Immobilienumfrage 2014

Die Preisentwicklung bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen war 2014 im Vergleich zu den Vorjahren deutlich bescheidener. 2015 dürften die Preise im Wohneigentumssegment seitwärts tendieren. Die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern bleibt weiterhin hoch. Die Preise für Büro- und Geschäftsflächen sind weiter unter Druck, stagnieren jedoch auf tiefem Niveau. Dies sind die wichtigsten Resultate der diesjährigen HEV-Immobilienumfrage.

Wohneigentum stabil

Der Nachfrageüberhang der letzten Jahre beim Wohneigentum konnte in verschiedenen Regionen merklich abgebaut werden. 62 % der befragten Immobilienexperten stellen bei den Einfamilienhäusern kein Nachfragewachstum mehr fest, 24 % der Befragten melden für ihre Region gar eine sinkende Nachfrage. Der zugehörige Angebotsindikator blieb konstant. Es wurden also in etwa gleich viele Einfamilienhäuser zum Kauf angeboten wie letztes Jahr.

Im Segment der Eigentumswohnungen ist die Nachfrage 2014 ebenfalls kleiner als im Vorjahr. Das Angebot ist hier deutlich stärker gestiegen als bei den Einfamilienhäusern. Nach Auskunft von 48 % der Befragten hat sich das Angebot an Eigentumswohnungen 2014 in ihrer Region nochmals erhöht. Nur gerade 4 % der Befragten meldeten für ihre Region ein sinkendes Angebot.

Angebot und Nachfrage kommen zunehmend besser ins Lot. Dies wirkt sich auf die Preisentwicklung aus. Zwar waren bei den Einfamilienhäusern in verschiedenen Regionen auch 2014 nochmals Preisanstiege zu beobachten. Erstmals seit 2002 meldeten jedoch über zwanzig Prozent der Befragten sinkende Preise für ihre Region. Hierfür verantwortlich waren insbesondere die Preisnachlässe in der Genferseeregion.

Bei den Eigentumswohnungen sind die Rückmeldungen regional sehr unterschiedlich. 34 % der Experten melden weiterhin steigende Preise. Diesem Wert stehen jedoch beinahe gleich viele gegenüber, die für ihre Region sinkende Preise für Eigentumswohnungen beobachtet haben. 2013 gab es erst 8 % der Befragten, die sinkende Preise vermeldeten. Bei den Eigentumswohnungen sind damit in vielen Regionen die Preise nicht mehr weiter gestiegen.

Mehrfamilienhäuser begehrt

Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen sind auf dem Markt nach wie vor stark gefragt. Dies natürlich vor allem in den Ballungsräumen. Die bezahlten Preise für Mehrfamilienhäuser sind weiterhin sehr hoch und steigend, insbesondere in den Zentren und zentrumsnahen Gemeinden. Noch immer melden 61 % der Befragten steigende Preise in diesem Segment (im Vergleich zu 65 % im Vorjahr). Die Preissteigerungen sind 2014 allerdings in allen Regionen etwas geringer als noch 2013.

In engem Zusammenhang mit dem anhaltenden Preiswachstum steht die Rendite-Entwicklung von Mehrfamilienhäusern. Die Rendite-Erwartungen wurden in den letzten Jahren stetig zurückgenommen. Bei Neubauten liegt der Mittelwert der gemeldeten Bruttorenditen für gehandelte Mehrfamilienhäuser noch bei 4,5 %. Die Bruttorenditen waren 2014 laut den Befragten auf tiefem Niveau konstant.

Büro- und Geschäftsimmobilien schwach

Erneut wesentlich skeptischer als bei den Wohnimmobilien sieht das Bild der Experten bei den Büro- und Geschäftsimmobilien aus. 62 % der Befragten stellten im Jahr 2014 eine sinkende Nachfrage nach Büro- und Geschäftsflächen fest (im Vorjahr waren es 56 %). Der Angebotsindikator steigt derweil weiter, was auf einen Flächenüberhang in diesem Segment hindeutet. Dies hat Konsequenzen für das Preisniveau der Büro- und Geschäftsimmobilien. 55 % der Befragten melden sinkende Preise (gegenüber 51 % im Vorjahr). In allen untersuchten Regionen ist der Ausblick eher pessimistisch. Die Kaufpreise von Büro- und Geschäftsimmobilien und auch die Mietpreise solcher Flächen sind unter Druck. Ein Trost ist, dass im Rückblick die Entwicklung in diesem Segment häufig besser ausfiel als erwartet. Der Ausblick ist zumindest für die Regionen Zürich und Genfersee 2014 geringfügig besser als noch 2013.

Fazit und Ausblick 2015

Die Situation auf dem Wohneigentumsmarkt beruhigt sich zusehends. Sowohl bei den Einfamilienhäusern als auch bei den Eigentumswohnungen erwartet eine Mehrheit der Befragten für 2015 keine weiteren Preissteigerungen mehr. Das Jahr 2015 wird zeigen, ob die zu beobachtende Beruhigung nur als kurze Verschnaufpause oder als zyklischer Wendepunkt betrachtet werden muss. Mehrfamilienhäuser sind weiterhin begehrt. Diese Preise werden vorläufig durch die hohe Nachfrage nach Mietwohnraum und durch die Situation am Anlagemarkt gestützt. Gegenüber 2012 und 2013 wurden 2014 jedoch geringere Preissteigerungen verzeichnet. Die Preise für Büro- und Geschäftsflächen bleiben unter Druck. Auch 2015 wird die Nachfrage nach solchen Flächen hinter dem Angebot zurückbleiben. 

HEV Schweiz