• Profi-Tipps für die richtige Badreinigung

Profi-Tipps für die richtige Badreinigung

04.09.2017     DOMENICO AUTUORI Leiter Trainingscenter Keramik Laufen AG und Similor AG

Es gibt bestimmt Schöneres, als das Badezimmer zu putzen. Befolgt man jedoch die Ratschläge der Hersteller, bleibt der Aufwand klein und das private Spa dauerhaft schön.

Jeder liebt das Ergebnis, keiner macht es gerne: das Badezimmer putzen. Mit den richtigen Tricks und Mitteln lassen sich Waschbecken, WCs, Armaturen, Badewannen und Co. jedoch im Handumdrehen reinigen. Aber Achtung, mit zu viel Enthusiasmus oder mit den falschen Putzmitteln kann man das Badezimmer auch «kaputtreinigen». Es lohnt sich deshalb, auch mal die Profis um Rat zu fragen. 

Keramik, Glas und mineralische Werkstoffe im Bad

Schmutzränder, Schlieren und Kalkablagerungen im Badezimmer sind für jeden Nutzer ein Gräuel. Damit die Produkte schön und sauber glänzen wie am ersten Tag, haben die Hersteller einige Tipps und Tricks auf Lager. So bietet zum Beispiel Keramik Laufen für ihre Keramiken die schmutzabweisende Oberflächenveredelung Laufen Clean Coat (LCC) an. Sie stösst das Wasser ab, verfügt über eine hohe Resistenz gegen chemische Substanzen und schützt über viele Jahre das strahlende Weiss der Sanitärkeramik. Kein Grund zur Panik sind schwarze Streifen auf der Keramik. In der Regel handelt es sich dabei um Metallabriebspuren von Gürtelschnallen oder Schmuck, die sich im Handumdrehen mit einem Glaskeramikreiniger entfernen lassen. Vorsicht ist hingegen bei Bade- und Duschwannen aus Mineralwerkstoff oder Sanitäracryl geboten. Aggressive oder scheuernde Mittel können diese Oberflächen nachhaltig beschädigen. Duscholux empfiehlt für solche Oberflächen nebst eigenen und handelsüblichen Reinigungsmitteln zum Beispiel auch den Einsatz von milden Essigreinigern.

Unabhängig von der Wahl der Putzmittel sind sich die Badhersteller einig: Wer die Apparate, Accessoires und Duschtrennwände nach jedem Gebrauch kurz mit kaltem Wasser abspült, die Glaswände mit einem Schaber abzieht und mit einem Tuch aus Baumwolle oder Leder trockenreibt, steuert viel zu deren Werterhalt bei und reduziert den Reinigungsaufwand um ein Vielfaches. Zudem rät der Accessoires-Hersteller Bodenschatz, mattierte Zahngläser nicht in der Geschirrspülmaschine zu reinigen. Um die Beschichtung zu schützen, werden diese Gläser am besten von Hand gespült und mit einem weichen Lappen getrocknet.

Chrom- und Edelstahloberflächen

Bei richtiger Pflege bleiben die Armaturen und Badaccessoires mit Chrom- oder Edelstahloberflächen über eine lange Zeit schön und funktionstüchtig. Zwar sind diese Oberflächen sehr robust und halten einiges aus. Trotzdem können sie durch Reste von Flüssigseifen, Shampoos, Duschgels, Zahnpasta und Kosmetika beschädigt werden. Auch stehendes Wasser ist Gift, denn es bildet mit der Zeit schichtartige Sulfatrückstände, denen man viel zu häufig mit aggressiven Putzmitteln zu Leibe rückt. Deshalb gilt: Kalk- und Sulfatrückstände werden am besten mit einem Kalkmittel oder mit Putzessig entfernt. Vorsicht ist bei der Einwirkzeit geboten. Die Mittel dürfen maximal eine Minute auf den Flächen verbleiben, danach müssen sie abgespült werden.

