• Sicherheit im Haus – eine Checkliste

Sicherheit im Haus – eine Checkliste

12.01.2017     IRIS MUHL, Journalistin BR, Zürich

Unfallprävention – Handläufe und Treppenlifte sorgen für Sicherheit im Haus. Doch wie sollen sie angebracht werden?

Geländer, Brüstungen und Handläufe haben nicht nur eine ästhetische und praktische Funktion, sondern schützen auch vor gefährlichen Stürzen. Besonders Kinder sind gefährdet, beim Spielen und Klettern von einer Plattform zu fallen. Oder auch reifere Menschen mit Gehschwierigkeiten laufen Gefahr, auf Treppen ohne Geländer gefährlich zu stürzen.

Deshalb gelten Baunormen als anerkannte Regeln, die in Neu- und Umbauten beachtet werden müssen. Die SIA-Norm 358 «Geländer und Brüstungen» gibt vor, dass Geländer, Brüstungen und Handläufe als bauliche Massnahmen Personen vor Absturz oder Sturz sichern müssen. Die meisten Gemeinden der Schweiz haben diese SIA-Norm in ihr Regelwerk aufgenommen.

Der Eigentümer ist für die Sicherheit verantwortlich

Wer heute baut und sich nicht an die Normen hält, kann dafür belangt werden. Die Verpflichtung des Eigentümers, für die Sicherheit seines Hauses besorgt zu sein, leitet sich aus Art. 58 OR ab. Der Artikel besagt: Wer einen gefährlichen Zustand schafft, muss die zur Vermeidung eines Schadens notwendigen und zumutbaren Vorsichtsmassnah men treffen. Falls sich ein Schaden aufgrund eines Mangels ereignet, haftet der Hausbesitzer. Er hat deshalb zu garantieren, dass Zustand und Funktion der Treppe oder Terrasse niemanden und nichts gefährden.

Während der Bau- oder Umbauphase sind deshalb die begehbaren Flächen zu überprüfen. Nach der SIA-Norm 358 ist ab einer Absturzhöhe von einem Meter ein Schutzelement anzubringen. Absturzhöhen bis zu eineinhalb Metern können auch durch geeignete Massnahmen wie zum Beispiel eine Bepflanzung gesichert werden. Bei begehbaren Flächen misst die Mindesthöhe des Geländers 100 Zentimeter. Bei grossen Absturzhöhen – beispielsweise auf Terrassen – empfiehlt die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu, ab einer Höhe von 12 Metern das Geländer um 10 Zentimeter zu erhöhen. Bei einem Treppenlauf misst die Geländerhöhe 90 Zentimeter. Der Abstand zwischen den vertikalen Staketen darf maximal so gross sein, dass eine Kugel von 12 Zentimetern nicht mehr durchgestossen werden kann. So wird vermieden, dass ein Kind seinen Kopf durch die Gitterstäbe steckt. Auch der Zwischenraum neben und unter dem Geländer muss entsprechend schmal sein. Die SIA-Norm 358 sieht ebenso vor, dass Treppen ab fünf Stufen mit einem Handlauf versehen werden sollen.

Unfallverhütung

Reifere Menschen, die in Häusern mit hohen, steilen Treppen leben, schaffen es kräftemässig teilweise nicht mehr, eine lange Treppe hinaufzusteigen. Stürze ereignen sich deshalb oft auf Treppen. Besonders hoch ist das Risiko in alten Häusern, wo kein Handlauf angebracht wurde, die Treppe zu dunkel ist oder sich alte Teppiche von den Tritten lösen. Hier ist es von Vorteil, nachzurüsten und einen Handlauf anzuschrauben. Unfallverhütung im Haus ist und bleibt wichtig, denn die Fakten zeigen: Ab einem Alter von 60 Jahren stürzt rund jede dritte Person einmal pro Jahr. Dafür gibt es Gründe wie beispielsweise die nachlassende Muskelkraft, eine eingeschränkte Sehstärke, ein schlechteres Gehör und Gleichgewichtsstörungen – oder eine fehlende Balance.

Das Haus dem Alter anpassen

Leider können Unfälle im Alter schlimme Folgen haben, denn verunfallte Senioren kommen nach einem Bein- oder Oberschenkelhalsbruch nicht mehr so schnell wieder auf die Beine. Einige Unfälle enden im Krankenhaus, und die Rehabilitation dauert seine Zeit. Aber das ist noch lange kein Grund, um in ein Altersheim umzuziehen. Ist jemand im eigenen Haus nicht mehr gut zu Fuss, lohnt es sich, einen Sitzlift einzubauen. Die Hersteller bieten Treppenlifte für gerade, aber auch für geschwungene Treppen an. Je nach Wunsch und Bedarf reicht ein schmaler Treppenlift aus, um eine Person bequem ins obere Stockwerk zu bringen.

Für Menschen, die sich mit einem Rollstuhl fortbewegen, eignet sich der Treppenlift mit Plattform. Ein solcher kann je nach Grösse der Treppe im Innenbereich, aber auch draussen – zum Beispiel an der Gartentreppe – angebracht werden. Oft besteht ein Treppenlift aus einem Seilzugsystem, das sich für lange Treppen eignet. Starke Plattformen haben eine Tragkraft bis zu 300 Kilogramm und können Menschen mit einem Rollstuhl problemlos transportieren. Treppenlifte kosten zwischen 4000 und 12 000 Franken und sind in wenigen Tagen montiert.