Kleine Sanierungspflicht bei Heizungsanlagen

Die Mustervorschriften der Kantone (MuKEn 2014) welche anfangs 2015 durch die Energiedirektorenkonferenz abgesegnet worden sind, sehen vor, dass beim Ersatz einer fossil betriebenen Heizung 10% des Energiebedarfes durch erneuerbare Energie erzeugt werden muss. Dies soll für alle Gebäude gelten, welche schlechter sind als die Gebäudeenergieausweisklasse D des GEAK.

Zur Vereinfachung werden elf Standardlösungen zur Erfüllung dieser Vorschrift angeboten:

SL 1 Thermische Sonnenkollektoren für die Wassererwärmung, Solaranlage: Mindestfläche 2% der EBF
SL 2 Holzfeuerung als Hauptwärmeerzeugung: Holzfeuerung als Hauptwärmeerzeuger und ein Anteil an erneuerbarer Energie für Warmwasser
SL 3 Wärmepumpe mit Erdsonde, Wasser- oder Aussenluft: Elektrisch angetriebene Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser ganzjährig
SL 4 mit Erdgas angetriebene Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser ganzjährig
SL 5 Fernwärmeanschluss: Anschluss an ein Netz mit Wärme aus KVA, ARA oder erneuerbaren Energien
SL 6 Wärmekraftkopplung: Elektrischer Wirkungsgrad min. 25% und für min. 60% des Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser
SL 7 Warmwasserwärmepumpe mit Photovoltaikanlage: Wärmepumpenboiler und Photovoltaikanlage mit mind. 5 Wp / m2 EBF
SL 8 Ersatz der Fenster entlang der thermischen Gebäudehülle: U-Wert best. Fenster = 2,0 W/m2K und U-Wert Glas neue Fenster = 0,7 W/m2K
SL 9 Wärmedämmung von Fassade und/oder Dach: U-Wert bestehende Fassade/Dach/Estrichboden = 0,6 W/m2K und U-Wert neue Fassade/Dach/Estrichboden = 0,20 W/m2K, Fläche mind. 0,5 m2 pro m2 EBF
SL 10 Grundlast-Wärmeerzeuger erneuerbar mit bivalent betriebenem fossilem Spitzenlastkessel: Mit erneuerbaren Energien automatisch betriebener Grundlast-Wärmeerzeuger (Holzschnitzel, Pellets, Erdwärme, Grundwasser oder Aussenluft) mit einer Wärmeleistung von mindestens 25% der im Auslegungsfall notwendigen Wärmeleistung ergänzt mit fossilem Brennstoff bivalent betriebener Spitzenlast-Wärmeerzeuger für Heizung und Warmwasser ganzjährig
SL 11 Kontrollierte Wohnungslüftung (KWL): Neu-Einbau einer kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung und einem WRG-Wirkungsgrad von mindestens 70%

Umsetzung

Bei der MuKEn 2014 handelt es sich lediglich um eine Mustervorlage der Energiedirektorenkonferenz. Die Kantone sind nun gehalten diese MuKEn bis ca. 2020 im eigenen Kanton umzusetzen. Die Kantone Baselstadt und Baselland kennen bereits eine ähnliche Pflicht beim Ersatz der Wassererwärmung.