• Ölheizungen mithilfe des CO2-Gesetzes verbieten?

Ölheizungen mithilfe des CO2-Gesetzes verbieten?

02.02.2018     NR HANS EGLOFF Präsident HEV Schweiz

Gegenüber 1990 konnte der CO2- Ausstoss im Gebäudebereich bis heute um beinahe einen Viertel gesenkt werden. Dies trotz eines enormen Zuwachses an überbauter Fläche in den vergangenen Jahren und einer steten Zuwanderung in unser Land. Jährlich investieren Eigentümer über 15 Milliarden in den Gebäudepark Schweiz und nehmen damit ihre Verantwortung wahr.

Droht das Öl- und Gasheizungsverbot?

Hält sich dieser Trend, kann das Ziel einer Senkung um 50 Prozent gegenüber 1990 bis ins Jahr 2030 erreicht werden. Doch das geht dem Bundesrat nicht schnell genug. Mit dem überarbeiteten CO2-Gesetz soll der CO2-Ausstoss im Gebäudebereich bereits bis ins Jahr 2026 halbiert werden. 

Sollte dieses Ziel verfehlt werden, will der Bund einen landesweit einheitlichen CO2-Grenzwert von sechs Kilogramm CO2 pro Quadratmeter Wohnfläche einführen. Was auf den ersten Blick plausibel klingt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als verstecktes Öl- und Gasheizungsverbot.

Sechs Kilogramm CO2 entstehen aus der thermischen Verwendung von ca. 2,1 Litern Heizöl (ca. 21 kWh Energie). Das bedeutet, neue fossile Heizungen dürfen ab 2030 nur noch für Gebäude zum Einsatz kommen, die einen Wärmeenergiebedarf von weniger als 2,1 Litern Heizöl pro Quadratmeter Energiebezugsfläche aufweisen. Zum Vergleich: Die Mustervorschriften der Kantone (MuKEn 2014) fordern für Neubauten einen Wert von 3,5 Litern Heizöläquivalent (35 kWh / m2a).

Utopische Pläne

Aktuell werden in der Schweiz rund 80 Prozent der bestehenden Bauten mittels fossiler Heizungen betrieben. Diese rund 1,2 Millionen Gebäude müssten ab 2030 entweder komplett auf erneuerbare Energien umgestellt oder derart umfassend erneuert werden, dass sie – verglichen mit einem Neubau – lediglich noch die Hälfte an Energie benötigen. Dies ist weder finanziell noch von den Kapazitäten der Baubranche her möglich.

Parallel dazu will der Bundesrat die CO2-Abgabe auf Brennstoffe, und dieses Mal explizit nur auf Brennstoffe, bis auf 210 Franken pro Tonne CO2 (56 Franken / 100 Liter Öl) anheben können. Das entspricht dem Zweieinhalbfachen der heutigen Abgabe. Bei einem Ölpreis von aktuell 90 Franken pro 100 Liter wird ausserdem der Ölpreis zu rund der Hälfte durch die CO2-Abgabe bestimmt. Ähnliches gilt beim Gas.

Nötiger Ansporn

Wenn der Gebäudepark seinen Beitrag zur Energiewende leisten soll, dann sind hierzu wirkliche finanzielle Anreize essenziell. Es geht nicht an, dass die Energiewende ausschliesslich auf dem Buckel der Wohnenden – Eigentümer und Mieter gleichermassen – finanziert wird. Ich werde mich deshalb im nun folgenden parlamentarischen Prozess explizit für eine liberalere Ausgestaltung des CO2-Gesetzes einsetzen.