• Stabile Preise beim Wohneigentum erwartet

Stabile Preise beim Wohneigentum erwartet

16.12.2016     KATHRIN STRUNK MSc Business & Economics Ökonomin Volkswirtschaft und Immobilienmarkt beim HEV Schweiz

Der HEV Schweiz führt jedes Jahr eine Immobilienumfrage bei Experten durch. An der diesjährigen Umfrage haben über 235 Fachleute aus der ganzen Schweiz teilgenommen. Ihre Einschätzungen zu den Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt sind äusserst aufschlussreich.

Wie die jährliche HEV-Immobilienumfrage ergeben hat, sind die Preise für Einfamilienhäuser wie auch für Eigentumswohnungen auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Auch für das kommende Jahr erwarten Immobilienexperten konstante Preise in diesem Segment.

Regionale Unterschiede bei Preisentwicklung von Wohneigentum

Die bei der HEV-Umfrage befragten Experten erwarten schweizweit gesehen stabile Wohneigentumspreise. Jedoch sind die regionalen Unterschiede erheblich, wie die Analyse der einzelnen Regionen durch Fahrländer Partner zeigt. Während in der Region Basel steigende Preise vorausgesagt werden, gehen die Experten im Tessin und im Alpenraum von sinkenden Wohneigentumspreisen aus. In der Genfersee-Region, wo sich Wohneigentum zwischen 2000 und 2013 um 250 % verteuerte und nun seit rund zweieinhalb Jahren wieder günstiger wird, erwarten die 88 befragten Experten weiterhin sinkende Preise. In Zürich, im Mittelland und in der Ostschweiz werden insgesamt stabile Wohneigentumspreise prognostiziert, wobei im Teilmarkt für Eigentumswohnungen von leicht sinkenden und bei Einfamilienhäusern von eher steigenden Preisen ausgegangen wird.

Mehrfamilienhäuser weiterhin sehr gefragt

Die Experten sind sich einig, dass die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern weiterhin anhalten wird. Dabei erwarten 30 % der Befragten eine Ausweitung der Neubautätigkeit, während 46 % davon ausgehen, dass diese konstant bleibt. Daraus resultiert die Annahme, dass die Preise für Mehrfamilienhäuser weiter ansteigen werden. In einem engen Zusammenhang mit dem anhaltenden Preiswachstum steht die Renditeentwicklung von Mehrfamilienhäusern. Die Renditeerwartungen wurden in den letzten Jahren stetig zurückgenommen. Bei Neubauten liegt der Mittelwert der gemeldeten Bruttorenditen für gehandelte Mehrfamilienhäuser noch bei 4,06 %. Die Bruttorenditen sind 2016 laut den Befragten nochmals gesunken und haben somit den tiefsten Stand seit dem Jahr 2000 erreicht.

Mietwohnungen schwerer vermittelbar

Das Mietzinswachstum dürfte auch 2017 bescheiden ausfallen – oder nochmals sinken. 59 % der Befragten prognostizieren insgesamt unveränderte Wohnungsmieten. Hingegen gehen 30 % davon aus, dass die Mieten sinken werden. Dies sind deutlich mehr Personen als im vergangenen Jahr. Die Experten erwarten also eine erschwerte Vermietbarkeit und somit auch sinkende Mieterträge.

Büro- und Geschäftsliegenschaften laufen schlecht

Bei den Büro- und Geschäftsliegenschaften sind die Erwartungen für die Preisentwicklung an allen Lagen pessimistisch. An grossstädtischen Zentrumslagen wird die Situation nicht ganz so kritisch eingeschätzt, doch auch hier erwarten mehr als die Hälfte (57 %) der Antwortenden sinkende Mieten. Für die übrigen grossstädtischen Quartiere sowie Lagen in der Agglomeration oder in mittelgrossen Städten gehen 85 % der Befragten von sinkenden Mieten aus. Während die Erwartungen für diese Gebiete etwa gleich geblieben sind, haben sie sich für die Zentrumslagen deutlich verschlechtert.

Rekord bei Umfrageteilnehmern

Seit den 1980er-Jahren führt der HEV Schweiz jeden Herbst eine Umfrage bei Immobilientreuhändern, Maklern, Analysten und Verwaltern durch. Die Daten stellen eine der längsten verfügbaren Zeitreihen zum Immobilienmarkt dar und bilden somit eine spannende Grundlage für Vergleiche hinsichtlich der Preisentwicklung. An der diesjährigen Umfrage haben über 235 Experten aus allen Regionen der Schweiz teilgenommen und ihre Einschätzung zur vergangenen und zukünftigen Entwicklung des Immobilienmarktes mitgeteilt. Durch die Zusammenarbeit mit der Fédération Romande Immobilière (FRI) konnte die Datenbasis in der Westschweiz erweitert und verbessert werden. Fahrländer Partner ergänzt die Ergebnisse der HEV-Umfrage mit eigenen Daten und errechnet damit einen Preiserwartungsindex.

Die drei verschiedenen Transaktionspreisindizes (TP) für Eigentumswohnungen im Vergleich: Wüest & Partner (W&P), IAZI und Fahrländer Partner (FPRE).