Vermietung von Ferienwohnungen

12.02.2016     Stéphanie Bartholdi, Juristin beim HEV Schweiz

Das Mieten von Ferienwohnungen, vor allem in den Bergregionen, erfreut sich grosser Beliebtheit und ist insbesondere für Familien eine Alternative zu Ferien im Hotel. Damit die Ferien allen Beteiligten in positiver Erinnerung bleiben, gilt es einigen Punkten Aufmerksam-keit zu schenken.

Mietrechtliche Schutzbestimmungen

Die speziellen Schutzbestimmungen des Mietrechts (z.B. Kündigungsschutz, Schutz vor missbräuchlichen Mietzinsen) gelten nicht für Ferienwohnungen, sofern sie für höchstens drei Monate vermietet werden.

Mietvertrag

Klassisch wird eine Ferienwohnung nur für eine festgelegte, kurze Dauer vermietet. Deshalb wird in den meisten Fällen ein befristeter Mietvertrag abgeschlossen, der automatisch mit Zeitablauf endet und keiner Kündigung bedarf. Auch bei befristeten Mietverträgen empfiehlt es sich im Mietvertrag klar zu vereinbaren, was im Mietzins alles eingeschlossen ist und was als zusätzlich zu zahlende Nebenkosten dazukommt. Auch ein Hinweis auf die in der Regel separat geschuldete Kurtaxe sollte im Mietvertrag enthalten sein. Bezüglich des Mietpreises empfiehlt es sich im Mietvertrag ausdrücklich festzulegen, auf welche Personenanzahl sich dieser bezieht. Gegen Besucher zum Abendessen ist selbstverständlich nichts einzuwenden. Möchte der Mieter jedoch Übernachtungsgäste empfangen und wurde im Mietvertrag eine bestimmte Personenzahl vereinbart, so muss der Vermieter dem zustimmen. Verfügt die Wohnung über Parkplätze, so sollte ebenfalls geregelt werden welche Anzahl den Mietern zur Verfügung steht und ob die Benutzung der Parkplätze im Mietzins enthalten ist. Auch eine Regelung zur Haustierhaltung und die Bezahlungsmodalitäten sollten ausdrücklich erwähnt werden. In den meisten Fällen wird eine Anzahlung bei der Reservation fällig. Die Restzahlung hat in der Regel 10-20 Tage vor Antritt der Ferien zu erfolgen.

Möblierung und Inventarverzeichnis

Der Mietvertrag sollte eine kurze Umschreibung der Ausstattung des Mietobjektes enthalten (z.B. Geschirr, Bett- und Frottéwäsche usw.). Je nach Ausstattungstandard empfiehlt sich eine ausführliche Inventurliste als integrierter Bestandteil zum Mietvertrag.

Beginn, Ende und Schlussreinigung

Ab wann die Ferienwohnung den Gästen zur Verfügung steht und zu welchem Zeitpunkt die Rückgabe zu erfolgen hat, ist ebenfalls im Mietvertrag zu regeln. Auch die Modalitäten bezüglich Endreinigung sind sicherheitshalber im Vertrag festzulegen. Nach dem Auszug der Feriengäste hat der Vermieter die Wohnung sofort zu prüfen und dem Mieter allfällige Mängel (insbesondere fehlende Gegenstände und Beschädigungen) umgehend anzuzeigen.

Malheur in der Ferienwohnung – wer zahlt?

Geht im Heim auf Zeit etwas kaputt stellt sich die Frage nach der Schadenshaftung. Auch Mieter einer Ferienwohnung haben die Pflicht, die gemietete Sache sorgfältig zu gebrauchen und werden schadenersatzpflichtig für Schäden, die auf deren Verschulden oder das Verhalten von Mitbewohner und Gästen zurückzuführen sind und über das normale Mass an Abnützung hinausgehen. Verfügt der Mieter über eine Privathaftpflichtversicherung, kommt je nach Deckung diese für den Schaden auf. Die meisten Privathaftpflichtversicherungen decken auch Schäden in Ferienwohnungen.