• «Radio Nostalgie»

«Radio Nostalgie»

13.10.2017    

Als ich noch Kind war, hörten wir immer Radio Beromünster. Zu gerne hätten wir damals gewusst, wo dieses Beromünster ist und wie es dort aussieht. Sprachen die Damen und Herren dort etwa in eine Leitung mit Trichter, damit wir ihre Worte in der heimischen Stube hören konnten? So war es natürlich nicht, und gross war die Enttäuschung, als wir zum ersten Mal ein Bild vom Sendeturm Beromünster sahen. «Ein Turm?» – fragten wir uns. Sitzen die Sprecher da oben auf der Turmspitze und rufen laut die Nachrichten aus? Wir standen vor einem Rätsel.  Und dann gab es noch die Radiostudios.  Da sassen dann tatsächlich Leute drin.  Studios gab es unter anderem in Zürich, Bern und Basel. Und von dort wurde jeweils während des ganzen Tages berichtet. Wollte man auf ein anderes Studio umschalten, konnte das Minuten dauern, was uns nicht störte. Denn das Studio Basel pflegte sich mit dem Lied «Z’Basel an mym Rhy» zu verabschieden, und zwar so lange, dass früher oder später jeder die Melodie kannte. Und dann die Umschaltmusik des Radiostudios Zürich (effektiv Bellerive) – super: «Chum Bueb und lueg dis Ländli a». So oft habe ich das als Kind gehört, dass ich die Melodie beim Schreiben dieser Zeilen hören kann. Selbstverständlich kannten wir als Kinder auch die Namen der «Radioreporter», wie wir sie nannten. Karl F. Schneider, Max Rüeger, Elisabeth Schnell etc. 

Heute gibt es neben dem Radio noch unzählige andere Kanäle, die einen informieren und unterhalten. Damals ging das noch etwas langsamer und gemütlicher. Man hatte noch andere Werte. Ich weiss zum Beispiel noch ganz genau, wie ich als ca. vierjähriger Bueb das Holz in unserem «Schopf» sah und zur Mutter meinte: «Du Muetter, jetzt cha dä Vater ruhig stärbe, mir händ gnueg Holz!» Unser Vater hat uns von Anfang an eingetrichtert, wie wichtig ein guter Holzvorrat ist. Zum Kochen und Heizen. Das hat sich mir eingeprägt, genau wie die Umschaltmusik der damaligen Radiostudios. 

Ihr Ansgar Gmür

«Ich glaube, meine Mutter versteht nichts von Kindern», sagt die kleine Eva. «Wie kommst du denn darauf?», fragt Tante Emma. «Wenn ich wach bin, schickt sie mich ins Bett, und wenn ich müde bin, weckt sie mich auf.» 

«Heute machen wir uns mal einen richtig gemütlichen Samstag», schlägt Frau Meier ihrem Mann vor. «Prima, und was unternehmen wir?» «Das Kind geben wir zur Nachbarin, und du gehst deine Mutter besuchen.» 

Seit Jahrzehnten erklären alle Eltern ihren Kindern: «Esst eure Teller leer, dann wird das Wetter schön!» Und was haben wir davon? Fette Kinder und eine Klimaerwärmung! 

In der Schule fragt die Lehrerin, was die Schüler denn später werden wollen. Es kommen von allen Kindern Antworten wie: Pilot, Zugführer, Krankenschwester, Verkäuferin, Coiffeur etc. Als die kleine Susi gefragt wird, antwortet sie: «Wenn ich hübsch werde, werde ich Fotomodel und ansonsten Lehrerin.»