Schlafen wie ein Murmeltier

Im Gegensatz zum normalen Ruheschlaf von Warmblütern sind beim Murmeltier im Winterschlaf sämtliche Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert, und die Körpertemperatur wird so stark abgesenkt, dass eine Körperstarre eintritt. Deshalb dauert das Erwachen im Frühling dann nicht bloss Augenblicke, sondern Stunden. 

Typische Winterschläfer sind bei uns Murmeltier, Haselmaus, Igel, Fledermäuse und natürlich, wie schon der Name sagt, Sieben- und Gartenschläfer. Daneben gibt es noch andere Penner, die sich im Winter vermehrt zurückziehen und viel schlafen, ohne jedoch in eine Starre zu verfallen. Statt eines Winterschlafs machen sie bloss eine Winterruhe – zum Beispiel Waldmaus, Eichhörnchen und Dachs. Doch anders als die Winterschläfer sind die Winterruher neben Fettreserven auch auf Nahrungsdepots angewiesen, um zu überleben.

Isolieren ist keine Erfindung des Menschen …

Ein Paradebeispiel für die Winterschläfer sind Murmeltiere. Bereits wenn die ersten Schneefälle einsetzen, werden die sonst munteren Munggen immer träger, machen immer kleinere Exkursionen, sitzen stundenlang wie vertrauert vor dem Winterbau und verschwinden schliesslich – beim ersten richtigen Schneesturm – definitiv darin. Doch bevor sie sich gänzlich zur Ruhe legen, verschliessen sie die schneeverwehten Eingangslöcher von innen her zusätzlich mit einem Zapfen aus zusammengescharrter Erde. Isolieren ist also keine Erfindung des Menschen!

Alle Mitglieder einer Murmeltierfamilie, allenfalls bis zu 15 Tiere, verbringen den Winter im selben Schlafgemach, jedes Tier eingerollt, die Nase zwischen den Hinterbeinen, und alle dicht zusammengekuschelt. Ihre Körper fühlen sich steif an, wie scheintot. Der Organismus arbeitet auf Sparflamme – ein Wunder der Natur: pro Minute lediglich drei bis vier Herzschläge und knapp ein Atemzug, die Körpertemperatur nur zwei bis drei Grad über jener des Schlafkessels, die bloss knapp über dem Gefrierpunkt liegt. 

Körperkontakt erhöht die Überlebenschance

Der synchrone Winterschlaf in engem Körperkontakt vermindert durch ein gegenseitiges Sich-Wärmen den Energieverlust und erhöht damit die Überlebenschance. Die Nierenfunktion allerdings bewirkt, dass dieser todähnliche Schlaf dennoch unterbrochen wird. Alle drei bis vier Wochen müssen die Murmeltiere die Blase leeren, welches Geschäft sie – als säuberliche Wesen – nicht im Schlafkessel, sondern in einer entlegenen Röhre des Baues erledigen.

Text Heini Hofmann, Wissenschaftspublizist

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