Immobilienumfrage 2012

Der Wohnimmobilienmarkt war 2012 durch eine hohe Nachfrage und ein knappes Angebot geprägt. Für das Jahr 2013 rechnet die Mehrheit der befragten Immobilienexperten zwar immer noch mit steigenden Preisen. Sie gehen jedoch von einer Abschwächung der Preisentwicklung aus. Ein Abflachen der Preisentwicklung wird sowohl bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen als auch bei den Mehrfamilienhäusern prognostiziert. Die Nachfrage nach Büro- und Geschäftsimmobilien ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Prognosen für 2013 deuten im Bereich der Geschäftsflächen auf eine negative Preisentwicklung hin.

Die nachfolgende Auswertung basiert auf der traditionellen Herbstumfrage des HEV Schweiz bei Immobilienprofis aus der ganzen Schweiz. 2012 haben rund 180 Immobilientreuhänder, -makler, -analysten und -verwalter teilgenommen.

Wohnimmobilien

Bei den Einfamilienhäusern ist die Nachfrage 2012 gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen, bleibt jedoch auf hohem Niveau. Der zugehörige Angebotsindikator erholte sich dementsprechend. Im Segment der Eigentumswohnungen zeigt sich dasselbe Bild. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist 2012 leicht zurückgegangen und das Angebot an verfügbaren Wohnungen hat sich nach Einschätzung der Befragten leicht erhöht.
Bei den Einfamilienhäusern meldeten 58% der befragten Experten einen moderaten Anstieg der Preise, weitere 6% meldeten einen starken Preisanstieg. Die Preise für Einfamilienhäuser steigen somit weiterhin klar an. Die Werte haben sich jedoch gegenüber dem Vorjahr etwas zurückgebildet. Die Rückmeldungen bei den Eigentumswohnungen weisen ebenfalls auf weitere Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr hin. Auch bei den Eigentumswohnungen haben sich die Preisanstiege jedoch verlangsamt.

Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen sind auf dem Markt nach wie vor stark nachgefragt. Eine Abschwächung des Nachfrageüberhangs ist erst ansatzweise sichtbar. Das Angebot ist weiterhin rückläufig. Zum Kauf stehende Mehrfamilienhäuser bleiben also rar. Dementsprechend sind die Preise für Mehrfamilienhäuser weiterhin sehr hoch und steigend, insbesondere in zentrumsnahen Gemeinden.

Büro- und Geschäftsimmobilien

Wesentlich verhaltener als bei den Wohnimmobilien sieht das Bild bei den Büro- und Geschäftsimmobilien aus. Eine zunehmende Zahl der Befragten meldete für das Jahr 2012 eine rückläufige Nachfrage nach Büro- und Geschäftsimmobilien, respektive entsprechenden Flächen. Der Angebotsindikator ist leicht angestiegen.
Infolgedessen kam das Preisniveau im Bereich der Büro- und Geschäftsimmobilien in gewissen Regionen unter Druck. Die Situation ist jedoch je uneinheitlich. In 58% der Fälle wurden uns gehaltene Preise zurückgemeldet.

Aussichten 2013

Auch für 2013 rechnet eine Mehrheit der Immobilienexperten in allen drei untersuchten Segmenten des Wohnimmobilienmarktes mit steigenden Preisen. Die erwarteten Preissteigerungen sind jedoch geringer als in den Vorjahren. Beim Wohneigentum wird im Durchschnitt für 2013 von einem moderaten Preiswachstum ausgegangen. Bei den Mehrfamilienhäusern wird für 2013 weiterhin ein moderates bis starkes Preiswachstum prognostiziert.Die Mietzinsentwicklung dürfte sich 2013 aufgrund des sinkenden Referenzzinssatzes abschwächen. 64% der Befragten prognostizieren denn auch insgesamt unveränderte Wohnungsmieten, respektive Mietzinseinnahmen. 30% der Befragten gehen jedoch von weiterhin steigenden Wohnungsmieten aus.Zwei Drittel der Befragten rechnet für das Jahr 2013 mit konstanten Baukosten. Bei den Büro- und Geschäftsliegenschaften wird für 2013 von einer Mehrheit der Befragten ein leicht rückläufiges Preisniveau prognostiziert. Die Renditeentwicklung bei Mehrfamilienhäusern verläuft weiterhin negativ. Dies ist im Zusammenhang mit den steigenden Kaufpreisen in diesem Segment zu sehen. Bei Neubauten liegt die Medianuntergrenze der gemeldeten Bruttorenditen für gehandelte Mehrfamilienhäuser noch bei 4.25%. Bei Altbauten liegt sie bei 5%. Die sinkende Tendenz hat sich damit fortgesetzt. Die Bruttorendite neu erstellter Geschäftsimmobilien sinkt ebenfalls. Auch dieser Trend wird sich fortsetzen.Immobilien-Ausblick für die RegionenBei allen Nutzungen sind weiterhin starke regionale Unterschiede feststellbar. Während sich die positive Preiserwartung für Einfamilienhäuser in der Ostschweiz seit dem letzten Jahr verstärkte (von +25 auf +49 Indexpunkte), erwarten die Experten in der Genferseeregion erstmals seit 2009 sinkende Einfamilienhaus-Preise (-4 Indexpunkte). Bei den Eigentumswohnungen verzeichnen zwei Regionen einen deutlichen Rückgang des Indexes gegenüber dem Vorjahr: die Genferseeregion (von +43 auf +3) und das Tessin (von +24 auf +4). Fazit: Bei den Wohnimmobilien wird eine Verlangsamung der Preisentwicklung erwartet. In verschiedenen Regionen steigen die Preise jedoch weiter. Bei den Geschäftsflächen deuten die Rückmeldungen in der Mehrzahl der Regionen auf sinkende Preise hin.

Hauptresultate HEV ImmoUmfrage 2012_web.pdf