• Widerstandskraft vom Feinsten

Widerstandskraft vom Feinsten

10.02.2017     IRIS MUHL, Journalistin BR, Zürich

Küchenabdeckungen und -böden brauchen Widerstandskraft. Schliesslich sind sie jeden Tag grossen Belastungen ausgesetzt – und dabei müssen sie noch pflegeleicht sein. Keine einfache Aufgabe.

Klirrendes Glas, messerscharfe Klingen sowie Essig- und Fettspritzer sind die täglichen Gegner von Küchenabdeckungen. Naheliegend, dass Grossküchen in Hotels und Restaurants mit Chrom- Nickel-Stahl-Abdeckungen ausgestattet werden. Diese Oberflächen sind nicht nur hitzebeständig, wenn ein Koch die heisse Bratpfanne neben den Herd stellt, sondern ebenso leicht zu reinigen. Leider sind sie anfällig für Kratzer, ausserdem hinterlassen Öl und Butter ihre Spuren. Trotzdem: Das Material ist sehr robust und langlebig, auch wenn man nach dem Putzen noch den einen oder anderen Fingerabdruck darauf entdeckt.

Immer noch im Rennen

In privaten Küchen sind Natursteinabdeckungen nach wie vor ein Renner. Kein Wunder, denn jeder Stein ist ein Unikat und verleiht der Küche einen ganz eigenwilligen Charakter. Die rohen Steine werden zu Arbeitsplatten geschnitten, später poliert, geschliffen oder geflammt und gebürstet. Je nach Wunsch werden Kanten leicht abgeschrägt. Besonders widerstandsfähig ist der Granit. Marmor und Schiefer werden eher spärlich eingesetzt, da sie heikel sind. Im Gegensatz zur Chrom-Nickel-Stahlabdeckung ist Naturstein nicht in jedem Fall hitzebeständig. Eine heisse Pfanne kann im Stein kleine Risse entstehen lassen. Diese sieht man kaum, Flüssigkeiten und Fette finden jedoch einen Weg, um in den Stein einzudringen. Das Ergebnis sind dunkle Stellen. Vorteil des Natursteins sind eindeutig die natürliche, wunderschöne Optik und die einfache Pflege. Ein kleiner Nachteil ist die Säureempfindlichkeit, dies aber auch nur bei gewissen Steinen.

Der beliebte Newcomer

Neolith oder Feinsteinzeug besteht aus Feldspat, Quarz, Tonerde und Mineraloxyden. Diese Arbeitsflächen sind in der grossen Auswahl an Abdeckungen zurzeit wohl die widerstandsfähigsten, da sie hitzebeständig, säure- und kratzresistent und extrem hart sind. Ausserdem lassen sie keine Flüssigkeit eindringen, verfärben nicht in der Sonne und haben je nach Produkt eine sehr moderne oder eigenwillige Optik.

Holz bevorzugt in Kombination mit Stein

Massivholz wird heute nur noch selten als Arbeitsfläche eingesetzt, da die Pflege sehr aufwendig und Holz äusserst anfällig für Kratzer und Flecken ist. Wem die Holzoptik gefällt, der kann – in Kombination mit einem harten Abdeckstein – einen Bistrotisch oder einen Bartisch in die Küche einbauen lassen. Als Tischmöbel ist Holz ein Dauerbrenner in der Küche, denn das angenehme, warme Material verfügt über eine wunderschöne Optik.

Der unverwüstliche Stein: Dekton

Eine Steinplatte, die aussieht wie Naturstein, aber nur in wenigen Stunden und nicht in Tausenden von Jahren entsteht, ist Dekton. Sie wird in einem Arbeitsprozess mit hohen Temperaturen und hohem Druck erstellt und setzt sich aus Glas, Quarz und neuartigem Steingut zusammen. Das Material ist äusserst kratzfest, hitze- und säureresistent und nimmt es auch mit Sonnenstrahlen – es gibt keine Verfärbungen – und allerlei Flüssigkeiten auf. Kurz: Ein unverwüstlicher Stein.

Bodenfliesen

Bodenplättli, in Hochdeutsch Fliesen genannt, eignen sich in allen Wohnbereichen ausgezeichnet. In südlichen Ländern, in denen die Hitze ein grosse Rolle spielt, werden Bodenplättli sogar im Schlafzimmer verlegt. In der Schweiz zeigen sie sich in der Küche und in manchen Häusern auch im Wohnbereich. Besonders für Bodenheizungen eignen sich die Bodenfliesen sehr gut. Sie sind in allen Formen und Farben erhältlich.
Zurzeit sind sehr grosse Fliesen angesagt. Der Plattenleger leistet dabei Schwerstarbeit, da grosse Fliesen sehr schwer sind. Es ist naheliegend, dass die Bodenplatten vor dem Küchenbau mit der Farbe der Küchenabdeckung abzustimmen sind. Eine eingehende Beratung durch einen Küchenbauer oder Architekten ist deshalb zu empfehlen, sonst kann die ungünstige Farbwahl schnell zum Dorn im Auge werden. Die Vorteile von Bodenfliesen überwiegen eindeutig – sie sind widerstandsfähig, pflegeleicht und hygienisch. Auch Rotwein, schmutzige Schuhe und ein nasser Hund können den Fliesen nichts anhaben. Schnell ist der Schmutz restlos beseitigt. Nur etwas kann dem Boden gefährlich werden: schwere Pfannen oder andere Gegenstände, die in der Küche direkt auf die Fliesen knallen. Wenn der Schaden zu gross sein sollte, sind einzelne Fliesen einfach austauschbar.

Parkett in der Küche

Manche Bauherren ziehen das Parkett vom Wohnzimmer direkt in die Küche weiter. Holzparkett eignet sich allerdings weniger als Küchenboden, da das weiche Material eher Schaden nimmt. Wasser kann eindringen, andere Flüssigkeiten und Fette ebenso. Auch vor Kratzern sind Holzböden nicht sicher. Andererseits ist Holz ein lebendiges Material, das sich mit den Jahren verändert. Manche Hausbesitzer lieben gerade diese Eigenschaft an einem schönen Holzboden – auch in der Küche.

Fugenloser Bodenbelag

Eine dritte Variante ist der fugenlose Bodenbelag aus mineralischem Material, der – farblich angepasst – ein ruhiges, dezentes Ambiente schafft. Das moderne und schöne Material ist pflegeleicht, rissfest und strapazierfähig und fügt sich problemlos in jede noch so spezielle Küche ein.