung auf mehrere Hausanschlüsse aufgeteilt. Mit dieser Technologie ist heute eine Bandbreite von bis zu 10'000 Mbit/s möglich. Der Ausbau dieser Technologie erfolgt in der Regel nahezu flächendeckend in einer Ortschaft oder einer Gemeinde und wenn möglich in Zusammenarbeit mit einem lokalen Kooperationspartner. Seit 2020 erschliesst Swisscom zudem grössere Gebäude ab 12 Nutzungseinheiten und alle Neubauten im FTTH- sowie FTTS (Fibre to the Street)-Ausbaugebiet ebenso mit FTTH (XGS.PON). Noch bis 2019 kam in diesem Fall die Glasfasertechnologie Fibre to the Building (FTTB) zur Anwendung, deren Ausbau Swisscom nun jedoch eingestellt hat. Der von Swisscom angewendete Vertrag für diese Erschliessungen bestehender Bauten ist mit dem HEV abgestimmt. In der Phase des initialen Ausbaus übernimmt Swisscom die Kosten der Erschliessung (Gebäude und Nutzungseinheiten (Wohnungen)). Dabei erfolgt die Erschliessung der Nutzungseinheiten bedarfsorientiert, das heisst, wenn der jeweilige Endnutzer (z.B. Mieter) diese verlangt. Wurden die Nutzungseinheiten innert  zwei Jahren nicht erschlossen, hat der Eigentümer die Inhouse Kosten, maximal CHF 500 pro Einheit, bei nachträglicher Erschliessung zu übernehmen. Will der Eigentümer alle Nutzungseinheiten unabhängig vom Bedarf der Endnutzer von Anfang an erschliessen, so kann er dies - mit einer Kostenbeteiligung für den Inhouse Bereich von CHF 200 pro Nutzungseinheit  – mit Swisscom vereinbaren. Entscheidet sich der Eigentümer gegen die Ersterschliessung, trägt dieser die Erschliessungskosten (Gebäude und Nutzungseinheiten) zu einem späteren Zeitpunkt selbst.

Erschliessung von Neubauten

Bei Neubauten findet ebenfalls der neue, mit dem HEV abgestimmte Vertrag von Swisscom Anwendung. Swisscom kommt für die Kosten der Erschliessung bis zur Grundstücksgrenze sowie für die Verlegung des Kabels bis zum Eingangspunkt im Gebäude (Building Entry Point – BEP) auf. Die Kosten für die Grundstückerschliessung sowie für die sogenannte Steigzonenerschliessung (vertikale Erschliessung innerhalb des Gebäudes) hat der Eigentümer zu übernehmen.

Erschliessung der Stadt Zürich

In der Stadt Zürich gilt nach wie vor der Mustervertrag 2010 sowie ergänzend das Reglement über Gebühren für Gebäudeanschluss des Stadtrats Zürich vom 11. September 2019. Die Erschliessung der Liegenschaften in Zürich erfolgt durch ewz, einem Kooperationspartner der Swisscom. Im Reglement werden die Gebühren geregelt, welche nach dem abgeschlossenen FTTH-Ausbau Ende 2019 anfallen. 

Zu beachten gilt, dass Immobilieneigentümer keinen Anspruch auf eine FTTH-Erschliessung haben. 

Alle Musterverträge, Allgemeinen Vertragsbedingungen (AVB) sowie das Reglement (gültig für die Stadt Zürich) sind in der rechten Spalte aufgeführt und abrufbar.

Begriffserklärung:

FTTH Fiber to the Home. Glasfasererschliessung bis in die Wohnung.

FTTB Fiber to the Biulding. Die Glasfasern werden bis in den Keller gezogen. Für die restliche Strecke werden die bestehenden Kupferleitungen genutzt.

FTTS Fiber to the Street. Die Glasfasern werden bis kurz vor die Liegenschaft gezogen. Für die restliche Strecke werden die bestehenden Kupferleitungen genutzt.

FTTC Fibre to the Curb. Die Glasfasern werden bis ins Quartier gezogen. Für die restliche Strecke werden die bestehenden Kupferleitungen genutzt.

XGS.PON 10-Gigabit Capable Symmetric Passive Optical Network, Point-to-Multipoint. Das Signal einer Glasfaserzuleitung wird auf mehrere Hausanschlüsse aufgeteilt.