BILD: BERLINSTOCK / FOTOLIA
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Heiz- und Nebenkosten

Der Mietzins ist das Entgelt, das der Mieter für die Überlassung einer Mietsache schuldet. Mit der Bezahlung des Mietzinses sind im Prinzip sämtliche vom Vermieter erbrachte Leistungen abgegolten. In der Praxis ist es allerdings üblich, dass dem Mieter eine ganze Reihe von Nebenkosten neben dem Nettomietzins separat in Rechnung gestellt werden.

Da die Nebenkosten naturgemäss starken preislichen Schwankungen unterliegen, ist eine mitvertragliche Vereinbarung der wichtigsten Nebenkosten, insbesondere der Heizungs- und Warmwasserkosten, zu empfehlen. Eine sorgfältige Ausscheidung von Nebenkosten ist unerlässlich, wenn der Vermieter zukünftige finanzielle Nachteile vermeiden will.

Nebst Angaben zur Heiz- und Nebenkostenabrechnung finden sich wertvolle Hinweise zum Thema Energie sparen, aber auch Angaben zu den Heizgradtagen, Heizölpreisen und der Sonnenscheindauer.

Ratgeber: Liftkosten allen Mietern verrechnen?

P. K. «Wir besitzen ein Mehrfamilienhaus  in Luzern, welches vier Stockwerke  hat. Wir beabsichtigen, einen Lift  anzubauen und fragen uns, ob wir die  Kosten des Anbaus und die Kosten des  Liftserviceabonnements den Mietern als  Nebenkosten belasten dürfen. Müssen  sich alle Mieter an den Kosten beteiligen,  oder können die Parterre-Mieter  eine Kostenbefreiung verlangen?»

Wird bei einer Liegenschaft ein  Personenaufzug angebaut, so handelt es  sich um eine wertvermehrende Investition,  welche den Vermieter zu einer  Mietzinserhöhung berechtigt. Da in der  fraglichen Liegenschaft bisher kein Lift  vorhanden war, kann von einem  Mehrwert von 100 % ausgegangen  werden. Es können somit die gesamten  Investitionskosten für den neuen Lift  gemäss den in der Tabelle «Mietzinserhöhungen  aufgrund wertvermehrender  Investitionen» des HEV Schweiz  enthaltenen Sätzen auf den Mietzins  abgewälzt werden. Eine Mietzinserhöhung  kann dem Mieter erst nach  Vollendung der Arbeiten auf den  nächstmöglichen vertraglichen oder  gesetzlichen Kündigungstermin unter  Beachtung einer zehntägigen Mitteilungsfrist  und der vertraglichen oder  gesetzlichen Kündigungsfrist mitgeteilt  werden. Es ist ein vom Kanton genehmigtes  Mietzinserhöhungsformular zu  verwenden. Eine Belastung in der  Nebenkostenabrechung ist dagegen in  rechtlicher Hinsicht nicht möglich und  es ist dringend davon abzuraten.  Dagegen sind die Kosten eines (tatsächlich  abgeschlossenen) Liftserviceabonnements  nebenkostenfähig, sofern sich  dieses auf die Wartung und Überwachung  des Liftes sowie auf die periodisch  notwendige Überprüfung der  Liftanlage bezüglich Betriebsbereitschaft  und -sicherheit bezieht. Bei der  Einführung neuer Nebenkosten ist  gleich vorzugehen wie bei Mietzinserhöhungen.  Grundsätzlich müssen sich alle  Mieter an den anfallenden Kosten  beteiligen. Voraussetzung ist allerdings,  dass der Lift von allen Mietern benutzt  werden kann. Die Parterre-Mieter  müssen mithin zumindest die Möglichkeit  haben, mit dem Lift in den Keller  bzw. in die Tiefgarage zu gelangen. Ob  ein Mieter den Lift freiwillig nicht  benützt, spielt dagegen bezüglich der  Kostenbeteiligung keine Rolle.