Armaturen – Schmuckstücke im Badezimmer

Am besten reinigt man Armaturen im kalten Zustand und mit kaltem Wasser. Denn solange der Armaturenkörper noch warm ist, besteht die Gefahr einer Kapillarwirkung. Das bedeutet, dass die Feuchtigkeit inklusive Putzmittel ins Armatureninnere gesaugt wird, wo sich kalkähnliche Ablagerungen bilden. Gröbere Ablagerungen können den Bedienhebel blockieren und die Technik beeinträchtigen. Als Folge davon wird die Armatur funktionsuntüchtig und muss ausgewechselt werden. Auch das grosszügige und grossflächige Einsprühen mit Reinigungsmitteln bekommt den Armaturen nicht gut. Der Sprühnebel dringt nämlich unbemerkt in Öffnungen und Spalten ein und beschädigt dort das Material sowie die integrierten Komponenten. Deshalb empfiehlt es sich, die Reinigungsmittel auf einen Lappen aufzusprühen und nur lokal aufzutragen. Unschön wird es, wenn sich wolkenähnliche Gebilde auf den Armaturen bilden. Sie entstehen, wenn man die Reinigungsmittel zu lange einwirken lässt. Solche Verfärbungen lassen sich leider nicht entfernen. Wenn man sich daran stört oder wenn ein Umzug ansteht, muss die Armatur ersetzt werden.

So hält man die WC-Bürste hygienisch sauber

Der WC-Bürstenkopf ist ein Verschleissteil und sollte von Zeit zu Zeit ersetzt werden. Passende Ersatzbürsten sind in der Regel bei den Herstellern bestellbar. Um die WC-Bürste sauber zu halten, weicht man sie mit etwas WC-Reiniger in der Toilette ein. Als Alternative kann man auch auf Spülmaschinen-Tabs zurückgreifen, die in der WC-Schüssel aufgelöst werden. Nach dem Einweichvorgang wird die Bürste unter fliessendem Wasser ausgespült. So lassen sich selbst hartnäckige Verschmutzungen entfernen.

Ein Wort zu den Reinigungsmitteln und Putztüchern

Für die Entfernung von Kalkrückständen empfehlen die Profis Reinigungsmittel, die ausdrücklich für diesen Anwendungsbereich vorgesehen und materialverträglich sind. Wer gerne auf altbewährte Hausmittel zurückgreift, ist mit einer Essig- Wasser-Mischung im Mischverhältnis 1:1 gut bedient. Für die Behandlung sollte kaltes Wasser verwendet und auf eine kurze Einwirkzeit geachtet werden. Bei leichten Verschmutzungen reichen normale Allzweckreiniger mit einem pH-Wert von 5 bis 8, saure Reiniger mit einem pH-Wert von 1 bis 4 oder ein Geschirrspülmittel aus. Achtung: Reiniger mit einem pH-Wert von über 8, Scheuermittel, Salz-, Ameisen- oder Essigsäure sowie Schwämme mit aufgerauter Oberfläche haben im Badezimmer nichts verloren. Sie können schon bei einer einmaligen Anwendung irreparable Schäden verursachen. Vorsicht ist auch bei Mikrofasertüchern geboten. Die Fasern hinterlassen kleinste Schleifspuren auf den Oberflächen. Am besten setzt man saubere Tücher aus Baumwolle oder Leder ein.

So klappt es mit dem richtigen Putzen

Nimmt man sich die Tipps und Tricks der Profis zu Herzen, strahlt das Badezimmer Tag für Tag Sauberkeit und Glanz aus und bereitet lange Freude. Wer Fragen zu Putzmitteln oder zur Pflege der Badausstattung hat, darf auch ungeniert die Hersteller um Rat bitten.

Grossmutters Tipps für die Badreinigung

  • Duschkopf reinigen: Den Duschkopf in weissen Essig legen. Zehn Minuten einwirken lassen und die verbliebenen Kalkablagerungen mit einem Tuch entfernen.
  • Haare aus dem Abfluss oder hartnäckigen Urinstein aus dem WC entfernen: Eine Tüte Backpulver und 3 dl Essig in den Abfluss oder ins WC schütten. Eine halbe Stunde einwirken lassen und mit einem Liter kochend heissem Wasser nachspülen.
  • Nachgedunkelte Fugen aufhellen: Chlorhaltigen WC-Reiniger auftragen, kurz einwirken lassen und anschliessend mit einer harten Bürste reinigen und mit klarem Wasser wegwischen.