• Steuerhotline: die häufigsten Fragen

Steuerhotline: die häufigsten Fragen

02.03.2018    

Am 30. Januar 2018 beantworteten die Experten der NRS Treuhand AG die Steuerfragen von HEV-Mitgliedern. Auch in diesem Jahr lief die Hotline wieder auf Hochtouren. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen inklusive Antworten der fachkundigen Steuerspezialisten.

Nutzniessung und Wohnrecht

Was wird wie versteuert, wenn ich mein Haus an meine Tochter verschenke und ich mir ein Wohnrecht oder die Nutzniessung vorbehalte?

Antwort: Bei der Nutzniessung sind gemäss gesetzlicher Regelung die Hypothekarzinsen, aber auch die Unterhaltskosten vom Nutzniesser zu bezahlen. Diese können vom Nutzniesser in der Steuererklärung in Abzug gebracht werden. Im Gegenzug hat der Nutzniesser den Vermögenssteuerwert und den Eigenmietwert zu versteuern. Bei einem Wohnrecht hingegen bezahlt der Eigentümer des Hauses den Hypothekarzins sowie die Unterhaltskosten für die gesamte Liegenschaft und zieht diese in der Steuererklärung ab. Davon ausgenommen ist einzig der kleine Unterhalt, der zulasten des Wohnrechtsnehmers geht und auch von diesem in der Steuererklärung abzuziehen ist. Der Vermögenssteuerwert ist vom Eigentümer, der Eigenmietwert vom Wohnrechtsnehmer zu versteuern.

Eigenmietwert

Mein Mann ist verstorben. Kann ich nun einen Unternutzungsabzug geltend machen?

Antwort: In vielen Kantonen und beim Bund kann der Eigenmietwert reduziert werden, wenn nicht mehr alle Zimmer einer Liegenschaft benötigt werden. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Kinder ausziehen oder der Ehegatte, die Ehegattin verstirbt. Als Voraussetzung gilt, dass diese Zimmer nicht mehr genutzt werden, z. B. auch nicht als Gästezimmer und für die Enkelkinder oder als Hobbyraum. Dabei wird der Eigenmietwert geteilt durch die Anzahl aller Zimmer plus zwei für Küche und Nebenräume und anschliessend mit der Anzahl leerstehender Zimmer multipliziert. Um den Betrag, der aus dieser Rechnung resultiert, kann der Eigenmietwert reduziert werden. In unserem Fall sieht die Kürzung bei einem Eigenmietwert von Fr. 22 400.– und einem 5 1 / 2-Zimmer-Einfamilienhaus wie folgt aus: Fr. 22 400.– : (5 plus 2 Zimmer) x 2 Zimmer = Fr. 6400.–. Es ist also lediglich ein Eigenmietwert von Fr. 16 000.– zu deklarieren, unter Hinweis auf die Unternutzung von zwei Zimmern.

Was muss ich deklarieren, wenn meine Tochter in der unteren Wohnung unseres Hauses wohnt und nur Fr. 300.– Miete bezahlt?

Antwort: Macht der Mietzins weniger als die Hälfte des Eigenmietwertes oder der Marktmiete aus, ist nach Ansicht des Bundesgerichts zu vermuten, dass ein Mietvertrag lediglich abgeschlossen wurde, um Steuern zu sparen (Annahme einer Steuerumgehung). In diesem Fall gehen die Steuerämter von einer Gebrauchsleihe aus, so dass der Eigentümer den ganzen Eigenmietwert der Wohnung zu versteuern hat. Dabei ist zu beachten, dass je nach Konstellationen auch eine Schenkungssteuer anfallen könnte.

Straflose Selbstanzeige

Welche Form muss eine straflose Selbstanzeige haben?

Antwort: Eine straflose Selbstanzeige kann grundsätzlich formlos eingereicht werden. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass die lückenlose Aufbereitung und Einreichung aller notwendigen Unterlagen Garant für eine speditive und «kundenfreundliche » Bearbeitung sind. Zudem dürfen zur Nachdeklaration des verkürzten Einkommens alle Abzüge getätigt werden, die im ordentlichen Verfahren auch zugelassen gewesen wären. Es ist unbedingt zu beachten, dass ab Herbst 2018 mit Start des automatischen Informationsaustausches (AIA) in gewissen Kantonen die Straflosigkeit nicht mehr in jedem Fall gegeben sein wird.

Abziehbare Unterhaltskosten

Gibt es eine Übersicht über alle möglichen abziehbaren Liegenschaftsunterhaltskosten?

Antwort: Die meisten Kantone haben auf ihren Websites ein Merkblatt veröffentlicht, das die häufigsten Liegenschaftsunterhaltskosten enthält. Die Kosten sind dort nach Baukategorien aufgelistet und oft mit einer Aufteilungsempfehlung in werterhaltende und wertvermehrende Investitionen versehen. Bitte beachten Sie, dass es sich dabei lediglich um eine grobe Regelung handelt. Massgeblich ist immer der effektive Fall. Wenn dieser von der Empfehlung abweicht, empfiehlt es sich, der Steuererklärung einen Beschrieb der vorgenommenen Investitionen beizulegen.