Ratgeber: Kalte Räume – was tun?

In meiner Wohnung herrschen für mich eisige Temperaturen. Obwohl alle Thermostate ganz aufgedreht sind, erreicht das Thermometer im Wohnzimmer nur 19,6° C, im Kinderzimmer 19,3° C und im Bad 19,4° C. Der Architekt und Bauleiter ist der Meinung, damit seien die Normwerte erreicht und die Raumtemperatur ausreichend. Bei der Heizung im Keller wurde die Temperatur erhöht, trotzdem wird es hier immer kühler. Die Bodenplatten sind ebenfalls kalt.

Im SIA-Normenwerk, insbesondere in der Norm 180, wird von einer minimalen Raumtemperatur von 20 Grad und im Bad von 22 Grad ausgegangen. Je nach Aussentemperatur dürfen diese Werte im Sommer auch höher ausfallen. Gemessen wird die Temperatur in der Mitte des Raumes, einen Meter ab Boden. Diese Temperaturen darf man zu Hause erwarten.

Es kann viele Gründe geben, weshalb die eingebaute Heizung diese Wärme nicht liefern kann. Selbstverständlich kann ein Planungsfehler vorliegen, und die Heizung wurde zu klein dimensioniert. Im Gegensatz zu früher werden die Heizungen heute nicht mehr überdimensioniert. Entsprechend ist eine überhöhte Raumwärme nicht mehr möglich, insbesondere nicht bei sehr tiefen Aussentemperaturen.

Bei korrekt ausgelegter Heizung kann das Problem auftauchen, dass in den unteren Wohnungen eine höhere Raumtemperatur gewünscht wird und dadurch die Leistung für die Dachwohnung nicht mehr ausreicht. Hilft, wie im geschilderten Fall, auch ein Anheben der Heizkurve nicht weiter, muss allenfalls die Heizverteilung genauer geprüft werden. Unter Umständen sind einzelne Kreise der Bodenheizung verstopft, oder die Steigleitungen weisen irgendwo eine Verengung auf.