• Lüftungsanlage unterhalten – Filter nicht vergessen

Lüftungsanlage unterhalten – Filter nicht vergessen

27.10.2017     THOMAS AMMANN dipl. Arch. FH, Ressortleiter Energie- und Bautechnik beim HEV Schweiz

Unterhalt und Erneuerung – Beim Unterhalt lüftungstechnischer Anlagen steht die Hygiene im Vordergrund. Insbesondere den Filtern ist grosse Aufmerksamkeit zu schenken.

Eine gut gedämmte Aussenwand, dichte Fenster und eine klare Trennung zwischen beheizten und unbeheizten Räumen zeichnen heutige Neubauten oder umfassend erneuerte Häuser aus. Eine solche Bauweise bringt mit sich, dass die Luftwechselrate sinkt und ein natürlicher Abtransport der internen Feuchtigkeit nicht automatisch gegeben ist. Aus diesem Grund schreibt die SIA-Norm 180 «Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden» für jeden Neubau und für umfassende Erneuerungen die Ausarbeitung eines Lüftungskonzeptes vor.

Manuell oder automatisch

Die einfachste Variante für einen Luftaustausch stellt das manuelle Öffnen der Fenster dar. Falls die Bewohner das Lüftungsmanagement aber nicht konsequent umsetzen, muss eine technische Installation das Lüften übernehmen, um mögliche Feuchtigkeitsschäden an der Bausubstanz zu vermieden. Dafür können die Fenster mit automatischen Antrieben versehen werden. Fehlender Einbruchschutz und Komfortprobleme bei zeitlich ungünstigem Öffnen der Fenster erweisen sich jedoch als ernst zu nehmende Nachteile dieser Variante. Weiter geht der Trend in Richtung kontrollierter automatischer Wohnungslüftung.

Mit jedem zusätzlichen Bauteil an einem Objekt, insbesondere wenn es sich dabei um mechanische Geräte handelt, steigt der Kontroll- und Unterhaltsbedarf. Bei Lüftungsanlagen ist dies nicht anders, auch wenn verhältnismässig wenig Verschleissteile vorhanden sind.

Nicht zu vergessen: Weil es sich bei der Luft um ein Lebensmittel handelt, ist beim Lüftungsmanagement auch den hygienischen Anforderungen entsprechend Rechnung zu tragen.

Regelmässige Kontrolle und Reinigung

Die meisten Unterhaltsarbeiten bestehen aus Kontrolle und Reinigung und können oftmals durch den Eigentümer oder einen Hauswart ausgeführt werden. Rund halbjährlich sollte man die Filter der Zu- und Abluft im Lüftungsgerät austauschen. In den meisten Geräten sind Einwegfilter eingesetzt – diese müssen ganz ersetzt werden. Lediglich einzelne Grobstaubfilter lassen sich mit dem Staubsauger oder unter fliessendem Wasser reinigen. Bei Mietwohnungen sollten der Eigentümer oder die Verwaltung darauf achten, dass die Filter regelmässig ausgewechselt werden.

Gleichzeitig mit dem Filterwechsel kontrolliert man am besten auch die Kondensatabläufe der Geräte. Zu prüfen ist ein funktionierendes Ablaufen des Kondenswassers sowie ein allfälliges Austrocknen des Siphons zur Verhinderung von Geruchsemissionen.

Mindestens einmal jährlich sollten die Luftauslässe und damit verbunden die entsprechenden Gitter kontrolliert und gereinigt werden. Ebenfalls ist das Lüftungsgerät selbst zu reinigen. Dies geschieht am einfachsten bei ausgeschalteter Anlage mit einem Staubsauger.

Wird die Luft über ein Erdregister angesogen, ist auch dieses auf Feuchtigkeit und einen einwandfreien Ablauf des Kondenswassers zu überprüfen.

Fachliche Unterstützung

Während man als Laie die vorgenannten Kontroll- und Reinigungsarbeiten weitgehend durchführen kann, sollte für eine gründlichere Inspektion des Lüftungsgerätes rund alle drei Jahre eine Fachperson beigezogen werden. Diese prüft die Geräte auch auf Hygiene und Funktionstauglichkeit. Eine solche Inspektion stellt sicher, dass auftretende Verschleisserscheinungen am Gerät frühzeitig erkannt werden. Eine rechtzeitige Reparatur ist meist günstiger, als wenn man im Nachhinein ein defektes Gerät ersetzen muss.

Sämtliche Verteilleitungen der Zu- und Abluft sollten rund alle zehn Jahre gereinigt werden. Mittlerweile gibt es auf dem Markt spezialisierte Firmen, die sich der Reinigung von Lüftungsanlagen annehmen. Analog zur Kanalreinigung kontrollieren und reinigen diese Firmen die Leitungen mit Bürsten- und Kamerasystemen. Dabei zeigt sich gleich, wie gut eine Anlage konzipiert worden ist. Verschlungene und einbetonierte Leitungen sind zum Teil nicht mehr gut zugänglich und können nur mit grossem Aufwand gereinigt werden.

Nach erfolgter Reinigung müssen die Luftmengen der Anlage zwingend wieder neu reguliert und gemessen werden. Dadurch sorgt man dafür, dass die Lüftungsanlage im Haus wieder reibungslos läuft und einen Mehrwert für die Bewohner darstellt.

Energetische Vorschriften

Seit dem 1. August 2016 gelten auch in der Schweiz die EU-Anforderungen bezüglich Energieeffizienz für Wohnraumlüftungsgeräte. Die Energieeffizienz wird mittels der Effizienz-Skala von A+ bis G, wie sie von der Energieetikette bekannt ist, angezeigt.

Lüftungsgeräte dürfen nicht mehr Energie benötigen, als sie dank der Wärmerückgewinnung wieder einsparen. Der sogenannte spezifische Energieverbrauch (SEV) darf nicht höher als 0 kWh / m2 Wohnfläche sein. Ab dem 1. Januar 2018 dürfen nur noch Geräte mit einem Verbrauch von maximal -20 kWh/m2 eingebaut werden, was der Effizienzklasse D entspricht.

WARTUNGSINTERVALL VON LÜFTUNGSANLAGEN

INFO: 2-TAGESKURS

Plusenergie-Gebäude und Building Information Modeling (BIM) In diesem 2-Tageskurs erhalten die Teilnehmer einen Überblick über die Energiestandards, eine präzise Definition des Begriffs «Plusenergie», und es werden Lösungswege und Vorgehensweisen aufgezeigt. Die Teilnehmer erwartet ausserdem das Planen und Bauen mit BIM an einem Praxisbeispiel mit Übungsteil. Ausgewiesene Fachleute informieren über den aktuellen Stand von Forschung und Entwicklung und erläutern realisierte Beispiele. Es ist möglich, jeweils nur einen der beiden Kurstage zu besuchen:

16.11. / 17.11.2017 in Bern

30.11. / 1.12.2017 in Zürich

25.01. /26.01.2018 in Frauenfeld

30.01. / 31.01.2018 in Olten

Weitere Infos und Anmeldung unter «Veranstaltungen» auf der Website: www.energie-cluster.ch