• Vergütungen für die Photovoltaikanlage

Vergütungen für die Photovoltaikanlage

02.03.2018     THOMAS AMMANN dipl. Arch. FH, Ressortleiter Energie- und Bautechnik beim HEV Schweiz

Erneuerbare Energie – Die Wartefristen für die Fördergeldauszahlungen werden länger, und die Vergütungssätze nehmen ab. Einfacher und zeitnäher kann nachhaltiger Strom über die Genossenschaft e-can suisse bezogen werden.

Mit der Annahme der Energiestrategie 2050 und der Inkraftsetzung des Energiegesetzes per Anfang 2018 wurden auch die dazugehörigen Verordnungen überarbeitet. Dabei sind auch sämtliche Bestimmungen bezüglich der Förderung der Stromproduktion aus dem Netzzuschlag in die neu geschaffene Energieförderverordnung (EnFV) überführt worden. Ebenfalls per Beginn dieses Jahres hat der Bundesrat den Netzzuschlag auf den neuen Maximalwert von 2,3 Rp / kWh Strom angehoben. Für einen durchschnittlichen Haushalt sollte sich diese Erhöhung gemäss Energieministerin mit ca. Fr. 40.– auf die Stromrechnung auswirken.

Einspeise- oder Einmalvergütung

Neu werden Photovoltaikanlagen in grosse Anlagen mit einer Leistung von über 100 kW und in kleine Anlagen mit tieferen Leistungswerten eingeteilt. Bei grossen Anlagen mit bis zu 50 MW kann der Besitzer neu wählen, ob er in die Einspeisevergütung (KEV) einsteigen oder eine Einmalvergütung (EIV) beanspruchen möchte.

Kleine Anlagen zwischen zwei und 100 kWh Leistung können nur von der Einmalvergütung profitieren. Auch hier besteht aktuell eine Warteliste. Es muss mit einer Dauer von mindestens zweieinhalb Jahren zwischen Anmeldung und Ausbezahlung der Vergütung gerechnet werden. Für Grossanlagen kann die Wartezeit bis zu sechs Jahre betragen.

Wird eine Anlage in die EIV aufgenommen, ist der Anlagebetreiber verpflichtet, die Photovoltaikanlage so zu betreiben, dass während mindestens 15 Jahren der zu erwartende Ertrag auch erzielt wird. Das setzt einen gewissen Unterhaltsbedarf bezüglich Reinigung und oftmals auch den Austausch der Wechselrichter nach deren Lebensende voraus.

Im Gegensatz zu grossen Anlagen ist das Fördergesuch für kleine Anlagen nach Fertigstellung und Inbetriebnahme einzureichen. Erfüllt die Anlage die Fördervoraussetzungen, legt die Vollzugsstelle die Höhe der EIV fest. Diese setzt sich aus einem Grund- und einem Leistungsbetrag zusammen.

Anlagen, die nach bisherigem Recht zur KEV angemeldet wurden und unter 100 kW Leistung liegen, werden automatisch für die EIV vorgesehen. Für grössere Anlagen ist bis zum 30. Juni 2018 das Wahlrecht zwischen KEV und EIV auszuüben.

Direktvermarktung

Für neue Anlagen in der Einspeisevergütung (KEV) und sämtliche bereits angemeldeten Anlagen über 500 kW wird neu die Direktvermarktung eingeführt. Dies bedeutet, dass die Anlageneigentümer den produzierten Strom auf dem freien Markt verkaufen müssen. Seitens Bund wird lediglich noch die Differenz zwischen dem Referenzmarktpreis und dem zugesicherten KEV-Vergütungssatz ausbezahlt. Entsprechend erhält der Anlagebetreiber einen Anreiz, seinen Strom möglichst teuer zu verkaufen respektive dann zu produzieren, wenn die Nachfrage gross oder das Angebot klein ist. 

Der Referenzmarktpreis wird durch das Bundesamt für Energie vierteljährlich erhoben. Je nach Jahreszeit schwankt dieser Preis erheblich:

● Q1 2017: 5,6 Rp / kWh

● Q2 2017: 3,6 Rp / kWh

● Q3 2017: 3,9 Rp / kWh

● Q4 2017: 7,0 Rp / kWh

Im Jahresdurchschnitt lag der Referenzmarktpreis 2017 bei 4,7 Rp / kWh und damit beinahe einen Rappen höher als noch im Vorjahr.

Nachhaltigen Strom einfach beziehen

Wenn Ihnen die Installation einer Photovoltaikanlage und die Beantragung der Vergütungsbeiträge zu aufwendig ist, Sie sich aber dennoch auf eine nachhaltige Stromproduktion verlassen möchten, dann ist die Genossenschaft e-can suisse eine einfache Alternative. Die Genossenschaft e-can suisse garantiert ihren Mitgliedern eine ganzjährliche Stromversorgung aus 100 Prozent Schweizer Wasserkraft. Dafür wird der Stromverbrauch der Endkunden alle 15 Minuten gemessen und an eines der beiden Wasserkraftwerke im Wallis geschickt. Hier wird der benötigte Strom während des Verbrauchzeitpunkts simultan produziert und ins Stromnetz eingespeist. So können Endkunden sicher sein, dass ihr Stromverbrauch über das ganze Jahr hinweg mit einheimischer und nachhaltiger Energie gedeckt ist.

Jeder kann Genossenschafter werden ...

... und sich seinen Strom zu einem Fixpreis von 7,5 Rappen pro kWh sichern. Zurzeit testet die Genossenschaft e-can suisse ihr Modell mittels einer Crowdfunding-Aktion. Das Ziel ist es, bis Juli 2018 rund 10 000 Genossenschafter zu finden. Sofern das Ziel erreicht wird, erhalten diese bereits im kommenden Sommer ihren zu 100 Prozent nachhaltig produzierten Strom aus den zwei Walliser Wasserkraftwerken.

E-CAN SUISSE: Strom direkt vom Wasserkraftwerk

Der Strom kommt aus der Steckdose. Was dahinter geschieht, kann der Kunde nur bedingt beeinflussen. Dies will die Genossenschaft e-can nun ändern. Dank Bündelung und direkter Messung wird der bezogene Strom in Echtzeit durch zwei Walliser Wasserkraftwerke ins Netz eingespeist. So wird es auch ohne eigene Stromerzeugungsanlage möglich, zu jeder Zeit erneuerbare Energie aus der Schweiz zu beziehen. Weitere Infos zur Genossenschaft e-can suisse unter www.e-can.ch.